Archiv der Kategorie: AG60plus

Ausgetrickst – Nicht mit uns!

Spezialisiert auf Menschen über 85

Die SPD-AG 60+ und der AWO-Ortsverein Gleuel machen mit einem Gastspiel des Freien Werkstatttheaters in der Aula der Hauptschule Kendenich auf Trickbetrüger aufmerksam, die vorrangig Senioren im Visier haben.

Auf Initiative der Hürther SPD-AG 60+ und des Ortsvereins-Gleuel der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gab das Freie Werkstatttheater (FWT) aus Köln am 28. November ein Gastspiel in der Aula der Hauptschule Kendenich. Das Ensemble des Altentheaters richtete sich mit seinem Stück «Ausgetrickst – Nicht mit uns!» an ein älteres Publikum, das statistisch gesehen am häufigsten zum Opfer von Trickbetrügern wird. In dem gemeinsam mit der Polizei Köln sowie dem Sozialwerk der Kölner Polizei e. V. entwickelten Präventionsprojekt standen zwölf Ensemblemitglieder des FWTs auf der Bühne – alle zwischen 66 und 84 Jahre alt. In kleinen Szenen, die nahezu ohne den Einsatz von Requisiten auskamen, zeigten die Schauspieler anschaulich, welche Tricks Betrüger und Diebe bei älteren Menschen anwenden. Und die Gauner, das wurde während der Veranstaltung deutlich, sind ungeheuer kreativ, wenn es darum geht, Senioren zu verunsichern und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

So nutzen Banden bevorzugt das Telefon, um in die Privatsphäre von Senioren einzudringen. Sie geben sich etwa als Mitarbeiter von Microsoft aus und behaupten, einen Virus auf dem Computer des Angerufenen löschen zu wollen. In Wahrheit sind sie auf der Suche nach Kontodaten. Besonders dreist ist der sogenannte Enkel-Trick: Betrüger geben sich bei den Angerufenen als Enkel oder Enkelin aus und üben massiven Druck aus, um in einer angeblichen Notlage Geld zu bekommen. Spezialisiert sind solche Betrüger auf Menschen jenseits der 85, weil diese oftmals vertrauensseliger und im Umgang mit elektronischen Medien unerfahren seien. Vor allem aber scheuen sich Menschen dieser Generation davor, unhöflich zu sein und ihre Zweifel zu artikulieren. Besonders hohe Geldsummen ergaunern sich Trickbetrüger oftmals durch eine Masche, in der sie vorgeben, der oder die Angerufene habe einen wertvollen Preis gewonnen. Ein teures Auto stehe beispielsweise in der Türkei bereit und müsse nur noch überführt werden. Dafür muss der angebliche Gewinner hohe Gebühren entrichten, die über missbrauchsanfällige Zahlmethoden wie Western Union erfolgen sollen. Natürlich tauchen im weiteren Verlauf angebliche Probleme auf, die weitere Zahlungen nach sich ziehen. Die Betrogenen können so rasch extrem hohe Geldsummen bezahlen, die sie nie wiedersehen.

Oft nutzen Betrüger auch gezielt den Respekt, den Senioren vor Vertretern der Obrigkeit haben, und geben sich als Polizeibeamte aus, um sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen und dort zu stehlen. Aber auch falsche Handwerker schaffen es oftmals leicht, in Wohnungen einzudringen. Einige der Situationen, die auf der Bühne gezeigt wurden, beruhen auf eigenen Erfahrungen der Schauspieler. Andere wurden zusammen mit der Polizei Köln erarbeitet. Im Anschluss stellte sich Kriminalhauptkommissarin Gruneberg von der Hürther Polizei den Fragen der Anwesenden und gab Tipps zur Prävention von Betrugsfällen. Dabei wurde auch deutlich, dass Ältere zwar im Fokus bestimmter Banden stehen, Betrugsdelikte aber generell zunehmen. Gruneberg empfahl, ruhig skeptisch zu sein. Polizisten müsse man etwa nicht in die eigene Wohnung hereinlassen und könne sich zuvor über die Rufnummer 110 bestätigen lassen, ob die Personen vor der Tür echte Beamte sind.

