Archiv der Kategorie: Schulen

Lernen in der Natur – Grünes Klassenzimmer im Burgpark

Am 4.10.18 wurde das Grüne Klassenzimmer im Burgpark Hermülheim eingeweiht, ein Projekt mit langem Vorlauf, das den Baumlehrpfad von 2014 ergänzt. Auf diesem Lehrpfad können 28 verschiedene Baumarten des Burgparks mit Hilfe eines QR-Codes identifiziert und ihre Beschreibungen auf dem Smartphone abgerufen werden.

Federführend bei beiden Projekten war Herr Thomas Knechten, stellv. Leiter des Ernst-Mach-Gymnasiums, der von vielen Seiten unterstützt wurde, z.B.durch den BUND, die Stadtwerke, die Lokale Agenda Hürth sowie Sponsoren.

Das Grüne Klassenzimmer ist zwar vom EMG eingerichtet worden und wurde gleich von der 5a getestet, es steht aber allen Schulen offen, die ihre Klassenzimmer verlassen und im Park unterrichten wollen.

Was ist der Stadtspitze unsere Musikschule wert?

 Die Josef-Metternich Musikschule unserer Stadt ist für ihre gute Arbeit bekannt. Zur Zeit hat sie die Rekordzahl von 1800 Schülerinnen und Schülern. Damit erreicht sie rund ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen während ihrer Schulzeit. Regelmäßig nehmen einige von ihnen am Landes- und Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ teil, viele erringen gute bis sehr gute Plätze. Das Sommerfest am 1.7.18 war ein großartiger Beweis dafür, welche Breite das Unterrichtsangebot umfaßt. Alle Altersklassen waren vertreten, das Programm erstreckte sich über mehr als vier Stunden.

Die Musikschule pflegt den Kontakt zu Schulen und Kindergärten; im Jekits-Projekt können Kinder sich mit verschiedenen Instrumenten vertraut machen, an den weiterführenden Schulen werden Workshops angeboten. Die Baglama (türkische Laute) wird so erfolgreich unterrichtet, dass es einen Bundessieger mit dem Instrument gab. Es hat Musikaustausche gegeben mit Polen und Chile, die für alle Beteiligten eine Bereicherung waren. In diesen Tagen erarbeiten zum vierten Mal Schüler und Lehrer ein Musical an der Deutschherrenschule.

Auch im Erwachsenen- und Seniorenbereich hat die Musikschule ihre Teilnehmerzahlen gesteigert, die Seniorenstreicherklasse und das Veeh-Harfen-Ensemble erfreuen sich großer Beliebtheit.

Dies ist nur eine Auswahl der vielen Projekte, die zusätzlich zum „normalen“ Unterricht stattfinden und von allen Musikschullehrern getragen werden. Motor und Seele dieser vielfältigen Aktivitäten ist der Musikschulleiter Ruddi Sodeman, der aber zum 31.10.18 in den Ruhestand gedrängt wird.

Jetzt ist die Ausschreibung für seine Nachfolge veröffentlicht, die mit aller Schärfe klarmacht, was der Stadtspitze unsere Musikschule wert ist. Sie sucht allen Ernstes einen Musikschulleiter ohne Musikstudium, ein Verwaltungsfachwirt erscheint ihr geeignet, die aufgelisteten vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Ein musikpädagogisches Studium ist erwünscht, aber nicht Bedingung. Auch soll die neue Leitung in einer niedrigeren Entgeltgruppe eingeordnet werden mit noch geringerem Gehalt in der Probezeit.

Diese Ausschreibung ist ein Schlag ins Gesicht des Personals unserer Musikschule. Abgesehen davon, dass die Einstellung einer Verwaltungsfachkraft als Musikschulleiter den Rauswurf aus dem Verband der Musikschulen bedeuten würde, hätte die Stadt auch den jährlichen Verlust von 15 000 Euro Förderung durch das Land zu verkraften. Dies wäre Geldverschwendung und ein Prestigeverlust.

Was also will unsere Stadtführung? Offensichtlich ist ihr der qualitativ hochwertige Fortbestand unserer Musikschule gleichgültig, man wünscht sich einen willfährigen Sachbearbeiter, der den Stadtoberen nicht in die Quere kommt. Hier ist Widerstand angesagt, um zu verdeutlichen, welcher Gefahr unsere Musikschule ausgesetzt ist.

