Archiv der Kategorie: Soziales

Verkehrsschulung für Flüchtlinge

Über 25 Flüchtlinge waren in die Gastro im Bürgerhaus gekommen, um an der Verkehrsschulung teilzunehmen, die Polizeihauptkommissar Andreas Johnen, Verkehrssicherheitsberater der Verkehrspolizei, durchführte. Organisiert worden war die Veranstaltung von Marina Skoryokova vom Amt für Inklusion, Integration und Flüchtlingshilfe; ich hatte den Kontakt zu Herrn Johnen vermittelt, da mir das Thema Verkehrssicherheit für Flüchtlinge besonders am Herzen liegt.

Herr Johnen machte die Grundsätze unseres Rechtssystems klar („Bei Verkehrsverstößen ist es nicht ratsam, den Polizisten Geld anzubieten“) und erläuterte die unterschiedliche Rolle der Verkehrsteilnehmer an Kreuzungen mit Ampeln, Verkehrsschildern und ohne Verkehrsschilder. Herr Johnen betonte immer wieder, Nachdenken und Umsicht der Verkehrsteilnehmer seien unabhängig vom Recht auf Vorfahrt („Die Ampel nimmt einem das Denken ab, an der Kreuzung ohne Verkehrsschild muss ich selbst entscheiden, ob ich fahre oder nicht“).

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Übersetzt wurde der Vortrag ins Persische und ins Arabische, einer albanischen Familie übersetzte ich den Vortrag ins Englische. Es gab aber auch etliche Teilnehmer, die genug deutsch verstanden, um mitzuschreiben, da sie an Deutschkursen teilnehmen. Alle Beteiligten zeigten sich zum Schluß sehr zufrieden. Um die Kenntnisse zu vertiefen und noch mehr Personen zukommen zu lassen, wird an mehreren Nachmittagen ein Verkehrsschulungsfilm im Asylcafé gezeigt werden in jeweils einer anderen Sprache, so dass das Verständnis sichergestellt ist. Am Ende der Schulung ist geplant, Asylbewerbern, die ihren Wunsch nach einem Fahrrad dokumentiert haben, ein gespendetes, repariertes und registriertes Fahrrad zu übergeben.

 

Die Schere geht auseinander

Wachsende Ungleichheit auch in Hürth – sozial geförderter Wohnungsbau wird immer wichtiger!

Trotz der so gerühmten guten Wirtschaftslage nimmt in Hürth die Zahl der Bezieher von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, sogenannte Hartz-IV Empfänger zu und zwar deutlich. Dies geht aus einer Antwort der Verwaltung auf eine entsprechende Anfrage der Linksfraktion hervor. So stieg ihre Zahl in anderthalb Jahren um 272 auf 4021, die Anzahl der Jugendlichen unter 18 Jahren stieg in demselben Zeitraum von 1222 auf 1306.

Besonders gravierend ist hierbei die Situation auf dem Wohnungsmarkt, wo die Anzahl der Personen, die auf der Warteliste für eine Sozialwohnung stehen, von 613 auf 677 Personen gestiegen, dagegen die Anzahl der geförderten Wohnungen um 11 gefallen ist, weil sie aus der Bindung herausfallen. Da erscheinen 33 Sozialwohnungen, die in der Planung sind, wie ein Tropfen auf den heißen Stein.

Man darf diese Zahlen nicht ignorieren, schon gar nicht, indem man sozial geförderten Wohnungsbau ablehnt, wie es die schwarz-grüne Mehrheit tut, die offensichtlich die Augen vor der Realität verschließt.

Schwarz-Grün beendet 10 Jahre familienfreundlicher Politik!