Margit Reisewitz, Vorsitzende der SPD AG 60+, zeigte sich nach der angeregten Diskussion sehr zufrieden: „Vor einem Jahr haben wir bereits eine Info-Veranstaltung zu diesem wichtigen Thema durchgeführt. Es war uns aber wichtig, darauf zurückzukommen. Das Freie Werkstatttheater ist mit seinem Stück ein hervorragender Partner, denn es ist noch einmal etwas vollkommen anderes, wenn man gewissermaßen live miterleben kann, wie solche Betrügereien funktionieren. So kann man nachvollziehen, wie geschickt die Tricks der Gauner sind, und sich dagegen wappnen. Für die hervorragende Zusammenarbeit sind wir von der SPD-AG 60+ Johannes Schumann, Vorsitzender des AWO-Ortsvereins Gleuel, verbunden. Und natürlich bedanken wir uns beim FWT sowie bei der Raiffeisenbank und der Kreissparkasse, die unser Engagement mit jeweils 1000 Euro unterstützen. Nur wegen dieser großzügigen Spenden konnten wir auf einen Eintritt verzichten. Es ist wichtig, dass solche Institutionen mit uns zusammenzuarbeiten, um alte Menschen zu schützen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihren selbstbestimmten Platz in der Gesellschaft zu verteidigen.“

 

 

Die Bedeutung des Bielefelder Modells wird anerkannt

Ein Erfolg für unsere Arbeit:

Das Thema „Wohnen im Alter“ hat die AG 60+ der Hürth SPD schon seit ihrer Neugründung vor 5 Jahren im Visier. Dabei wurde auch auf die Bedeutung des „Bielefelder Modells“ hingewiesen.

Die Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (Mehr Information hier)  zusammen mit einem sozialen Dienstleister und der Stadt Bielefeld haben das Modell bereits in den 1990er Jahren entwickelt.

Bei diesem Modell handelt es sich um eine Wohnform, in der auch ältere Menschen selbstbestimmt mit Versorgungssicherheit wohnen können, ohne eine Servicepauschale bezahlen zu müssen. Die Wohnungen sind barrierefrei, ein hauptamtlicher sozialer Dienstleister ist vor Ort und es gibt eine tragende soziale Infrastruktur (z.B. ein Wohncafé). Ein Quartier nach dem Bielefelder Modell besteht aus einem Mix von öffentlich geförderten und frei finanzierten Wohnungen. Es ist nicht nur gedacht für Senioren, sondern für alle Generationen und stellt den Quartiersbezug in den Mittelpunkt.

Wir von der AG 60+ setzen uns seit vielen Jahren dafür ein:

  • Im November 2014 stellten wir das Konzept mit einem Gast aus Bielefeld der Hürther Öffentlichkeit vor.
  • Auf Antrag der SPD-Fraktion  wurde es im März 2015 im Planungsausschuss diskutiert. Die  Mehrheit des Ausschusses lehnte es aber noch ab.
  • Im Oktober 2015 folgte dann eine Präsentation von Rolf Reisewitz im Behindertenbeirat, der sich sehr dafür interessierte.
  • Die GWG Hürth zeigte auch Interesse, das Modell umzusetzen und hat diesbezüglich schon Schritte unternommen .

Jetzt ist ein weiterer Erfolg unserer Arbeit zu verzeichnen: Bürgermeister Breuer hat seinen Widerstand aufgegeben und kann sich vorstellen, auf dem ehemaligen Alucolor-Gelände in Efferen das Bielefelder Modell zu verwirklichen. Wir freuen uns, dass unsere Bemühungen jetzt Früchte zu tragen scheinen. Wie es weitergeht und ob der Standort überhaupt geeignet ist, muss jetzt geklärt werden.

«Tag der älteren Generation» im Rudi-Tonn-Altenzentrum

Politik darf sich nicht auf ehrenamtlichem Engagement der Bevölkerung ausruhen“

SPD-AG 60+ macht beim «Tag der älteren Generation» im Rudi-Tonn-Altenzentrum auf die Belange und Bedürfnisse von Senioren aufmerksam.

Der «Tag der älteren Generation» wurde 1991 von den Vereinten Nationen ausgerufen, um explizit auf die Belange und Bedürfnisse von Senioren aufmerksam zu machen. Auf Initiative der SPD-AG 60+ wurde der Aktionstag 2016 erstmals in Hürth mit einem festlichen Programm begangen. Unter dem Motto «Wer bin ich? Was macht mich aus?» lud die SPD-AG 60+ am 1. Oktober 2017 erneut ins Rudi-Tonn-Altenzentrum zu einem bunten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen. Bei einem vielseitigen Mitmachprogramm gab es darüber hinaus ein breites Informationsangebot über ein selbstbestimmtes, aktives Leben im Alter.

