Archiv der Kategorie: Musik

Erwachsenengebühren an der Musikschule werden nicht erhöht

In der Sitzung des KSB (Ausschuss für Kultur, Sport und Bäder) v. 27.9.17 waren die Erwachsenengebühren an der Musikschule erneut Thema. Die Verwaltung hatte Zahlen vorgelegt, die insgesamt belastbarer waren als bisherige Vorlagen. Danach liegt der Deckungsgrad unter Berücksichtigung aller Kosten:

für Einzelunterricht bei 74%

für altersgemischte Ensembles bei 87%

für Erwachsenenensembles bei 100,,6%

Würde man diese Lücke schließen, müsste die Gebühr von jetzt 146,80 im Monat bei 45 Minuten Unterricht auf 198,38 Euro steigen.

Dies hält auch die CDU für nicht zumutbar.

Wenn die Erwachsenen auf Grund einer solchen Erhöhung den Unterricht beendeten, würde sich das Defizit der  Stadt erhöhen. Denn die Gebühren übersteigen ja jetzt bereits die variablen Kosten. Die Fixkosten blieben  auch nach Einstellung des Erwachsenenunterrichts erhalten.

Unklar blieb in der Verwaltungsvorlage jedoch, wie hoch der Anteil der Verwaltungskosten ist, die der Musikschule zugerechnet werden. Neben dem Musikschulleiter wird auch der Kulturamtsleiter als Kosten aufgeführt. Hier muss geklärt werden, mit welchen Anteil seiner Arbeitskosten der Amtsleiter  die Musikschule belastet. Er ist ja außerdem für das Bürgerhaus, die Stadtbücherei und das Stadtarchiv zuständig.

Unklar ist auch, wie die Verwaltungskostenpauschale von 41.504 Euro begründet wird. Denn viele Verwaltungstätigkeiten, die früher von Ämtern im Rathaus geleistet wurden, sind von der Musikschule übernommen worden. Hier gilt es zu klären, ob nicht Verwaltungskosten doppelt berechnet werden. Falls diese Kosten zu hoch angesetzt sind, würde sich der Deckungsgrad der Erwachsenengebühren noch erhöhen.

In dieser Sitzung des KSB wurde noch keine Erhöhung der Erwachsenengebühren beschlossen. Hier schreckte man vor einer solch drastischen Maßnahme zurück. Das heißt allerdings nicht, dass das Thema vom Tisch ist. Es wurde bereits angekündigt, es in den Haushaltsberatungen wieder aufzunehmen. Es gilt also für uns, wachsam zu sein.

Keine Honorarkräfte für Unterricht an der Musikschule! ?

CDU kanzelt Elternvertreter ab

In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Bäder war der Elterbeirat der Musikschule laut Tagesordnung eingeladen, zu der Vorlage vom 28.6.17, also zum Thema Honorarkräfte  für den Unterricht , Stellung zu nehmen.

Anscheinend ist das Thema „Honorarkräfte“ aus der Sicht der CDU erledigt.  Denn zum Erstaunen vieler Anwesender bat der Vorsitzende Lang den Elternvertreter Mertens, nicht zum Thema, sondern zur „Zukunftsfähigkeit“ der Musikschule Stellung zu nehmen. Das wäre eigentlich eine Frage an den Musikschulleiter gewesen .

Herr Mertens trug gemäß der Tagesordnung die Bedenken der Eltern ruhig und sachlich vor. Er betonte, dass die Eltern die Qualität des Unterrichts gefährdet sehen. Einmal weil Honorarkräfte nicht an das pädagogische Konzept der Musikschule gebunden werden können und weil bei Honorarkäften mit höherer Fluktuation der Lehrkräfte gerechnet werden muss.  Schließlich werde, zumindest nach den Zahlen eines einschlägigen Urteils des Landessozialgerichts, kein Geld gespart.

Honrarkräfte seien grundsätzlich aber für einzelne Projekte denkbar.

Nach dem Vortrag von Herrn Mertens kanzelte Her Rock ihn ab, er habe nur die Verwaltungsvorlage zu Honorarkräften erläutert, man habe aus seinen Worten nichts Neues gelernt. Allerdings widerlegte er sich sofort selber, als er Herrn Mertens unterstellte, er habe die Verwaltungskosten für Honorarkräfte „ausgenullt“, was Herr Mertens sofort richtigstellte. Hier wird deutlich, dass Herr Rock, der ja angeblich die Verwaltungsvorlage so gut kannte, übersehen hatte, dass darin die Existenz von Verwaltungskosten für Honorarkräfte bestritten wurde,  Auf diese Art erscheinen Tarifkräfte natürlich teurer .