In der Ratssitzung v. 5.7.16 hat die schwarz-grüne Mehrheit beschlossen, die Kita-Beiträge um rund 400 000 Euro zu erhöhen. Elternproteste und eindeutige Stellungnahmen und Fragen während der Fragestunde der Einwohner, die dieses Mal eine Stunde dauerte, haben nichts gefruchtet. Diese Erhöhung belastet Familien mit mittlerem Einkommen noch zusätzlich zur bereits erfolgten Erhöhung der Grundsteuer B. Dazu kommt noch eine eingebaute jährliche Steigerung von 1,5%, die man sich als Zinsertrag auf dem eigenen Konto auch gut vorstellen könnte. Das sind familien- und mittelstandsfeindliche Aktionen, die nicht mit Haushaltskonsolidierung zu rechtfertigen sind, da erstens die Gewerbesteuern sprudeln und zweitens von der Erhöhung nicht viel im Haushalt ankommt. Also warum diese Erhöhung und warum so schnell vor den Sommerferien? Man baut auf das schlechte Gedächtnis der Bürger. Man darf auch gespannt sein, ob die Verwaltung die Anforderung meistert, bereits zum 1.8. die neuen Bescheide zu verschicken, da dies schon in der Vergangenheit nicht immer pünktlich geklappt hat.

Es erhebt sich die Frage, wohin Hürth mit dieser schwarz-grünen Mehrheit steuert, da das Ziel der Familienfreundlichkeit bereits aufgegeben wurde. Als einzige erwähnte die Vertreterin der Grünen unsere Musikschule und unser Schwimmbad als mögliche Opfer einer Haushaltskonsolidierung. Ein krasser Widerspruch zu den Aussagen von Bürgermeister Breuer vor der Wahl. Also wieder nach dem Motto: wird schon keiner merken, haben die Leute eh bald vergessen! Es gilt, wachsam zu sein, um die Lebensqualität in Hürth zu erhalten.

Hürths Kleiderkammer wandelt sich zum Gewandhaus

In bunten Lettern prangt der Name am ehemaligen Kreishaus an der Friedrich-Ebert-Straße 11, das der alten Kleiderkammer Unterschlupf gewährt hat. Ein breites Angebot an Bekleidung, Schuhen, Babywäsche, aber auch an Spielzeug und Büchern erwartet den Besucher. Fein säuberlich nach Größen geordnet, ist für jeden Bedarf etwas dabei. Die Ehrenamtler-Initiative „Wir Hürther“ hat die Kleiderkammer in der viel zu kleinen Wohnung an der Bonnstraße 109 verlassen und das Gewandhaus gegründet, das auf 400 qm die Spenden der Bürger präsentiert.

Gewandhaus_innenNicht nur Flüchtlinge können sich gegen einen geringen Betrag mit Kleidung eindecken, das Gewandhaus steht für alle Bedürftigen zur Verfügung.

Die Öffnungszeiten richten sich nach den Ehrenamtlern und sind:

Mo 10-14 Uhr

Di und  Do 16-20 Uhr.

Auch das Klamottenlädchen des Vereins ZMO (Zusammenarbeit mit Osteuropa) bietet preiswerte Bekleidung an sowie Hausrat verschiedener Art. Hier sind die Öffnungszeiten:

Verkauf: DI und Do 17-19 Uhr und Fr 10-12 Uhr

Spendenannahme: Mo-Mi und Fr 10-14 Uhr

Sowohl beim Gewandhaus als auch beim Klamottenlädchen müssenKunden Ihr Bedürftigkeit nachweisen. Zusammen mit der Tafel hat Hürth nun ein solides Angebot an Bekleidung und Lebensmitteln für Menschen in schwierigen Lebenslagen.

Programmkonferenz der SPD am 25.6.16 in Bonn

Die Bundes-SPD hatte zur Programmkonferenz eingeladen, um mit ihren Mitgliedern über die Bedingungen guter Arbeit zu diskutieren. Hannelore Kraft und Sigmar Gabriel sprachen im Plenum zu 500 Genossinnen und Genossen und Gästen. Hannelore Kraft erläuterte die Situation in NRW, Gabriel sprach über die Zukunftsperspektiven in der Arbeitswelt, wobei er hervorhob, dass junge Leute in prekären Arbeitsverhältnissen mit befristeten Verträgen und Praktika keine Möglichkeit sicherer Lebensplanung hätten und an die Gründung einer Familie nicht zu denken sei. Dieser Gedanke ist zwar nicht neu, aber es freut mich, dass er jetzt bei der SPD offensiv vertreten wird.

Nahles

Die Ansicht, dass junge Leute Planungssicherheit brauchen und deshalb auf verläßliche Arbeitsplätze angewiesen sind, habe ich schon immer vertreten.  Da bin ich mit Andrea Nahles einer Meinung.