Den Idealen Rudi Tonns verpflichtet

Das Organisationsteam begrüßt die zahlreichen Gäste

Sonja Mourchid, Koordinatorin Soziale Betreuung des Rudi-Tonn-Altenzentrums, begrüßte zu Beginn der Veranstaltung die zahlreich erschienenen Gäste sowie Margit Reisewitz, Kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hürth, Stephan Renner, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hürth, sowie Günter Reiners, Zweiter Stellvertretender Bürgermeister in Hürth. Auch Margit Reisewitz hieß als Organisatorin des Aktionstages die Anwesenden willkommen und leitete zum ersten Kulturbeitrag über.

Maurice Luther erfreut die menschen mit «Tico-Tico no Fubá»

Maurice Luther, der sein Freiwilliges Soziales Jahr im Altenzentrum macht, interpretierte auf der Geige mit «Tico-Tico no Fubá» einen der bekanntesten Choros des brasilianischen Komponisten Zequinha de Abreu, bevor Stephan Renner in seinem Redebeitrag das Engagement der SPD-AG 60+ und ihren leidenschaftlichen Einsatz für gesellschaftlich relevante Themen lobte. Renner unterstrich darüber hinaus, dass der Arbeitskreis mit seiner Tätigkeit den Idealen des Namensgebers des Altenzentrums Rudi Tonn verpflichtet sei.

Weiter ging es mit einem kleinen Konzert des Veeh-Harfen-Ensembles des Rudi-Tonn-Altenzentrums, das mit traditionellem Liedgut für Stimmung sorgte. Einen nachdenklichen Beitrag lieferte im Anschluss Irene Grentz, die sich Gedanken darüber machte, wie Sprache alte Menschen diskriminiert und ihnen Selbstbestimmung absprechen kann. Den Höhepunkt des Programms aber bildete das stimmungsvolle Mitsing-Konzert, das Peter Strang den Gästen mit seinem Akkordeon lieferte. Lieder wie «Hoch auf dem gelben Wagen», «Tulpen aus Amsterdam», aber auch «Heimweh noh Kölle» brachten die Bewohner des Altenzentrums zum Mitsingen und Schunkeln. Mutige wagten sogar ein paar Tanzschritte.

„Ohne Senioren wäre vieles nicht möglich.“

Nach diesem musikalischen Beitrag hatten Bewohner und Gäste Zeit dazu, sich angeregt miteinander zu unterhalten und an den Infoständen das breite Angebot kennenzulernen, das Parteien und Organisationen wie das Netzwerk Löwenzahn e. V und der Freundeskreis des Rudi-Tonn-Altenzentrums e. V auf Menschen der älteren Generation zugeschnitten haben. Margit Reisewitz äußerte sich nach dem Aktionstag zufrieden über das gelungene Programm und den großen Zuspruch: „Die SPD-AG 60+ und unsere vielen Helferinnen und Helfer haben mit der Organisation des Programms heute einen Beitrag dazu geleistet, dass in Einrichtungen wie dem Rudi-Tonn-Altenzentrum Angebote gemacht werden, die Senioren dabei helfen, sich zu entfalten und selbstbestimmt, selbstbewusst und erfüllt zu leben. Ich habe gerade mit einer Dame gesprochen, die sich heute für die Veeh-Harfen begeistert und wohl ein neues Hobby gefunden hat. Und Besucher des Rudi-Tonn-Altenzentrums haben mir versichert, dass sie sich in Zukunft ehrenamtlich in diesem Haus engagieren möchten. In einer Zeit, in der Politik und Gesellschaft die Bedürfnisse älterer Menschen vernachlässigen, ist das ehrenamtliche Engagement umso wichtiger. Wir finden aber, dass sich die Politik nicht auf dem ehrenamtlichen Engagement der Bevölkerung ausruhen darf. Politik muss handeln, sich auf die Bedürfnisse von Senioren ausrichten und erkennen, dass alte Menschen keine Last sind, sondern unsere Gesellschaft mit ihrer Erfahrung, ihren Begabungen und ihrem Engagement nachhaltig stützen und bereichern. Deshalb verdienen sie auch unsere Wertschätzung und Anerkennung.“

Fahrt nach Maastricht mit der AG 60+

Es waren 43 Personen aus ganz Hürth, die am 23.8.17 nach Maastricht fuhren. Zuerst ging es nach Valkenburg, wo die Mergelhöhlen auf dem Programm standen. Im „Mergelrijk“ konnte nicht nur die Geschichte des Abbaus von Mergel, Feuerstein und Kohle besichtigt werden, sondern auch Skulpturen aller Art, die in den Mergel gehauen waren, gesehen werden.