Deutschherrenschule : Ein buntes Fest nach 60+1 Jahren

Am Samstag, 16.6.18 feierte die Deutschherrenschule ihr Sommerfest, dieses Mal unter dem Motto 60 +1 Jahr. Dieses Motto ist dem letzten Jahr zu verdanken, als das Jubiläum nicht gebührend begangen werden konnte, weil der Schulhof, der gründlich saniert und neu gestaltet worden war, nicht rechtzeitig fertig war. Bei diesem Schulhof, der der größte aller Grundschulen in Hürth ist, mussten Asphaltflächen gegen Pflaster ausgetauscht, die Kanäle saniert und die Zugänge zu den Gebäuden barrierefrei gemacht werden. Die Spielfläche wurde neu gestaltet, Spielgeräte zur Förderung von Konzentration und Motorik sowie eine Rollstuhlwippe wurden eingerichtet.

All dies konnte jetzt mit dem Sommerfest gefeiert werden. Getreu dem Motto 60+1 gab es traditionelle Spiele wie Sackhüpfen und Dosenwerfen. Jede Klasse hatte einen Stand, an dem ein Spiel angeboten wurde; der Förderverein verkaufte Schul-T-Shirts und die Tombola war so beliebt, dass schon vorzeitig alle Gewinne ausgegeben waren.

Die Schulleiterin Kerstin Schiel (rechts) freut sich mit der ganzen Schule.

Wir freuen uns mit der Schule über den schönen Schulhof und wünschen ihr weiterhin alles Gute bei ihrer erfolgreichen Arbeit.

Schüler sind STARS an der Hauptschule Kendenich

Am 6.11.17 feierte die Gemeinschaftshauptschule Kendenich einen ungewöhnlichen Geburtstag: 34 Jahre! Die Schule hat allen Grund, stolz zu sein, sie ist ausgezeichnet worden mit dem Berufswahl-Siegel, das für vorbildliche Berufsorientierung vergeben wird und sie ist MINT-Schule, das heißt, sie leistet Besonderes in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Mit Recht wies die Schulleiterin, Frau Rita Röbel, auf diese Anerkennung hin, die der Schule von außen zugesprochen worden ist. Was aber noch beeindruckender in der Veranstaltung war, ist die Tatsache, dass Schülerinnen und Schüler der 9. Und 10. Klasse freimütig über ihren schulischen Lebensweg berichteten, der sie manchmal eher gegen ihren Willen an diese Schule geführt hatte, aber alle Schülerinnen und Schüler bekannten, dass diese Schule für sie ein Glücksfall war, da sie ihre Talente erkannt und gefördert hat, so dass sie heute ihren Weg gefunden haben.

Frau Röbel betonte, dass kein Schüler ihre Schule verlässt, ohne einen Ausbildungsvertrag zu haben oder an einer beruflichen Maßnahme teilzunehmen, denn die Schule arbeitet mit Partnern wie Infraserv, Evonik, den Stadtwerken ode Aldi zusammen . Auch das von der IHK initiierte Projekt „Ausbildungsbotschafter“, bei dem Jugendliche, die eine Ausbildung absolvieren, den Schülerinnen und Schülern von ihren täglichen Erfahrungen berichten, wird an der Hauptschule Kendenich praktiziert und eröffnet ganz persönliche Einblicke.

Um sich noch mehr auf die Förderung jedes einzelnen Schülers zu konzentrieren, gibt es ab dem Schuljahr 2018/19 die STAR-Klasse, in der nicht nur die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch unterrichtet werden, sondern es auch besondere Angebote in Sport, Chemie, Physik und Technik gibt, die sehr praxisorientiert ausgerichtet sind. Hier sollen die Stärken der Kinder unterstützt werden.

Wer die Schule näher kennenlernen möchte, kann das am Tag der offenen Tür tun: 9.12.17 von 9-12 Uhr.

Für die Eltern der Grundschulkinder in der 4. Klasse gibt es einen zentralen Informationsabend im Römersaal des Bürgerhauses am 20.12.17 um 19 Uhr.