Nach den Reden von Kraft und Gabriel und einem Imbiß ging es dann in die Workshops. Wir hatten das Thema „Gute Arbeit verbindet- Zeit für Familie und Leben“ gewählt, in dem es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ging .

Podium

Auf dem Podium waren (vlnr) Edeltraud Glänzer (Gewerkschaft IG BCE) ,Thomas Koczelnik (Konzernbetriebsrat Deutsche Post AG), Nana Brink (Moderation), Andrea Nahles (BM für Arbeit und Soziales), Dr. Carola Reimann (MdB, stellv. Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion.)

Während des Erwerbslebens ändern sich die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen, wie Arbeit  und Famile in Einklang zu bringen sind. Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür sollen verbessert werden.

Aber auch andere Themen wurden diskutiert. Z.B., dass Menschen, die Familienangehörige pflegen und deshalb nicht oder weniger berufstätig sein können, hinsichtlich ihrer Rente noch Nachteile haben.  Es gibt zwar Fortschritte darin. Dies wird aber in unser Rentenkonzept, an dem wir z.Zt arbeiten, Eingang finden.

Im anschließenden Plenum wurden dann die Ergebnisse der Workhops dargestellt. Die Reihe der Programmkonferenzen soll fortgesetzt werden, dabei sollen die Anregungen und Diskussionsergebnisse in die Debatte über das Wahlprogramm einfließen. Hier bleibt zu wünschen, dass die SPD nicht nur debattiert, sondern erkennt, dass es gilt, das drängendste Problem unserer Gesellschaft anzugehen, nämlich die wachsende Ungleichheit, die sich zu verfestigen droht. Hier ist die Parei aufgefordert, ihre Kernkompetenz zu beweisen und damit auch rechtpopulistischen Tendenzen entgegenzuwirken.

Erhöhung der Kita-Gebühren: warum so hastig?

Bereits zum 1. August 2016 sollen die Kita-Gebühren für die Hürther Eltern steigen so hat es der Jugendhilfeausschuss (JHA) in seiner Sitzung vom 8.6. gegen die Stimmen der SPD und zwei Trägern(AWO und Für uns Pänz). Die Eltern der 3. Bis 7. Einkommensstufen zahlen 12-18% mehr, falls sie einen 45-Stunden-Platz gebucht haben, wie es bei den meisten der Fall ist.

Bereits im Vorfeld der JHA-Sitzung hatte sich Elternprotest formiert. Der Jugenamtselterbeirat, der nach eigener Aussage nicht in die Gestaltung der neuen Satzung einbezogen war, brachte eine online-Petition auf den Weg, die genügend Unterschriften erbrachte, so das der Elterbeirat jetzt jedes Ratsmitglied anschreiben darf, um sein Anliegen zu formulieren.

Die SPD unterstützt die Eltern in ihrer Ablehnung der neuen Beitragssatzung, weil sie familien- und finanzpolitisch nicht zu rechtfertigen ist. Die Gewerbesteuereinnahmen liegen bereits jetzt schon 6 Mio höher als im Haushalt angesetzt. Die Belastung der Eltern mit mittlerem Einkommen ist zu hoch, hier wird nicht familienfreundlich gehandelt. Es bleibt außerdem die Frage, wie die praktische Umsetzung so kurzfristig realisiert werden soll, denn die Eltern müssen die Bescheide schon vor dem Beginn des Kindergartenjahres am 1.8. bekommen und auch in der Vergangenheit gab es einen Stau bei den Bescheiden, so dass für die Eltern hohe Zahlungen auflaufen.

Die SPD fordert eine Beitragssatzung, die die Geringverdiener stärker entlastet, mittlere Einkommensstufen nicht stärker belastet, den Geschwisterrabatt dauerhaft sichert und den Stadtjugendamtselternbeirat einbezieht. Auch eine weitere Einkommensstufe ab 98.000 Euro ist denkbar. Eine Dynamisierung der Beiträge lehnen wir ab.

Das Thema Kita-Beiträge steht auch auf der Tagesordnung des Hauptausschusses am 28.6. sowie des Stadtrates am 5.7.16 (jeweils um 18 Uhr). Die SPD wird einen Änderungsantrag einbringen, der ihre Position klarmacht. 

Sinkflug der gesetzlichen Rente stoppen!