Die Nachtwache als Sandskulptur

Die Höhlen dienten nicht nur der Gewinnung von Rohstoffen, sondern waren auch Zufluchtsorte in Kriegszeiten oder Wohnungen. Selbst Nester für Uhus sind angelegt worden.

Auch Champignonzucht gab es in den Höhlen

Schloß Valkenburg ist heute eine Ruine, es wurde des öfteren belagert und im Jahr 1672 gesprengt und zwar, weil es nicht in die Hände der Franzosen fallen sollte.

Wir verließen das Städtchen Valkenburg, mit dem uns die Geschichte verbindet, denn Hürth gehörte zur Herrschaft Valkenburg in Brabant und war sogar lehenspflichtig- aber das ist lange her! Es ging weiter nach Maastricht, wo wir nach dem Mittagessen einen Stadtrundgang unternahmen. Drei Gruppen mit unterschiedlichem Tempo erkundeten die Stadt, in unserer Gruppe legte der Stadtführer, Herr Houx, nicht nur Gewicht auf die Geschichte der Stadt, sondern auch auf die Stadtentwicklung mit Augenmerk auf dem sozialen Wohnungsbau.

Wir starteten am Marktplatz in Richtung Binnenhafen und waren überrascht, in der Boschsstraat 101 ein Bild des heiligen Arnoldus zu finden, dem Schutzpatron der Bierbrauer. Er forderte dazu auf, Bier zu trinken statt Wasser, was heute sicher nicht bei jedem auf Gegenliebe stoßen würde.

Arnold der Schutzheilige der Bierbrauer

Maastricht ist bekannt für seine Universität mit 16000 Studenten, von denen nur die Hälfte Niederländer sind. Von den 90 vertretenen Nationen stellen die Deutschen mit 3000 Studenten eine große Gruppe. Studienfächer sind Wirtschaft, Psychologie, Jura und Medizin. Technische Fächer werden von der RWTH Aachen abgedeckt. Dies zeigt, dass die Region grenzüberschreitend ist und europäisch denkt. Dies spiegelt sich auch in den verschiedenen Sprachen, die hier gesprochen werden, nicht nur gibt es Schilder in zwei Sprachen, nämlich niederländisch und dem südlimburgischen Dialekt, sondern auch die verschiedenen Besatzungen haben ihre Sprachen hinterlassen, so dass neben Flämisch auch Französisch und Deutsch gesprochen werden.

Im Februar 1992 wurde der Vertrag von Maastricht geschlossen, der unter anderem die Einführung einer gemeinsamen Währung, des Euro, beinhaltete. Dieser Beschluss wurde von den Limburgern besonders begrüßt, da der Euro sie von den vier verschiedenen Automaten im Parkhaus für die verschiedenen Währungen befreite.

 

Maastricht war nie eine Hansestadt, weil die Maas ein Regenfluss ist, der im Sommer nicht genug Wasser führt, um gut schiffbar zu sein. Deshalb wurde von 1823-26 ein Kanal gebaut, der Maastricht mit s´Hertogenbosch verbindet. Heute ist der Binnenhafen nur noch ein Freizeithafen.

Im Boschstraatqwartier läßt sich die Stadtentwicklung gut beobachten: aus dem ehemaligen Kraftwerk Lumière wurde ein Kino, im ehemaligen Fabrikgebäude gibt es Probenräume für junge Musiker. Das Quartier um den Binnenhafen beherbergte früher Fabrikarbeiter, heute sind es Studenten.

1901 begann man mit dem Bau von Arbeiterwohnungen, allerdings mit niedrigem Standard, erst seit den 1960er Jahren haben sie modernen Standard erreicht.

Dieses Viertel besteht aus Sozialwohnungen und Eigentumswohnungen, wobei Eigentumswohnungen mit einem Quadratmeterpreis von 3000 Euro verkauft werden, geförderte Wohnungen kosten 10 Euro Miete pro Quadratmeter. Dies ist ein Vorzeigeviertel.

Ein anderes Quartier (Ceramique) entstand nach 1986, als das Gelände der Keramikfabrik an die Stadt fiel, wo man nicht nur Wohnungen errichtete, sondern auch ein Museum und die Stadtbibliothek, die auch als Kulturzentrum dient.

