Gemeinsam statt einsam-Wege in die Zukunft

Am 3.7.19 fand im Kreishaus in Bergheim die Fachtagung zur Demenzforschung statt, organisiert von Frau Dr. Schreckling von der Alzheimer-Gesellschaft im Rhein-Erft-Kreis (Bild oben).

Auf dem Programm standen Themen wie neue Erkenntnisse der Demenzforschung, das Verhältnis von Sport und Demenzprävention und Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz, sowie  ein Vortrag von Franz Müntefering, dem Vorsitzenden der BAGSO, (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen).

Zuerst stellte Prof. Frank Jessen von der Universität Köln dar, dass sich in der Demenzforschung in den letzten Jahren der Fokus verschoben habe von dem Ansatz, Amyloide Plaques beseitigen zu können hin zur Prävention, bei der Lebensstilfaktoren eine große Rolle spielen. Stand der Forschung sei, dass Faktoren wie Übergewicht, hoher Blutdruck, Rauchen, Depressionen, körperliche Inaktivität, soziale Isolation und Diabetes eine Rolle spielen. 35% des Demenzrisikos seinen modifizierbar, weil Bluthochdruck und Diabetes gut einzustellen seien. Auch sind gesunde Ernährung und guter Schlaf wichtig.

Im Vortrag über Sport und Bewegung von Prof. Klara Brixius stand der Ansatz im Mittelpunkt, dass Menschen, die kaum sportliche Aktivitäten ausüben, an Bewegung herangeführt werden. Dafür gibt es den Alltags-Fitness-Test, der im Internet verfügbar ist. Hierbei werden 14 Funktionen aufgelistet, davon müssen 7 allein durchgeführt werden können. Durch das Alltags-Trainingsprogramm kann die persönliche Fitness verbessert werden.

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von der Josef-Metternich-Musikschule.

Es spielten das Duo Operation Tandem mit Robert Mensebach und Bernd Lechtenfeld

sowie das Veeh-Harfen Ensemble unter der Leitung von Ulla Henkel.

Hauptredner des Tages war Franz Müntefering, der zu Beginn seines Vortrages klarmachte, dass demente Menschen Unikate sind, die gemäß ihren individuellen Eigneschaften gut behandelt werden müssen. Hierbei können die rund 500 Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz helfen. Im nächsten Jahr soll eine nationale Demenzstrategie entwickelt werden, die auch im Bundeskabinett beraten wird. Die Rolle der Kommunen muss dabei gestärkt werden. Bisher ist nur die Jugendhilfe eine Pflichtaufgabe, Altenhilfe ist dagegen nicht definiert und keine Pflichtaufgabe. Dabei stellt sich die Frage der Altenhilfe in Zukunft verstärkt, da die Anzahl der Alten in der Gesellschaft zunehmen wird. Ein wachsendes Problem ist die Einsamkeit, die möglicherweise mit aufsuchender (zugehender) Altenarbeit bekämpft werden kann. Hier sind wieder die Kommunen gefordert, die aber durch Bund und Land unterstützt werden müssen.

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