Die fröhlichen Geburtstagsgäste

Erwachsenengebühren an der Musikschule werden nicht erhöht

In der Sitzung des KSB (Ausschuss für Kultur, Sport und Bäder) v. 27.9.17 waren die Erwachsenengebühren an der Musikschule erneut Thema. Die Verwaltung hatte Zahlen vorgelegt, die insgesamt belastbarer waren als bisherige Vorlagen. Danach liegt der Deckungsgrad unter Berücksichtigung aller Kosten:

für Einzelunterricht bei 74%

für altersgemischte Ensembles bei 87%

für Erwachsenenensembles bei 100,,6%

Würde man diese Lücke schließen, müsste die Gebühr von jetzt 146,80 im Monat bei 45 Minuten Unterricht auf 198,38 Euro steigen.

Dies hält auch die CDU für nicht zumutbar.

Wenn die Erwachsenen auf Grund einer solchen Erhöhung den Unterricht beendeten, würde sich das Defizit der  Stadt erhöhen. Denn die Gebühren übersteigen ja jetzt bereits die variablen Kosten. Die Fixkosten blieben  auch nach Einstellung des Erwachsenenunterrichts erhalten.

Unklar blieb in der Verwaltungsvorlage jedoch, wie hoch der Anteil der Verwaltungskosten ist, die der Musikschule zugerechnet werden. Neben dem Musikschulleiter wird auch der Kulturamtsleiter als Kosten aufgeführt. Hier muss geklärt werden, mit welchen Anteil seiner Arbeitskosten der Amtsleiter  die Musikschule belastet. Er ist ja außerdem für das Bürgerhaus, die Stadtbücherei und das Stadtarchiv zuständig.

Unklar ist auch, wie die Verwaltungskostenpauschale von 41.504 Euro begründet wird. Denn viele Verwaltungstätigkeiten, die früher von Ämtern im Rathaus geleistet wurden, sind von der Musikschule übernommen worden. Hier gilt es zu klären, ob nicht Verwaltungskosten doppelt berechnet werden. Falls diese Kosten zu hoch angesetzt sind, würde sich der Deckungsgrad der Erwachsenengebühren noch erhöhen.

In dieser Sitzung des KSB wurde noch keine Erhöhung der Erwachsenengebühren beschlossen. Hier schreckte man vor einer solch drastischen Maßnahme zurück. Das heißt allerdings nicht, dass das Thema vom Tisch ist. Es wurde bereits angekündigt, es in den Haushaltsberatungen wieder aufzunehmen. Es gilt also für uns, wachsam zu sein.

Keine Honorarkräfte für Unterricht an der Musikschule! ?

CDU kanzelt Elternvertreter ab

In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Bäder war der Elterbeirat der Musikschule laut Tagesordnung eingeladen, zu der Vorlage vom 28.6.17, also zum Thema Honorarkräfte  für den Unterricht , Stellung zu nehmen.

Anscheinend ist das Thema „Honorarkräfte“ aus der Sicht der CDU erledigt.  Denn zum Erstaunen vieler Anwesender bat der Vorsitzende Lang den Elternvertreter Mertens, nicht zum Thema, sondern zur „Zukunftsfähigkeit“ der Musikschule Stellung zu nehmen. Das wäre eigentlich eine Frage an den Musikschulleiter gewesen .

Herr Mertens trug gemäß der Tagesordnung die Bedenken der Eltern ruhig und sachlich vor. Er betonte, dass die Eltern die Qualität des Unterrichts gefährdet sehen. Einmal weil Honorarkräfte nicht an das pädagogische Konzept der Musikschule gebunden werden können und weil bei Honorarkäften mit höherer Fluktuation der Lehrkräfte gerechnet werden muss.  Schließlich werde, zumindest nach den Zahlen eines einschlägigen Urteils des Landessozialgerichts, kein Geld gespart.

Honrarkräfte seien grundsätzlich aber für einzelne Projekte denkbar.