Ein sehr interessanter Blick auf Maastricht mit einem kundigen Stadtführer, mit dem wir noch ein leckeres Bier tranken.

Orgeln haben ein interessantes Innenleben

AG 60+ besucht die Orgelfabrik Klais in Bonn

Die erste Fahrt der Hürther AG 60+ in 2017 führte am 22.4. nach Bonn zur Orgelfabrik Klais. Die Fabrik (eher ein manufaktur, gegründet 1882) befindet sich seit 1896 in der Kölnstr. 148 in Bonn. Mehr über die Orgelfabrik Klais hier.

Auch die Familie wohnt und arbeitet unter dem Dach der Werkstatt. Die Besucher konnten sich von der Vielfalt der Arbeitsschritte überzeugen, denn eine Orgel zu bauen bedeutet, sowohl handwerkliche als auch musikalische Fähigkeiten zu besitzen.

Die Besucher wurden zuerst ins Holzlager geführt, in dem vorgeschnittene Baumstämme ein bis anderthalb Jahre trocknen müssen, ehe sie verarbeitet werden können.

Die beiden Besuchergruppen wurden in die Funktion der Windladen eingeführt und lernten den Aufbau der verschiedenen Holz- und Metallpfeifen kennen.

Sie sahen auch, wo die Zinnplatten gegossen und die Pfeifen geformt werden, um dann in den Prospekt eingebaut zu werden.

Beeindruckend der Spieltisch mit 94 Registern der Orgel, die im Moment im Bau ist und in die USA geliefert werden soll.

Die Gruppe hatte viele Fragen, die alle kompetent beantwortet wurden. Beispielsweise wurde erläutert, dass eine große Orgel wie die im Kölner Dom schon einmal zwei Millionen Euro kosten kann. Auch die Orgel der Elbphilharmonie ist von Klais gebaut worden. Eine alte Sitte ist es, dass der Auftraggeber das Volumen der größten Pfeife der Orgel in Wein liefern muss, den die Mitarbeiter nach dem Bau genießen können.

Dies ist eine 16 Fuß-Pfeife (Fis). Die größte Pfeife im Kölner Dom ist doppelt so groß.

Ein beeindruckender Besuch mit vielen interessanten Informationen. Wir freuen uns auf die nächste Fahrt am 24.5.17, die nach Aachen geht.

 

AG 60+ in Brüssel

 Der Höhepunkt des Fahrtenprogramms der AG 60+ der HürthSPD war die diesjährige Fahrt nach Brüssel vom 13.-15. Oktober.

Zuerst ging es nach Waterloo, dem Ort der berühmten Schlacht, die Napoleon die Macht kostete und Europa veränderte. Im beeindruckenden 3D-Film wurde das Schlachtgetümmel fast körperlich spürbar.

Dann folgte ein Informationsbesuch beim Europäischen Parlament(Bild oben), wo die Gruppe über die Arbeitsweise dieser Brüsseler Institution informiert wurde: 751 Abgeordnete gehören 8 Fraktionen an, 16 Abgeordnete sind fraktionslos, 96 deutsche Abgeordnete vertreten Deutschland in 12 ganz unterschiedlichen Parteien, davon 2 ohne Fraktion.

Skulptur

Beeindruckend: Kunst im Europaparlament

 

Auch die Europäische Kommission wurde besucht, wobei viele Fragen gestellt wurden zur Qualitätssicherung europäischer Projekte, zu der intransparenten Praxis der Förderung oder der Situation nach dem Brexit. Hier war es interessant zu erfahren, dass in der Kommission an verschiedenen Szenarien gearbeitet wird, allerdings soll hierüber offiziell Stillschweigen gewahrt werden.

Gent

Auf der Rückfahrt stand Gent auf dem Programm. Gab es in Brüssel noch zweisprachige Hinweisschilder, so war hier in Flandern nur Niederländisch zu lesen. Der Stadtrundgang ließ die mittelalterliche Geschichte wach werden mit einem Rathaus, das ganz unterschiedliche Baustile vom 15.-20. Jahrhundert vereint, so dass der Eindruck entsteht, es handele sich um verschiedene Gebäude. Es gibt kaum ein Bauwerk, bei dem die Schwankungen der Finanzen in den Epochen so deutlich hervortreten.