Auch in der anschließenden Diskussion versuchte die CDU vom Thema abzulenken. Es wurde deutlich, dass die Musikschule für CDU/Grüne nur ein Kostenfaktor ist. Sie sind nicht bereit, die ausgezeichnete und überregional bekannte Arbeit wertzuschätzen und zu unterstützen. Um es ganz klar zu machen: eine Musikschule, die überwiegend mit Honorarkräften arbeitet, kann das nicht leisten, was unsere Musikschule bietet (kein Jekits, kein Musikaustausch, Jugend musiziert und vieles mehr), stattdessen erhöhte Fluktuation der Dozenten und eine Vorprogrammierung von Altersarmut bei gleichzeitiger Rechtsunsicherheit. Ist das die Zukunft unserer Musikschule?

Wir hoffen, dass dies nur „Rückzugsgefechte“ von CDU und Grünen waren und nun das Thema „Honorarkräfte“ erledigt ist.

 

Die merkwürdigen Rödl-Rechnungen

Die Firma Rödl&Partner hat für die Stadt Hürth eine Organisations- und „Effizienz“-Untersuchung angestellt und dafür 50.000 Euro erhalten.

Rödl&Partner behaupten, dass durch teilweisen Einsatz von Honorarkräften statt Tarifmitarbeitern in der Musikschule sich große Einsparungen erzielen lassen, bei 50% Honorarkräften sollen es 285.084€ pro Jahr sein.

In diesem Beitrag interessieren uns vor allem die Zahlen, die auch im Ausschuss für Kultur, Bäder und Sport vom 28.6.17 diskutiert wurden. Die negativen Auswirkungen auf die Qualität unserer Schule und die rechtlichen Risiken sollen an anderer Stelle diskutiert werden.

  1. Honorarkosten

Rödl&Partner behaupten, dass die Jahreswochenstunde einer Honorarkraft 884 Euro kostet. Bezahlt man die Zusammenhangskosten (Konferenzen, Konzerte, Elterngespräche) wie eine Unterrichtsstunde, kostet die Jahreswochenstunde 1.532€ (lt. Vorlage vom 28.6.17). Im Prozess vor dem LSG Münster vom 6.7.16 ging es um eine Honorarkraft, für die 23,50€ je Unterrichtseinheit bezahlt wurden und entsprechend alle Zusammenhangstätigkeiten. Die Jahreswochenstunde kostet dann einschließlich Künstlersozialkasse 1806,05€. Diese 23-24€ je Unterrichtseinheit werden auch an vielen anderen Schulen bezahlt. Es mag Musikschulen geben, die einen Stundensatz berechnen, wie ihn Rödl&Partner unterstellen. Wenn es jedoch an anderer Stelle insbesondere für examinierte Musikschullehrer 20% mehr Honorar gibt, ist die Versuchung groß, sich eine andere Schule zu suchen.

  1. Lohnkosten der Tarifkräfte

Die Kosten einer Jahreswochenstunde einer Tarifkraft wurden von Rödl&Partner mit 2500€ angegeben. Das verwundert, denn die Lohnkosten einer durchschnittlichen Tarifkraft einschließlich Lohnnebenkosten führen zu einem Preis von 1710,86 € (also weniger als für eine Honorarkraft).

Die Erklärung für diese merkwürdige Rödl-Zahl liegt vermutlich im Folgenden:

  1. Sachaufwendungen

In der Vorlage vom 28.6.17 wird behauptet, dass für Tarifkräfte durchschnittlich 5.132,84€ Sachaufwendungen anfallen, die angeblich bei Honorarkräften nicht entstehen. Für die 14 VZÄ-Stellen bedeutet dies fast 72.000€ für die ganze Musikschule.

Dies ist natürlich Unsinn. Unsere Verwaltung kennt den Haushalt 2017. Danach gibt es 33.940€ Sachaufwendungen für die ganze Musikschule. Nun kann man die Positionen untersuchen, bei denen es Einsparpotential durch Honorarkräfte gibt. Einzig bei der Lehrerfortbildung mit 1600€ kann man sich Ersparnisse durch Honorarkräfte vorstellen. Je Vollzeitstelle sind das also 114,28€ pro Jahr. Wie lange darf eine Besprechung dreier Amtsleiter dauern, bis diese 114,28€ verbraucht sind?