Nach dem Vortrag von Herrn Mertens kanzelte Her Rock ihn ab, er habe nur die Verwaltungsvorlage zu Honorarkräften erläutert, man habe aus seinen Worten nichts Neues gelernt. Allerdings widerlegte er sich sofort selber, als er Herrn Mertens unterstellte, er habe die Verwaltungskosten für Honorarkräfte „ausgenullt“, was Herr Mertens sofort richtigstellte. Hier wird deutlich, dass Herr Rock, der ja angeblich die Verwaltungsvorlage so gut kannte, übersehen hatte, dass darin die Existenz von Verwaltungskosten für Honorarkräfte bestritten wurde,  Auf diese Art erscheinen Tarifkräfte natürlich teurer .

Auch in der anschließenden Diskussion versuchte die CDU vom Thema abzulenken. Es wurde deutlich, dass die Musikschule für CDU/Grüne nur ein Kostenfaktor ist. Sie sind nicht bereit, die ausgezeichnete und überregional bekannte Arbeit wertzuschätzen und zu unterstützen. Um es ganz klar zu machen: eine Musikschule, die überwiegend mit Honorarkräften arbeitet, kann das nicht leisten, was unsere Musikschule bietet (kein Jekits, kein Musikaustausch, Jugend musiziert und vieles mehr), stattdessen erhöhte Fluktuation der Dozenten und eine Vorprogrammierung von Altersarmut bei gleichzeitiger Rechtsunsicherheit. Ist das die Zukunft unserer Musikschule?

Wir hoffen, dass dies nur „Rückzugsgefechte“ von CDU und Grünen waren und nun das Thema „Honorarkräfte“ erledigt ist.

 

Unsere Gesamtschule feiert ihr neues Gebäude

Bürgermeister Breuer hat seinen Frieden mit ihr gemacht

Kurz nach Beginn des neuen Schuljahres feierte die Gesamtschule Hürth am 8.9.17 ihren Einzug in den Neubau. Nach einer Bauzeit von zwei Jahren konnte die Gesamtschule aus ihrem Provisorium an der Bonnstraße im Gebäude der ehemaligen Dr. Kürten-Schule in die Nachbarschaft des Albert-Schweitzer-Gymnasiums umziehen. Trotz aller Unkenrufe sind der Zeitplan eingehalten und der geplante Kostendeckel von 40 Millionen Euro sogar unterschritten worden.

Ein Saxophon-Trio zeigt sein Können.

Die vier Jahrgänge, die jetzt eingezogen sind, finden ein Gebäude vor, das den Anforderungen moderner inklusiver Pädagogik genügt, denn von den 463 Schülerinnen und Schülern haben 44 Förderbedarf. Besonders stolz ist die Schule auf ihre „Lerninseln“ für jede Jahrgangsstufe mit Differenzierungsräumen und Lehrerstation, bestens ausgestatteten Fachräumen, zu denen auch eine Bibliothek gehört. In der Mensa finden 240 Personen Platz. Die Schule arbeitet mit modernen digitalen Medien, so sind alle Unterrichtsräume mit Beamer und WLAN versorgt.

Bürgermeister Breuer konnte in seiner Rede nicht verschweigen, dass diese Schule umstritten war. Diese Formulierung ist erläuterungsbedürftig, es war vielmehr so, dass die CDU mit allen Mitteln versuchte,  die Gesamtschule zu verhindern. Deshalb entdeckte Herr Breuer z.B. den Schutz von seltenen Tieren. Der Widerstand der CDU gipfelte in dem Versuch, die Oberstufe abzuspalten.

Walther Boecker freut sich mit mir über den gelungenen Neubau.

Nur dem Engagement von Eltern und Schülern, aber auch und nicht zuletzt vom früheren Bürgermeister Boecker, der SPD, den Grünen und Ratsmitglied Saleh Mati war es zu verdanken, dass dieses Vorhaben verhindert werden konnte.