Rathaus

Das Rathaus in Gent

SPD-AG 60+ lädt ein zum ersten «Tag der älteren Generation» in Hürth

Auf die Belange und Bedürfnisse von Senioren macht seit 1991 der von den Vereinten Nationen ausgerufene «Tag der älteren Generation» aufmerksam. Am 1. Oktober 2016 wurde der Aktionstag erstmals auch in Hürth begangen: Die SPD-AG 60+ hatte unter dem Motto «Egal ob fit, am Stock, mit dem Rollator oder im Rollstuhl» zu einem bunten Nachmittag in das Rudi-Tonn-Altenzentrum eingeladen. Boris Hammerschmitt, Leiter des Altenzentrums, begrüßte zu Anfang der Veranstaltung die zahlreich erschienenen Gäste und dankte Margit Reisewitz, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hürth, für die Initiative.

Mreisewitz

Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft

Reisewitz hieß Bewohner und Gäste willkommen, begrüßte den Ehrengast Dierk Timm, Stellvertretender Vorsitzender der Rhein-Erft SPD, und ging auf die Bedeutung des Gedenktages ein: Gerade im Alter, wenn berufliche und familiäre Verpflichtungen sich veränderten, beginne für die meisten Menschen eine neue Lebensetappe mit vielen Chancen. Dass jeder auch im Alter die Möglichkeit zu einem Neu-Anfang habe, darauf wolle der Aktionstag hinweisen. Daran schloss Dierk Timm an und bezeichnete die Senioren als „Zeit-Reiche“, die mit ihrem oft selbstlosen, ehrenamtlichen Engagement entscheidend zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitrügen. Der Vorsitzende des Fördervereins des Rudi-Tonn-Altenzentrums unterstrich in diesem Zusammenhang, wie wichtig es sei, konkrete Angebote für Senioren zu machen und wies auf die Rolle von Spenden hin. .

Kölsches «Dornröschen»
Das Rahmenprogramm des Nachmittags begann mit einem kleinen Konzert des Veeh-Harfen-Ensembles des Rudi-Tonn-Altenzentrums (Bild oben), das mit altbekanntem Liedgut für Stimmung sorgte. Eveline Dächer, die spät eine Karriere als Autorin startete, trug Kostproben ihrer Gedichte vor und appellierte an die Anwesenden, im Alter kreativ zu werden. Auch Senioren könnten ein Studium anfangen, in einen Chor eintreten, sich der Fotografie widmen oder einfach zu schreiben beginnen.

 

Publikum

Das Publikum hat große Freude beim Vortrag von Grete Schäning

Mit einem urkölschen „Tach zesamme“ begrüßte Grete Schäning das Publikum. Die Mundart-Autorin engagiert sich seit fünf Jahren bei den Lesefreunden Hürth und wurde für ihre Tätigkeit mit dem Kulturpreis der Stadt Hürth ausgezeichnet. Schäning begeisterte mit Mutterwitz und ihrer kölschen Fassung des bekannten Märchens «Dornröschen».

Das Musikensemble der Familie Henkel animierte mit Evergreens wie «Wenn auch die Jahre enteilen» das Publikum zum Mitsingen.

Familie_Henkel

Danach hatten Bewohner und Gäste an Mitmachstationen Zeit dazu, sich bei Kaffee und Kuchen mit diversen Aktivitäten vertraut zu machen. Angeboten wurden die Themen Kultur, Sport, Spiel, Politik, Kreatives, Computer und Leseförderung. Vor allem die diversen Info-Broschüren sowie die Veeh-Harfen, die auch ohne musikalische Vorkenntnisse rasche Erfolgserlebnisse ermöglichen, sorgten für reges Interesse.

 

„Selbstbestimmt, selbstbewusst und erfüllt leben“

Im Anschluss an die Veranstaltung freute sich Margit Reisewitz über das gelungene Programm und den großen Zuspruch für den Hürther «Tag der älteren Generation»: „Alte Menschen werden viel zu oft diskriminiert. Ihre Bedürfnisse und Rechte werden nicht selten mit Füßen getreten. Umso wichtiger ist es, dass in Einrichtungen wie dem Rudi-Tonn-Altenzentrum Angebote gemacht werden, die den Senioren dabei helfen, selbstbestimmt, selbstbewusst und erfüllt zu leben.Ein kleiner Beitrag ist dieser Nachmittag, dessen Erlös über den Förderverein  dem Rudi-Tonn-Haus zugute kommt“, unterstrich Reisewitz. „Aber auch in Politik und Gesellschaft braucht es einen neuen Blick auf die Möglichkeiten, die das Alter bietet. Deswegen wollen wir deutlich machen, dass alte Menschen keine Belastung sind, sondern uns alle mit ihren Kompetenzen bereichern. Nur gemeinsam können wir für eine lebens- und liebenswerte Gesellschaft sorgen“, so Reisewitz weiter.