  1. Verwaltungsgemeinkosten

Es ist richtig, dass die Beschäftigung von Personal Verwaltungskosten erfordert. Dies gilt für Tarifmitarbeiter aber grundsätzlich auch für Honorarkräfte. In der Vorlage vom 28.6.17 wird aber unterstellt, dass dies für Tarifkräfte durchschnittlich 7.698,88€ sind. (für die 14 Stellen also zusammen 107.784,32€)

Für die Honorarkräfte fallen angeblich keine Kosten an. Dies ist abwegig.

  • Der Abschluss eines Arbeitsvertrags verursacht Kosten.
    Der Abschluss eines Honorarvertrags nicht?
  • Die Bezahlung des Monatsgehalts verursacht Verwaltungskosten.
    Die Bearbeitung und Bezahlung einer Rechnung nicht?
  • Die Prüfung eines Arbeitsverhältnisses durch das Rechnungsprüfungsamt verursacht Kosten. Die Prüfung der Honorarrechnungen nicht?

Die Verwaltung sollte sich auf die eigene Kompetenz verlassen und nicht den abwegigen Vorstellungen von Rödl&Partner folgen.

Wenn man den Angaben der KGSt für die Verwaltungsgemeinkosten Glauben schenken darf, liegt dieser Kostenblock für ganz Hürth bei mehreren Millionen Euro. Die Verwaltung sollte wissen, wofür dieses Geld ausgegeben wird. Wenn man die Einsparmöglichkeiten durch Honorarkräfte wissen möchte, ist das Vorgehen folgendes:

Es ist zu prüfen,

  • welche dieser Leistungen auf Musiklehrer zutreffen und dann
  • welche Leistungen bei Honorarkräften wegfallen bzw. hinzukommen.

Man darf vermuten, dass die Einsparungen für 10% Honorarkräfte äußerst gering sind.

Man kann nur Kosten einsparen, die tatsächlich anfallen. Nur eine andere Kalkulation, ohne dass tatsächlich Aufwendungen verringert werden, führt nicht zu einer Entlastung des Haushalts.

 Eine Einsparmöglichkeit hat die Stadt ausgelassen im Gegensatz zur Stadt Solingen, bei der Rödl&Partner ebenfalls ein mangelhaftes Gutachten abgeliefert hat.
Die Rheinische Post berichtete im Januar 2017:

„Weniger begeistert zeigte sich Kurzbach hingegen über die Beraterfirma Rödl & Partner, die 2016 in einem Gutachten aus Sicht der Stadt unzureichende sowie sachlich falsche Sparvorschläge zur BSG gemacht hatte. Demententsprechend befinde man sich mit Rödl & Partner in einer „strittigen Auseinandersetzung“, so der Stadtchef.“

Wir können davon ausgehen, dass das Honorar nicht in voller Höhe ausbezahlt wurde.

Die CDU unterstellte in der Sitzung des KSB der SPD, dass sie keine Kostenprüfung wolle. Die SPD befürwortet Überprüfungen. Sie müssen jedoch qualifiziert sein. Und der Aufwand muss in einer sinnvollen Relation zum Einsparergebnis stehen.

Wir sollten aufhören, Steuergelder für mangelhafte Gutachten auszugeben.

CDU/Grüne wollen die Eltern nicht zu Wort kommen lassen

Honorarkräfte an der Musikschule:
CDU/Grüne haben Angst, die Eltern zu Wort kommen zu lassen

In dem Gutachten von Rödl und Partner, das die Mehrheitsfraktion beauftragt hatte, wird die Einführung von Honorarkräften an der Musikschule empfohlen. Es wird ein Einsparpotential von 285.000 Euro angegeben, wenn in Zukunft die Hälfte der Musikschullehrer als Honorarkräfte beschäftigt werden.

Die Sitzung des KSB am 28.6.17 sollte nun mehr Klarheit über die Vor- und Nachteile von Honorarkräften erbringen. Dazu hatte die Verwaltung eine umfangreiche Vorlage erstellt, in der erstaunlicherweise nur die Nachteile für die Stadt und die Musikschule dargestellt wurden. So beschrieb die Verwaltung die negativen Auswirkungen auf die Arbeit der Musikschule, die drohenden rechtlichen Risiken für die Stadt als Arbeitgeber sowie die geringe Fluktuation der Lehrkräfte. Der einzige Punkt, der für eine Einführung von Honorarkräften aufgeführt wurde, war die Ersparnis von rund 18.000 bis 37.000 Euro pro Jahr an Personalkosten. Diesen Punkt nahm die Verwaltung zum Anlass, doch eine Einführung von Honorarkräften zu verfolgen.