Sigmar Gabriel hat endlich erkannt, dass die gesetzliche Rente nicht weiter gesenkt werden darf!

Seit Jahren weisen Experten darauf hin, dass eine tickende Bombe in unserem Sozialsystem steckt: das Problem der Altersarmut bei einer großen Anzahl von jetzt Beschäftigten, ganz zu schweigen von denen, die arbeitslos sind. Allmählich mehren sich die Stimmen, die das System von privater Altersvorsorge mit Riester für gescheitert erklären. Jetzt haben die Gewerkschaften angekündigt, dieses Thema in diesem Jahr verfolgen zu wollen.

Die Bundessregierung hatte bereits in ihrem 3. Armuts- und Reichtumsbericht festgestellt, dass die Zahl der Personen, die eine Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung von 439 000 auf 682 000 gestiegen sei (Zeitraum von 2003-2006) .

Zuletzt war es der Paritätische Wohlfahrtsverband, der in seinem Armutsbericht 2016 auf die bedrohliche Situation in Deutschland hinwies: trotz guter Wirtschaftslage gelten schon jetzt (!) mehr als 12 Mio Menschen als arm (hier mehr).

Diese besorgniserregende Entwicklung  wird sich noch verstärken, wenn nicht die Weichen für die gesetzliche Rentenversicherung neu gestellt werden, denn es hat sich herausgestellt, dass weder die Riester-Rente, noch die von der SPD propagierte Variante einer Betriebsrente (die eigentlich keine echte Betriebsrente ist)  als Stütze in der Altersvorsorge angesehen werden können: bei beiden merken die Arbeitnehmer jetzt, dass sie im Alter schlechter dran sind, als ihnen versprochen wurde.

Nun hat auch Sigmar Gabriel die Rente zu seinem Thema gemacht.  (siehe hier)
Das ist ausdrücklich zu begrüßen. Dieses Thema geht uns alle an, nicht nur die arbeitende Generation, auch diejenigen der Kinder und Großeltern. Eine SPD, die dieses Thema aufgreift, wird auf offene Ohren stoßen, wie wir es in verschiedenen Ortsvereinen in ganz verschiedenen Gegenden Deutschlands gemerkt haben. Aber nicht nur die Mitglieder werden sich dafür interessieren.

Wir planen in Hürth zum Thema Rente Informationsveranstaltungen und erwarten großen Zuspruch.

Hürth führt – musikalisch

Der Januar in diesem Jahr hat uns wieder eindrucksvoll von unserer Josef-Metternich-Musikschule überzeugt.

Es begann am 6.1. mit der offiziellen Verabschiedung von Walther Boecker. Die Musikschule leistete an diesem Tag mehrere Beiträge.

Flüchtlings-Chor
Besonders ergreifend für viele war aber der Flüchtlingschor. Menschen aus vielen Nationen singen  gemeinsam Lieder darunter auch das „Stammbaumlied“.

Dann ging es weiter mit dem Neujahrskonzert der Musikschule. Das JugendSinfonieOrchester der Schule (und weitere Ensembles ) präsentierten das Programm, das sie auf der Chilereise gespielt hatten. (Siehe Bild oben)
Etwas mehr dazu beim Förderverein der Musikschule

Gezeigt wurden auch Bilder von der Reise und in der Pause gab es sogar kleine chilenische Speisen. Für die 20 Jugendlichen war die dreiwöchige Reise eine großartige Erfahrung, von der sie ihr Leben lang zehren werden. Auch wenn während der Reise wenig Zeit geblieben ist,  den Blog mit Texten und Bildern zu füllen: man kann erahnen, was diese Reise für die jungen Menschen bedeutet.
zum Blog der Chilereise
Das Projekt wird fortgesetzt: Wir erwarten wieder Gäste aus Chile und es gibt für 2017 schon eine Einladung nach Chile, bei der sogar noch mehr Jugendliche teilnehmen können. Hoffen wir, dass die Politik uns keine Schwierigkeiten macht.