 

SPD AG 60+ besuchte Remagen

35 Personen waren der Einladung der AG 60+ der Hürth SPD gefolgt, um am 27.8.16 einen Ausflug nach Remagen zu unternehmen. Mit der Bahn ging es von Kalscheuren zu der Kleinstadt am Rhein mit knapp 17.000 Einwohnern, wo sie dem Stadtführer auf den Spuren der Römer folgten, die die Stadt um das Jahr 3 n.Chr. gegründet haben. Geprägt wird die Stadt ebenfalls durch viele mittelalterliche Gebäude, besonders sind hier zu nennen die Pfarrkirche St Peter und Paul und die Apollinariskirche. Remagen fühlt sich dem Rheinland näher als der Pfalz, hier heißt es im Karneval Alaaf wie in Köln, die Nachbarstadt Andernach ruft Helau.

Brücke

Weltberühmt wurde Remagen durch die misslungene Sprengung der Brücke über den Rhein am 7. März 1945, die den Amerikanern am Schluß des Zweiten Weltkrieges ein schnelles Vorrücken nach Westen ermöglichte. Heute ist im Brückenteil auf der Remagener Seite ein Friedensmuseum eingerichtet.

Nach dem Mittagessen bewunderte die Gruppe die Oldtimer-Ausstellung auf der Rheinpromenade oder die Apollinariskirche; zurück ging´s mit dem Schiff nach Bonn und von da aus mit dem Zug nach Hürth. Remagen ist ein lohnendes Ausflugsziel.

Schutz vor Kriminalität im Alltag

Die AG 60+ der Hürth SPD hatte Frau Astrid Lamers vom Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz eingeladen, um über Sicherheit im öffentlichen Raum zu referieren. Ihr Vortrag behandelte „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“. Hierbei ging es um Handtaschenraub, den sog. Enkel-Trick, Haustürgeschäfte und vieles mehr. Insbesondere klärte Frau Lamers auf, dass das Sicherheitsgefühl und die echte Gefahr auseinanderklaffen. So betonte sie, dass ältere Menschen weniger von Handtaschenraub bedroht seien als jüngere, weil Ältere risikobewusster seien, so hätte es in 2013 von 17 Delikten dieser Art im Rhein-Erft-Kreis nur 5 Personen über 60 Jahre getroffen. Allerdings wurde in ihrem Vortrag klar, dass die Gefahr für Ältere, Trickbetrügern aufzusitzen, um so größer ist.

Hier sind an erster Stelle Straftaten zu nennen, die über das Telefon oder an der Haustür laufen. Die Strafverfolgung gestaltet sich schwierig, da die Täter von Call-Centern meist im Ausland anrufen, wo eine Anruf-Rückverfolgung kaum möglich ist, auch muss ein schriftlicher Beweis der Tat geleistet werden. Meist wird aber aus Scham keine Anzeige erstattet.

Frau Lamers erläuerte einige Beispiele anschaulich im Vortrag aber auch durch (natürlich gestellte) Filmszenen.

Enkeltrick
Beim sog. Enkeltrick suchen die Täter Personen aus dem Telefonbuch aus, deren Vornamen auf das Alter schließen lassen und geben sich als Verwandte aus, die dringend Geld benötigten. Sie gehen dabei so geschickt vor, dass sie die Informationen, die ihnen die Opfer liefern, sofort nutzen, um Vertrauen herzustellen. Die Opfer werden genötigt, das Geld nicht von ihrer Hausbank, sondern einer anderen Filiale zu holen und Stillschweigen zu wahren. Nach weiteren Anrufen wird eine andere Person geschickt, um das Geld in Empfang zu nehmen, die dann verschwindet.

Handwerkertrick
Eine andere Betrugsmasche läuft über das Vorspiegeln falscher Identitäten an der Haustür: Täter, die sich als Handwerker ausgeben, die einen Schaden begutachten wollen oder Wasserwerker, die den Zählerstand ablesen wollen, um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen, dabei heimlich eine zweite Person hereinlassen, die in der Zeit, in der sich der angebliche Handwerker in der Wohnung aufhält, Wertsachen und Geld entwenden.