Nun spricht Bürgermeister Breuer von einer „Bereicherung der Schullandschaft“. Diese Einschätzung können wir nur unterstreichen. Da Herr Breuer darauf hinwies, dass die Einweihung am „Tag der Vergebung“ stattfand, nehmen wir dies als Aufforderung, ihm seine früheren Aktionen zu vergeben. Richten wir den Blick nach vorne, denn es gibt genügend Probleme in dieser Stadt, die es zu lösen gilt, deshalb ist konstruktive Arbeit gefragt.

vlnr.: Günter Reiners, Katrin Härtl, Silvia Lemmer, Michael Kleofasz, Katja Niewisch, Stephan Renner, Margit Reisewitz, Walther Boecker, Schulleiterin Sabine Sommer

Wir wünschen der Gesamtschule in ihrem neuen Gebäude einen guten Start und erfolgreiche Arbeit für die kommenden Jahre. Möge ihr Motto: „Dem Lernen eine gute Zeit geben“ sich für alle Schülerinnen und Schüler bewahrheiten.

Die merkwürdigen Rödl-Rechnungen

Die Firma Rödl&Partner hat für die Stadt Hürth eine Organisations- und „Effizienz“-Untersuchung angestellt und dafür 50.000 Euro erhalten.

Rödl&Partner behaupten, dass durch teilweisen Einsatz von Honorarkräften statt Tarifmitarbeitern in der Musikschule sich große Einsparungen erzielen lassen, bei 50% Honorarkräften sollen es 285.084€ pro Jahr sein.

In diesem Beitrag interessieren uns vor allem die Zahlen, die auch im Ausschuss für Kultur, Bäder und Sport vom 28.6.17 diskutiert wurden. Die negativen Auswirkungen auf die Qualität unserer Schule und die rechtlichen Risiken sollen an anderer Stelle diskutiert werden.

  1. Honorarkosten

Rödl&Partner behaupten, dass die Jahreswochenstunde einer Honorarkraft 884 Euro kostet. Bezahlt man die Zusammenhangskosten (Konferenzen, Konzerte, Elterngespräche) wie eine Unterrichtsstunde, kostet die Jahreswochenstunde 1.532€ (lt. Vorlage vom 28.6.17). Im Prozess vor dem LSG Münster vom 6.7.16 ging es um eine Honorarkraft, für die 23,50€ je Unterrichtseinheit bezahlt wurden und entsprechend alle Zusammenhangstätigkeiten. Die Jahreswochenstunde kostet dann einschließlich Künstlersozialkasse 1806,05€. Diese 23-24€ je Unterrichtseinheit werden auch an vielen anderen Schulen bezahlt. Es mag Musikschulen geben, die einen Stundensatz berechnen, wie ihn Rödl&Partner unterstellen. Wenn es jedoch an anderer Stelle insbesondere für examinierte Musikschullehrer 20% mehr Honorar gibt, ist die Versuchung groß, sich eine andere Schule zu suchen.

  1. Lohnkosten der Tarifkräfte

Die Kosten einer Jahreswochenstunde einer Tarifkraft wurden von Rödl&Partner mit 2500€ angegeben. Das verwundert, denn die Lohnkosten einer durchschnittlichen Tarifkraft einschließlich Lohnnebenkosten führen zu einem Preis von 1710,86 € (also weniger als für eine Honorarkraft).

Die Erklärung für diese merkwürdige Rödl-Zahl liegt vermutlich im Folgenden:

  1. Sachaufwendungen

In der Vorlage vom 28.6.17 wird behauptet, dass für Tarifkräfte durchschnittlich 5.132,84€ Sachaufwendungen anfallen, die angeblich bei Honorarkräften nicht entstehen. Für die 14 VZÄ-Stellen bedeutet dies fast 72.000€ für die ganze Musikschule.

Dies ist natürlich Unsinn. Unsere Verwaltung kennt den Haushalt 2017. Danach gibt es 33.940€ Sachaufwendungen für die ganze Musikschule. Nun kann man die Positionen untersuchen, bei denen es Einsparpotential durch Honorarkräfte gibt. Einzig bei der Lehrerfortbildung mit 1600€ kann man sich Ersparnisse durch Honorarkräfte vorstellen. Je Vollzeitstelle sind das also 114,28€ pro Jahr. Wie lange darf eine Besprechung dreier Amtsleiter dauern, bis diese 114,28€ verbraucht sind?