Die Tinte unter dem Kooperationsvertrag zwischen Musikschule, Deutschherrenschule, der OGS an der Schule und dem Förderverein der Musikschule ist gerade trocken: Es wird zum dritten Mal ein Musik-, Tanz- und Filmprojekt an der Deutschherrenschule geben. Jeweils ca. 50-60 Kinder haben unter der Anleitung von Musik-, Tanz- und Filmpädagogen selbst ein Programm erarbeitet. Das Thema beim ersten Mal: „Wie fiebern los!… Countdown für eine verrückte Reise“
Hier ein Zeitungsbericht
Beim zweiten Mal war das Thema „Auf der Suche nach dem einzig wahren Schatz“.  Hier ein Bericht auf der Homepage der Stadt, der auch etwas mehr über die Bedeutung berichtet.
(Hier geht es zu den Videos)
Das neue Thema ist noch geheim. Wir dürfen gespannt sein, was die Kinder auf der Bühne des Bürgerhauses  präsentieren werden.

Wie in jedem Jahr beginnt jetzt wieder der Wettbewerb „Jugend Musiziert“. In der Vergangenheit waren unsere Kinder insbesondere die Harfenklasse sehr erfolgreich.
Aber auch bei andern Instrumenten gibt es beachtliche Erfolge. Hier ein Bericht der Rundschau über einen unserer Preisträger 2015.

Harfenensemble

Hier stimmt sich unsere Harfenklasse der Alterstufe II auf den Wettbewerb ein, Warten wir´s ab, wie sie in diesem Jahr abschneiden. Unser  Eindruck von heute war vielversprechend !

Dass bei so einer soliden Basisarbeit (es gibt z.Zt. 1300 Schüler) auch besondere Talente entdeckt und gefördert werden, bleibt nicht aus. Marius Peters hat hier begonnen, in Osnabrück und Köln studiert, arbeitet als erfolgreicher Jazzmusiker und ist seit kurzem auch an der Musikschule unserer Stadt als Dozent tätig.

Unter dem Titel „Hürther Musiker räumt Preise ab“  können wir im Hürther Wochenende vom 27.1.16 mehr erfahren. (Hier der Text auf der Homepage der Stadt)
Dirk Breuer fasst es gut zusammen: „Hürth führt – auch musikalisch“- Wo er recht hat, hat er recht.

Da irritiert es doch sehr, wenn in seiner Partei beim Wort „Sparen“ immer zuerst an die Beschneidung der wertvollen Arbeit der Musikschule gedacht wird.  (mehr darüber)

Möglicherweise wissen sie nicht, dass die Aktivitäten, die über die normale Arbeit unserer Musikschule hinausgehen, aus Mitteln des Bundes, des Landes und aus Spenden von Stiftungen, Firmen und vielen Privatleuten bezahlt werden. Dies sind im Jahr 5-stellige Eurobeträge für die Kinder von Hürth. Die Mittel sind zweckgebunden und gehen an engagierte, kompetente Teams, wie wir sie mit Ruddi Sodemann und seinen Mitstreitern haben.

Es ist nicht zulässig, dass die Basisarbeit daraus bezahlt wird, damit sich die Stadt zurückziehen kann.

Eine Einladung an die Ratsmitglieder: Kommen Sie und sehen Sie, was diese Schule leistet für Bildung, Soziales und Inklusion in unserer Stadt.

Flüchtlinge in Hürth : Wie gehen wir damit um?

Foto:  David Boventer¶

Am Montag, dem 7.12., haben die SPD und FDP-Piraten-Fraktion die Hürther Bürgerinnen und Bürger zu einer gemeinsamen, offenen Fraktionssitzung in der Friedrich-Ebert-Realschule geladen. Einziges Thema war die Flüchtlingssituation in Hürth, zu der Sozialdezernent Jens Menzel, der ebenfalls geladen war, detailliert mit Zahlen und Fakten informieren konnte. Die an die 120 Besucher hatten so die Gelegenheit, sich über die Möglichkeiten der Mithilfe bei der Integration, der Anzahl zu erwartenden Flüchtlinge, die existierende und geplante Unterbringung, aber auch der zu erwartenden Kosten und finanziellen Belastungen zu informieren. „Ohne die große ehrenamtliche Hilfe wäre eine Willkommenskultur gar nicht möglich!“ bedankte sich Alexandra Osburg (Piratenpartei) bei den vielen Unterstützern der Brücke der Kulturen (Asylcafé), der Kleiderkammer, dem ZMO und der Hürther Tafel in ihrem Begrüßungswort. Die ehrenamtlichen Helfer wünschen sich ihrerseits mehr Unterstützung der Stadt.