Eine Schutzmaßnahme gegen solche Trickdiebe ist, sie nicht ins Haus zu lassen, sich den Ausweis und Namen geben zu lassen und z.B. bei der Stadt oder dem Versorger anzurufen, um einen Termin für einen Besuch auszumachen. Auch eine Anzeige wegen versuchten Diebstahls ist nützlich. Dabei hilft es, die Tür nur einen Spalt zu öffnen und durch eine Kette oder ein geeignetes Schloss zu sichern.

Schloss

Zetteltrick
Weitere Tricks sind: der Zetteltrick, bei dem ein Nachbar mit einer Notiz benachrichtigt werden soll oder der Glaswassertrick, bei dem jemand Übelkeit vortäuscht, um ins Haus gelassen zu werden.

Schockanrufe
Sehr belastend für die Opfer sind die sog. Schockanrufe, bei denen es um vorgetäuschte Notfälle bei Angehörigen geht, das Perfide daran ist, dass oft auf dem Display des Mobiltelefons eine echte Nummer erscheint (Uni-Klinik, Staatsanwaltschaft), die durch eine Spoofing-Software erzeugt wird und den wahren Anrufer verbirgt. Hier gilt: es gibt kein Geldeintreiben per Telefon, das geht nur schriftlich. Aber auch bei einem Brief sollte man sich per Anruf rückversichern, bei offiziellen Dienststellen muss es ein Aktenzeichen über den Vorgang geben. Auch sollte in einem solchen Fall Anzeige erstattet werden.

Aber auch auf der Straße sind Trickbetrüger unterwegs, es gibt vorgetäuschte Unfälle, vermeintlich günstige Angebote von Goldschmuck auf Parkplätzen oder Raub von Geld beim Geldwechseln. . Die Liste der Tricks ließe sich noch fortsetzen, auch ist dem Erfindungsreichtum der Täter keine Grenze gesetzt.

Wie kann man sich schützen?
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, deren körperliche und geistige Fitness eingeschränkt ist, Menschen, die allein leben und sich über Kontakte freuen, deren Misstrauen gegenüber Fremden nachgelassen hat. Aber ebenfalls spielt eine Rolle, dass sie zum Helfen erzogen worden sind und es als selbstverständlich ansehen, eine Bitte zu erfüllen. Vielfach „horten“ sie ihr Ersparnisse zu Hause und werden auch deshalb zu Opfern.

Aber auch jüngere Menschen ohne Einschränkungen können betroffen sein, weil die Täter einen solchen emotionalen Druck ausüben, dass die Opfer nicht mehr richtig nachdenken können und wie unter Zwang handeln. Um so größer ist später ihre Scham, hereingelegt worden zu sein.

Verhindert werden können solche Straftaten am besten durch Aufklärung, nicht nur der potentiellen Opfer, sondern auch der Angehörigen, Betreuer, Pfleger und Bankangestellten, aber auch Menschen jeden Alters sollten die Präventionshinweise verinnerlichen. Helfen kann hierbei nicht nur die Polizei, auch die Verbraucherzentralen in Brühl und Bergheim geben Tipps zum Vertragsrecht (z.B. bei unerwünschten Abos). Hilfreich ist auch die Website „Pfiffige Senioren“: Senioren sind alt, aber nicht doof!  Hier geht´s dorthin

Der Vortrag von Frau Lamers ließ die Zuhörer mit gemischten Gefühlen zurück, denn das Ausmaß der kriminellen Energie und der Skrupellosigkeit, mit der Menschen betrogen werden, erschreckte zutiefst. Andererseits war es gut zu erfahren, welche Strategien es gibt, um sich davor zu schützen. Ich dankte Frau Lamers im Namen aller Zuhörer für ihren informativen Vortrag, der sicher im Alltag hilfreich sein wird.

SPD AG 60plus in Düsseldorf

Die AG 60+ der Hürth SPD besuchte mit Gästen den Landtag in Düsseldorf, um sich über die Arbeit des Parlamentes und der Abgeordneten zu informieren. Im Plenarsaal wurde die Gruppe über die Sitzordnung von Präsidium, Regierung und Parteien informiert.

Im anschließenden Gespräch mit der Abgeordneten Brigitte Dmoch-Schweren ging es um Themen wie Polizei, Kitas und Flüchtlinge.

Treppe

Das obligatorische Foto auf der Treppe im Landtag.

Am Nachmittag stand ein Besuch des WDR Düsseldorf auf dem Programm, der Einblicke hinter die Kulissen der Fernseh- und Hörfunkstudios bot.

Daheim_und_unterwegs

Gleich beginnt in dem Studio unten die Sendung „Daheim und unterwegs“