  1. Verwaltungsgemeinkosten

Es ist richtig, dass die Beschäftigung von Personal Verwaltungskosten erfordert. Dies gilt für Tarifmitarbeiter aber grundsätzlich auch für Honorarkräfte. In der Vorlage vom 28.6.17 wird aber unterstellt, dass dies für Tarifkräfte durchschnittlich 7.698,88€ sind. (für die 14 Stellen also zusammen 107.784,32€)

Für die Honorarkräfte fallen angeblich keine Kosten an. Dies ist abwegig.

  • Der Abschluss eines Arbeitsvertrags verursacht Kosten.
    Der Abschluss eines Honorarvertrags nicht?
  • Die Bezahlung des Monatsgehalts verursacht Verwaltungskosten.
    Die Bearbeitung und Bezahlung einer Rechnung nicht?
  • Die Prüfung eines Arbeitsverhältnisses durch das Rechnungsprüfungsamt verursacht Kosten. Die Prüfung der Honorarrechnungen nicht?

Die Verwaltung sollte sich auf die eigene Kompetenz verlassen und nicht den abwegigen Vorstellungen von Rödl&Partner folgen.

Wenn man den Angaben der KGSt für die Verwaltungsgemeinkosten Glauben schenken darf, liegt dieser Kostenblock für ganz Hürth bei mehreren Millionen Euro. Die Verwaltung sollte wissen, wofür dieses Geld ausgegeben wird. Wenn man die Einsparmöglichkeiten durch Honorarkräfte wissen möchte, ist das Vorgehen folgendes:

Es ist zu prüfen,

  • welche dieser Leistungen auf Musiklehrer zutreffen und dann
  • welche Leistungen bei Honorarkräften wegfallen bzw. hinzukommen.

Man darf vermuten, dass die Einsparungen für 10% Honorarkräfte äußerst gering sind.

Man kann nur Kosten einsparen, die tatsächlich anfallen. Nur eine andere Kalkulation, ohne dass tatsächlich Aufwendungen verringert werden, führt nicht zu einer Entlastung des Haushalts.

 Eine Einsparmöglichkeit hat die Stadt ausgelassen im Gegensatz zur Stadt Solingen, bei der Rödl&Partner ebenfalls ein mangelhaftes Gutachten abgeliefert hat.
Die Rheinische Post berichtete im Januar 2017:

„Weniger begeistert zeigte sich Kurzbach hingegen über die Beraterfirma Rödl & Partner, die 2016 in einem Gutachten aus Sicht der Stadt unzureichende sowie sachlich falsche Sparvorschläge zur BSG gemacht hatte. Demententsprechend befinde man sich mit Rödl & Partner in einer „strittigen Auseinandersetzung“, so der Stadtchef.“

Wir können davon ausgehen, dass das Honorar nicht in voller Höhe ausbezahlt wurde.

Die CDU unterstellte in der Sitzung des KSB der SPD, dass sie keine Kostenprüfung wolle. Die SPD befürwortet Überprüfungen. Sie müssen jedoch qualifiziert sein. Und der Aufwand muss in einer sinnvollen Relation zum Einsparergebnis stehen.

Wir sollten aufhören, Steuergelder für mangelhafte Gutachten auszugeben.

Goldenberg-Europakolleg und weiterführende Schulen vereinbaren Kooperation

Zu einem runden Tisch der weiterführenden Schulen hatte das Goldenberg-Europakolleg am 3.4.17 eingeladen, um die Bildungsgänge und die Arbeit des Berufskollegs vorzustellen und Bedarfe und Kooperationsmöglichkeiten mit den anderen weiterführenden Schulen auszuloten. Alle Schulen der Sekundarstufe waren der Einladung gefolgt, die ich im Namen des Schulleiters, Herrn Herwartz, ausgesprochen hatte, so dass Hauptschule, Realschule, die beiden Gymnasien und die Gesamtschule vertreten waren.