Die SPD-Fraktion untersuchte nun diese Zahlen genauer und stellte fest, dass sie falsch sind; im Gegenteil: Honorarkräfte bieten keine Kostenersparnis, wenn man richtig rechnet. In den von der Verwaltung vorgelegten Zahlen fehlen nämlich Posten wie Künstlersozialkasse oder Verwaltungskosten bei den Honorarkräften, bei den Tarifbeschäftigten nimmt man viele zu hohe Verwaltungskosten, damit die Rechnung positiv für Honorarkräfte aussieht.

Die SPD-Fraktion erläuterte diese Zusammenhänge in ihrer schriftlichen Stellungnahme, die zu Protokoll genommen wurde (ausführliche Version hier).

Diese Ausschuss-Sitzung zeigte, dass CDU und Grüne mit Zähnen und Klauen an ihrem Entschluss festhalten Honorarkräfte einzuführen, obwohl alle Argumente dagegensprechen und noch nicht einmal eine Ersparnis erreicht wird. Man will Gegenargumente nicht gelten lassen, ja, man will sie noch nicht einmal hören. Der Tiefpunkt der Kommunikation wurde erreicht, als mehrheitlich abgelehnt wurde, den Elternbeirat der Musikschule zu Wort kommen zu lassen, denn dann hätte man vielleicht auf das Argument der Qualitätsverschlechterung der Musikschule eingehen müssen. Was für eine Auffassung von Demokratie ist das?

Deshalb war es natürlich folgerichtig, dass der SPD-Antrag, die Einführung von Honorarkräften nicht weiter zu verfolgen, da sie ein Irrweg sei und die Verwaltung schon genug Arbeitsstunden gekostet hätte, ebenfalls abgelehnt wurde.

 

Orgeln haben ein interessantes Innenleben

AG 60+ besucht die Orgelfabrik Klais in Bonn

Die erste Fahrt der Hürther AG 60+ in 2017 führte am 22.4. nach Bonn zur Orgelfabrik Klais. Die Fabrik (eher ein manufaktur, gegründet 1882) befindet sich seit 1896 in der Kölnstr. 148 in Bonn. Mehr über die Orgelfabrik Klais hier.

Auch die Familie wohnt und arbeitet unter dem Dach der Werkstatt. Die Besucher konnten sich von der Vielfalt der Arbeitsschritte überzeugen, denn eine Orgel zu bauen bedeutet, sowohl handwerkliche als auch musikalische Fähigkeiten zu besitzen.

Die Besucher wurden zuerst ins Holzlager geführt, in dem vorgeschnittene Baumstämme ein bis anderthalb Jahre trocknen müssen, ehe sie verarbeitet werden können.

Die beiden Besuchergruppen wurden in die Funktion der Windladen eingeführt und lernten den Aufbau der verschiedenen Holz- und Metallpfeifen kennen.

Sie sahen auch, wo die Zinnplatten gegossen und die Pfeifen geformt werden, um dann in den Prospekt eingebaut zu werden.

Beeindruckend der Spieltisch mit 94 Registern der Orgel, die im Moment im Bau ist und in die USA geliefert werden soll.

Die Gruppe hatte viele Fragen, die alle kompetent beantwortet wurden. Beispielsweise wurde erläutert, dass eine große Orgel wie die im Kölner Dom schon einmal zwei Millionen Euro kosten kann. Auch die Orgel der Elbphilharmonie ist von Klais gebaut worden. Eine alte Sitte ist es, dass der Auftraggeber das Volumen der größten Pfeife der Orgel in Wein liefern muss, den die Mitarbeiter nach dem Bau genießen können.

Dies ist eine 16 Fuß-Pfeife (Fis). Die größte Pfeife im Kölner Dom ist doppelt so groß.

Ein beeindruckender Besuch mit vielen interessanten Informationen. Wir freuen uns auf die nächste Fahrt am 24.5.17, die nach Aachen geht.

 

Welch ein Gutachten!