Hintergrund der Veranstaltung war ein von CDU und Grünen abgelehnter Antrag der FDP-Piraten Fraktion, die eine Informationsveranstaltung für alle interessierten Bürger veranstalten wollten. CDU/Grüne wollten jedoch nur im direkten Umfeld der Unterkünfte informieren. Weitere Anträge in dieser Richtung wie eine Hilfe-App für Flüchtlinge oder Freifunk in Flüchtlingsunterkünften haben sich bisher ebenfalls nicht durchgesetzt. So hat die kleine, zwei personenstarke FDP-Piraten Fraktion – neben Osburg noch bestehend aus Saleh Mati (FDP), der die Podiumsdiskussion moderierte – mit Unterstützung der SPD die Informationsveranstaltung selbst organisiert.

Offene Fraktionssitzung

Weiterhin standen noch Stephan Renner und Margit Reisewitz (beide SPD) den Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort. Margit Reisewitz stellte die verschiedenen Ansprechpartner bei Stadt und Hilfsorganisationen vor, an die sich Hilfswillige wenden können. Sie ermunterte  die Anwesenden auf ihre Nachbarn in den Flüchtlingsunterkünften zuzugehen. „Nehmen Sie Kontakt auf, sprechen Sie miteinander, dies kann ein erster Schritt zur Integration sein“, sagte sie.

Fazit des Abends: die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist nach wie vor enorm, aber auch der Informationsbedarf. Saleh Mati lobte die gute Zusammenarbeit zwischen SPD und seiner Fraktion bei der Organisation dieser Veranstaltung. Weiter zeige der Zuspruch aus der Bevölkerung, dass sich die Arbeit gelohnt habe und bedankte sich bei den Besuchern für ihre Teilnahme.

„Ohne das ehrenamtliche Engagement hätten wir die Aufgabe nicht stemmen können. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass diese Arbeit fortgesetzt und unterstützt wird“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Stephan Renner schließlich.

 

Krankenhausreform überwiegend positiv gesehen beim Parlamentarischen Abend der Sana-Kliniken in Düsseldorf

Zum ersten Mal lud die Sana Kliniken AG ein zu einem Parlamentarischen Abend in die Villa Horion (Bild oben: Landtag NRW / Foto: B.Schälte) in Düsseldorf. , Dabei ging es um die Krankenhausreform, die zum 1.1.16  in Kraft treten wird. Dieses Gesetz hat erhebliche Bedeutung für die Krankenhausstruktur mit Auswirkungen auf Länder, Gemeinden, Träger, Kassen und Patienten. Eingeladen waren Gesundheitsexperten sowie Landes- und Kommunalpolitiker. Prominenteste Referentin war die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW, Frau Barbara Steffens. Weitere Vortragende waren Dr. Michael Philippi, Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken AG, Herr Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung und Herr Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK.

Die einhellige Meinung der Referenten war, dass das Krankenhausstrukturgesetz, nachdem es Anfang Oktober nochmals verändert worden war,  ein Schritt in die richtige Richtung sei, denn die Zukunft sei gekennzeichnet von Fragen der Versorgung der Patienten in der Fläche, der Qualität des Angebots und natürlich der Finanzierung. Allgemein bemängelt wurde, dass das neue Gesetz keine Investitionsförderung vorsieht. Kritik kam auch vom Vertreter der Krankenkassen, der trotz Mehrausgaben keine Verbesserung der Versorgung erkennen konnte. Er befürchtet jetzt Zusatzbeiträge der Kassen.

Im Gespräch mit den beiden Geschäftsführern des Sana Krankenhauses Hürth, Herrn Dr. Rainer Trapp und Frau Ulrike Hoberg, wurde klar, dass das Hürther Krankenhaus gut dasteht. Mit 135 Betten gehört es zwar zu den kleineren Häusern, ist aber voll ausgelastet. Der Bau der Notarztstation erleichtert den Einsatz der Feuerwehr und ist auf gutem Wege. Insgesamt ist das Krankenhaus über Hürth hinaus attraktiv und eine wichtige Säule der Gesundheitsversorgung in Hürth.