(vrnl) Frau Drechsler, Herr Herwartz, (beide Goldenberg-Kolleg) Frau Reisewitz

Herr Herwartz stellte zuerst die Bildungsgänge dar, die an seiner Schule durchlaufen und zu verschiedenen Abschlüssen geführt werden können, das reicht vom Nachholen des Hauptschulabschlusses Klasse 9 über den mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife) über die Fachhochschulreife bis zur allgemeinen Hochschulreife mit der Befähigung zum Universitätsstudium. Das Goldenberg-Europakolleg bietet sowohl Berufsvorbereitung (bei fehlendem Hauptschulabschluss) als auch die Möglichkeit an, nach Abschluss der Berufsfachschule und Qualifizierungsvermerk die gymnasiale Oberstufe zu besuchen. Die Bildungsgänge sind so vielfältig, dass sie zwei DIN-A 3 Blätter benötigen, um dargestellt zu werden. Herr Herwartz warb dafür, diese Möglichkeiten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, er meinte, dass schon die Eltern der Viertklässler mit einbezogen werden müssten, damit für die Schüler Umwege vermieden werden, denn viele Jugendliche sind besser im Beruf aufgehoben als in einem Studium.

(vrnl) Frau Willenbrink(ASG), Herr Welz, Herr Schröder (beide EMG)

Aktuell besuchen das Goldenberg-Europakolleg 1979 Schüler, davon 70% die Berufsschule. In einer internationalen Förderklasse werden Flüchtlinge auf die Anforderungen des Schulbesuchs vorbereitet, teilweise ist es nötig, sie zu alphabetisieren. Praktika (auch im Ausland) spielen im Bildungsgang des Goldenberg-Europakollegs eine große Rolle. Hier erkennen die Schüler am besten, wofür sie lernen. Bei einem Rundgang durch die Werkstätten der Schule wurde der Praxisbezug deutlich.

(vrnl) Frau Siegmann, Frau Scherer (beide Friedrich-Ebert-Realschule), Frau Röbel (Hauptschule Kendenich), Frau Sommer (Gesamtschule)

Anschließend wurden die Möglichkeiten der Kooperation diskutiert. Die Beratung durch das Berufskolleg an den Gymnasien soll ausgebaut werden, um den Eltern klarzumachen, dass Alternativen zur Laufbahn am Gymnasium bestehen. Die Berufsfelderkundung, die jetzt für Klasse 8 an allen Schulen verbindlich ist, soll vom Goldenberg-Europakolleg unterstützt werden zum Beispiel durch gegenseitige Hospitationen. Vereinbart wurde auch, einen Arbeitskreis der Berufswahlkoordinatoren aller Schulen zu bilden, um sich auszutauschen und Kooperationen zu vereinbaren. Das erste Treffen findet statt am 29.5.17 um 14 Uhr im Goldenberg-Europakolleg . Der Schulleiter, Herr Herwartz, wird zur nächsten Stadtschulleiterkonferenz im Oktober eingeladen.

Damit hat der runde Tisch bereits Früchte getragen und der Startschuss ist gegeben für eine engere Zusammenarbeit der weiterführenden Schulen, die sicher für alle Beteiligten vorteilhaft ist.

Es gibt doch Nachfrage nach Wohncontainern

Im Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr vom 30.8.2016 wurde von Amtsleiter Stähler behauptet, dass der Wohncontainer  in Kalscheuren mangels Nachfrage nicht zu verkaufen wäre. Dies dürfte  falsch sein. Zumindest die Stadt Köln will statt Leichtbauhallen Wohncontainer beschaffen.
(siehe KStA vom 21.9.16)

Ebenso falsch sind die Einlassungen von Bürgermeister Breuer im Ausschuss, dass das Versetzen und der Umbau des Containers für Schulzwecke, die wirtschaftlichste Lösung sei. Es fehlen für so eine Aussage Kostenbetrachtungen für Heizung , Reinigung und Instandhaltung. Allein der Arbeitspreis (z.B. Fernwärme –  Öl und Gas sind kaum billiger)  für die Heizung der eigentlich nicht benötigten Flächen dürfte 1100 Euro pro Jahr übersteigen.

Beim gesamten Verfahren stört, dass pädagogische Argumente (siehe auch hier)  keine Rolle spielen sollten. So wurde die Schulleiterin nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen und auch der für Schulen zuständige Ausschuss (BSI) wurde nur informiert.

Wenn man sieht, dass für die Schulanbauten in Efferen 2,3 Mio  Euro ausgegeben werden, zweifelt man doch am Engagement des Bürgermeisters Breuer für die Gleueler Kinder und Eltern.