Im Hauptausschuss am 24.1.17 wurde die Organisations- und Effizienzuntersuchung vorgestellt, die die Stadt beim Beratungsunternehmen Rödl und Partner bestellt hatte (Kostenpunkt 50 000 Euro). Die Firma präsentierte  in einem mündlichen Vortrag , welche Maßnahmen zu ergreifen seien, um die Verwaltung effizienter und vor allem kostengünstiger handeln zu lassen.
Der Bürgermeister konnte stolz verkünden, dass bis 2020

10 Millionen Euro eingespart

werden könnten und die Beratungsfirma konnte sich als erfolgreich präsentieren.

Zwischenzeitlich hat die Verwaltung den Abschlussbericht den Ratsmitgliedern zur Verfügung gestellt. So können wir uns selbst ein Bild davon machen, wie sorgfältig und qualifiziert die Beratungsfirma gearbeitet hat.

Das Ergebnis ist ernüchternd . Das Gutachten ist mit sehr vielen, auch leicht erkennbaren Mängeln behaftet.

Zu den „Kleinigkeiten“ gehört, dass lt. Gutachten die Gebührensatzung  der Musikschule seit 2010 nicht überarbeitet wurde. Das ist durch einfaches Lesen und Leseverstehen der Gebührensatzung als falsch zu erkennen.

Befassen wir uns aber mit größeren Mängeln. Ich konzentriere mich auf meine Themen aus dem Bildungsbereich.

Stadtbücherei

Rödl & Partner empfiehlt die Beschaffung eines RFID-Selbstbuchungssystems und rechnet mit einer Ersparnis von ca 18.000 Euro bis 2020. Ein solches System nutzt allerdings nichts, wenn man nicht die 50.000 Bücher und anderern Medien mit RFID-Chips ausstattet. Davon ist im Gutachten nicht die Rede und auch die Kosten dafür sind nicht aufgeführt.

Und ob die erhoffte Ersparnis von 0,31 Vollzeitstellenäquivalent realisiert werden kann, ist äußerst zweifelhaft. Bei einer so kleinen Bücherei wie unserer benötigt man eine Mindestpersonaldecke, um die Öffnungszeiten aufrechtzuerhalten.
So könnten aus 18.000 Euro Ersparnis leicht 50.000 Euro Defizit werden.

Musikschule

Rödl und Partner empfiehlt die Umstellung der Hälfte der Arbeitsverhältnisse unserer Musikschullehrer auf Honorarbasis.

Damit die angekündigte Ersparnis möglichst groß aussieht, gibt Rödl&Partner die Kosten für einen angestellten Musiklehrer für eine Jahreswochenstunde mit 2500 Euro an. Im Finanzausschuss vom 19.4.16 wurde die korrekte Zahl  mit 1630 Euro zur Niederschrift gegeben. Mit falschen Zahlen kann man leicht hohe Ersparnisse ankündigen.

Damit nicht genug: Rödl und Partner gehen von einer schrittweisen Einführung aus und geben die Ersparnis für 2016 mit 71.000 Euro an. Dies, obwohl das Gutachten erst 2017 fertiggestellt war und es ist für alle erkennbar, dass  mit der Umsetzung noch nicht begonnen wurde. Für 2017 werden schon 142.000 Euro angenommen. Auch diese Zahl dürfte zu den alternativen Fakten gehören.

Beschwichtigend wurde angekündigt, die Umstellung auf Honorarbasis werde  unter Zuhilfenahme von Pensionierungen vorgenommen. Allerdings geht 2017 nur ein Dozent in Ruhestand. Für 2017 bedeutet dies eine Ersparnis von ca.2000 Euro. Bis 2020 dürften die Ersparnisse bei ca. 50.000 Euro liegen. Rödl&Partner rechnet aber mit mehr als einer Miliion! Und alles steht unter dem Vorbehalt, dass die Deutsche Rentenversicherung nicht gerichtlich gegen diese Verträge vorgeht!

Was tut man nicht alles, um mit einer Zahl von 10 Millionen zu glänzen!

Dass die Rechtslage für eine solche Umstellung höchst strittig ist, sei noch einmal erwähnt.

Und wenn es gelingen sollte, rechtskonforme Verträge durchzusetzen, sind erhebliche Einbußen an der Qualität unserer Musikschule zu befürchten. Das Preisträgerkonzert von „Jugend musiziert“, bei dem unser Bürgermeister gerne die Urkunden und die Preisgelder der Kreissparkasse verteilt, dürfte dann der Vergangenheit angehören.

Dass eine Unternehmensberatung nicht die erwarteten Ergebnisse bringt, kann vorkommen. Unklar bleibt, weshalb die Verwaltung nicht die offensichtlich falschen Zahlen bemängelt.  Oder ist sie dabei, die Fehler zu korrigieren?

Vielleicht ist die Absage der Finanzausschuss-Sitzung vom 21.3.17  ein Zeichen, dass noch einmal sorgfältig nachgedacht wird!

Sport und Musik sind wie „Äpfel und Birnen“ sagt die CDU

In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Bäder vom 15.2.17 gab es neue Erkenntnisse, wie sich die Kooperation aus CDU und Grünen die Welt vorstellt. Sport und Musik sind dabei völlig unterschiedlich förderungswürdig. Sport ja – Musik nein. Der Wunsch, die Gebühren der Musikschule anzuheben, lässt dabei jede Vernunft vermissen.

Die Privatfehde einiger Ratsmitglieder (z.B. von Herrn Dr. Seydel von den Grünen) gegen unsere Musikschule treibt dabei seltsame Blüten.
Ihnen ist bekannt, dass es eine detaillierte Berechnung der Kosten insbesondere für Erwachsene gibt. Sie wurde  am19.4.2016 im Ausschuss  FBH zur Niederschrift gegeben. Statt diese aus dem Ratssystem abzurufen, verlangen Sie, dass die Verwaltung diese Zahlen noch einmal berechnet. Beschäftigungstherapie? Auch den Einwand, dass es sich im Ergebnis um Bagatellbeträge für den Haushalt handelt, wollen sie nicht gelten lassen.

Nun zur Sache:

Wirtschaftliche Betrachtung

Auf Basis der im Ratssystem hinterlegten Daten kommt man zu einem Kostendeckungsgrad von 76%.  Dazu müssen anteilig noch Landeszuschüsse berücksichtigt werden.

Wichtiger als der Kostendeckungsgrad ist allerdings der Deckungsbeitrag.

Die Gebühren für Erwachsene sind höher als die variablen Kosten (Personalkosten und Bewirtschaftungskosten). Damit leisten sie einen Beitrag zur Deckung der hohen Fixkosten.

D.h

  • Mehr Erwachsene verringern das Defizit der Musikschule,
  • weniger Erwachsene führen zu einem größeren Defizit.

Vor diesem Hintergrund ist Vorsicht beim Erhöhen der Gebühren geboten.
Besonders kritisch sind dabei die Gebühren für die Ensembles zu sehen. Denn wenn sich Menschen daraus zurückziehen, bleiben ja alle variablen Kosten erhalten, solange nicht das ganze Ensemble aufgelöst wird. Es fehlen dann nur die Gebühren.

Politische Betrachtung

Die Stadt unterhält verschiedene Einrichtungen wie Musikschule, Bücherei aber auch Sportstätten, die der Lebensqualität und auch der Gesundheit der Bürger dienen sollen.

Aktives Musizieren, sagt z.B. die Alzheimer Gesellschaft, ist gut insbesondere für ältere Menschen. So wie wir uns wünschen, dass es für den Zugang zu Sportstätten keine große finanzielle Hürde geben darf, gilt dies auch für aktives Musizieren, Der Zugang zur Musikschule muss für viele Menschen möglich sein. Der schmale Geldbeutel von Rentnern soll sie nicht ausschließen!

Dies sehen CDU und Grüne völlig anders! Sportstätten und das Gebäude der Musikschule sind für sie wie „Äpfel und Birnen“. Sportstätten sollen kostenfrei für Erwachsene sein. Bei der Musikschule „muss man sehen, wofür Geld ausgegeben wird“: also lieber nichts.

Vielleicht sollten wir einmal alte Feindbilder vergessen und in Ruhe überlegen, welchen Segen unsere Musikschule für alle Menschen, auch für ältere bringen kann.

Was blüht uns in der Zukunft?

Am 2. Februar 2016 wurde der Haushalt der Stadt Hürth verabschiedet. Es ist Brauch, dass alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen Stellung nehmen, um ihre Politik zu erklären. So hat die schwarz-grüne Mehrheit beschlossen, die Grundsteuer B, die alle Hürther Bürger trifft, aber besonders junge Familien in Neubauten, auf 480 Punkte zu erhöhen.

Die SPD lehnt diese Erhöhung ab, eine Steuererhöhung sollte nur angewandt werden, wenn sie ein Haushaltssicherungskonzept verhindert. Dann würden andere Instanzen über die Hürther Politik bestimmen.

Was aber die Zukunft mit der schwarz-grünen Mehrheit noch bringen wird, wurde deutlich, als Frau Dr. Seydel von den Grünen ans Pult trat. Sie kündigte an, durch Reduzierung der Ausgaben, Erhöhung der Einnahmen und Investitionen noch in diesem Jahr bei Sauna und Schwimmbad, Gebäudebestand, Bürgerhaus und Musikschule mit der Konsolidierung des Haushaltes zu beginnen. Was das heißt, kann man sich vorstellen: Privatisierung von Sauna und Schwimmbad, bei dem schon mal nötige Sanierungsmaßnahmen gestoppt wurden (also doch keine Investitionen!) , Verkauf des Bürgerhauses und Einschnitte bei der Musikschule (denn weitere Gebührenerhöhungen sind für die meisten Familien nicht mehr tragbar). Wir sehen die hervorragende Arbeit, die dort für unsere Kinder und Jugendlichen geleistet wird, in Gefahr.

Frau Dr. Seydel war die einzige Rednerin, die Kürzungen bei der Musikschule forderte. Hier scheint sie  eine radikalere, der Musikschule schadende  Position zu vertreten als die CDU.

Stephan Renner in seiner Rede hierzu: „Dass die Musikschule erneut in ihren Fokus gerät, hat mich dann doch gewundert. Ist sie doch ein Beispiel dafür, wie trotz Kostensenkung und Deckelung des Defizits bei gleichbleibender Qualität und steigenden Schülerzahlen hervorragend gearbeitet wird.“  (mehr über diese Rede hier)

Wir werden um den Erhalt unserer gut funktionierenden Einrichtungen kämpfen.

Hürth führt – musikalisch

Der Januar in diesem Jahr hat uns wieder eindrucksvoll von unserer Josef-Metternich-Musikschule überzeugt.

Es begann am 6.1. mit der offiziellen Verabschiedung von Walther Boecker. Die Musikschule leistete an diesem Tag mehrere Beiträge.

Flüchtlings-Chor

Besonders ergreifend für viele war aber der Flüchtlingschor. Menschen aus vielen Nationen singen  gemeinsam Lieder darunter auch das „Stammbaumlied“.

Dann ging es weiter mit dem Neujahrskonzert der Musikschule. Das JugendSinfonieOrchester der Schule (und weitere Ensembles ) präsentierten das Programm, das sie auf der Chilereise gespielt hatten. (Siehe Bild oben)
Etwas mehr dazu beim Förderverein der Musikschule

Gezeigt wurden auch Bilder von der Reise und in der Pause gab es sogar kleine chilenische Speisen. Für die 20 Jugendlichen war die dreiwöchige Reise eine großartige Erfahrung, von der sie ihr Leben lang zehren werden. Auch wenn während der Reise wenig Zeit geblieben ist,  den Blog mit Texten und Bildern zu füllen: man kann erahnen, was diese Reise für die jungen Menschen bedeutet.
zum Blog der Chilereise
Das Projekt wird fortgesetzt: Wir erwarten wieder Gäste aus Chile und es gibt für 2017 schon eine Einladung nach Chile, bei der sogar noch mehr Jugendliche teilnehmen können. Hoffen wir, dass die Politik uns keine Schwierigkeiten macht.

Die Tinte unter dem Kooperationsvertrag zwischen Musikschule, Deutschherrenschule, der OGS an der Schule und dem Förderverein der Musikschule ist gerade trocken: Es wird zum dritten Mal ein Musik-, Tanz- und Filmprojekt an der Deutschherrenschule geben. Jeweils ca. 50-60 Kinder haben unter der Anleitung von Musik-, Tanz- und Filmpädagogen selbst ein Programm erarbeitet. Das Thema beim ersten Mal: „Wie fiebern los!… Countdown für eine verrückte Reise“
Hier ein Zeitungsbericht
Beim zweiten Mal war das Thema „Auf der Suche nach dem einzig wahren Schatz“.  Hier ein Bericht auf der Homepage der Stadt, der auch etwas mehr über die Bedeutung berichtet.
(Hier geht es zu den Videos)
Das neue Thema ist noch geheim. Wir dürfen gespannt sein, was die Kinder auf der Bühne des Bürgerhauses  präsentieren werden.

Wie in jedem Jahr beginnt jetzt wieder der Wettbewerb „Jugend Musiziert“. In der Vergangenheit waren unsere Kinder insbesondere die Harfenklasse sehr erfolgreich.
Aber auch bei andern Instrumenten gibt es beachtliche Erfolge. Hier ein Bericht der Rundschau über einen unserer Preisträger 2015.

Harfenensemble

Hier stimmt sich unsere Harfenklasse der Alterstufe II auf den Wettbewerb ein, Warten wir´s ab, wie sie in diesem Jahr abschneiden. Unser  Eindruck von heute war vielversprechend !

Dass bei so einer soliden Basisarbeit (es gibt z.Zt. 1300 Schüler) auch besondere Talente entdeckt und gefördert werden, bleibt nicht aus. Marius Peters hat hier begonnen, in Osnabrück und Köln studiert, arbeitet als erfolgreicher Jazzmusiker und ist seit kurzem auch an der Musikschule unserer Stadt als Dozent tätig.

Unter dem Titel „Hürther Musiker räumt Preise ab“  können wir im Hürther Wochenende vom 27.1.16 mehr erfahren. (Hier der Text auf der Homepage der Stadt)
Dirk Breuer fasst es gut zusammen: „Hürth führt – auch musikalisch“- Wo er recht hat, hat er recht.

Da irritiert es doch sehr, wenn in seiner Partei beim Wort „Sparen“ immer zuerst an die Beschneidung der wertvollen Arbeit der Musikschule gedacht wird.  (mehr darüber)

Möglicherweise wissen sie nicht, dass die Aktivitäten, die über die normale Arbeit unserer Musikschule hinausgehen, aus Mitteln des Bundes, des Landes und aus Spenden von Stiftungen, Firmen und vielen Privatleuten bezahlt werden. Dies sind im Jahr 5-stellige Eurobeträge für die Kinder von Hürth. Die Mittel sind zweckgebunden und gehen an engagierte, kompetente Teams, wie wir sie mit Ruddi Sodemann und seinen Mitstreitern haben.

Es ist nicht zulässig, dass die Basisarbeit daraus bezahlt wird, damit sich die Stadt zurückziehen kann.

Eine Einladung an die Ratsmitglieder: Kommen Sie und sehen Sie, was diese Schule leistet für Bildung, Soziales und Inklusion in unserer Stadt.

Veeh-Harfen Konzert im Rudi-Tonn-Haus

Seit einem Vierteljahr gibt es im Rudi-Tonn-Altenzentrum Veeh-Harfen-Kurse.

Die Rundschau und der Stadtanzeiger berichteten vom Start des Projekts. (siehe hier)

Die Veeh-Harfe ähnelt einer Zither und wird mit notenähnlichen Blättern gespielt, die unter die Saiten geschoben werden. Sie kann  von Menschen gespielt werden, die keine Notenkenntnisse haben. Und auch bei kleinen Einschränkungen in der Beweglichkeit der Hände kann man schöne Musik spielen.

Jetzt gab es zum Abschluss des Kurses ein Konzert.  Unter der Leitung von  Ursula Henkel. (Dozentin an der Josef-Metternich-Musikschule der Stadt Hürth) zeigten 5 Kursteilnehmerinnen ihr Können.

Veeh-Harfen

Auf dem Programm standen sowohl das Te Deum von Charpentier (Eurovisionshymne) als auch Volkslieder und Kanons. Die Zuhörer, Bewohner und  Mitarbeiter  des Rudi-Tonn-Haues und Gäste sangen begeistert mit, so dass der ganze Raum von Musik erfüllt war.

Die Initiative zu diesem Projekt, das in Kooperation mit der Musikschule stattgefunden hat, geht auf Rolf Reisewitz vom Förderverein der Musikschule zurück, der auch für die Bereitstellung der Instrumente sorgte.

Weil die Freude bei den Kursteilnehmern so groß ist, hat der Förderverein des Rudi-Tonn-Hauses jetzt zwei der Instrumente gestiftet. Eine Mitarbeiterin des Hauses wird mit Bewohnern weiter musizieren. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es auch wieder einen Kurs mit Frau Henkel geben.

Aber auch an der Josef-Metternich-Musikschule wird es im Frühjahr ein Angebot zum Erlernen der Veeh-Harfe geben. Unter der Telefonnummer 02233/75400 können sich Interessenten melden.