Die letzten Tage von Real im Einkaufszentrum:

eine Ära geht zu Ende

Am 29.6.19 ist der letzte Verkaufstag im Real im Einkaufszentrum Hürth. Damit geht eine Ära zu Ende: seit der Eröffnung des Einkaufszentrums 1977 gab es ein Warenhaus mit breiter Angebotspalette. Anfangs unter dem Namen Allkauf und auf zwei Etagen verteilt, wurde die Möbelabteilung auf der oberen Etage aufgegeben und es blieb das Angebot von Lebensmitteln, aber auch Hausrat, Unterhaltungselektronik, Bekleidung und Fahrrädern.

1962 gegründet, wurde die Kette 1998 an die Metro verkauft. Der Name wurde zu  „Real“ geändert. 2012 wurde das 35jährige Bestehen des Einkaufszentrums gefeiert, das bis heute verschiedene Besitzerwechsel hinter sich hat.

Auch bei Real steht ein Besitzerwechsel an: im Herbst 2018 verkündet die Metro, sie wolle Real verkaufen. Am 6.12.18 nun gab Real bekannt, dass der Markt in Hürth geschlossen würde. Ein perfektes Weihnachtsgeschenk für die Beschäftigten! Sie konnten sich nun über die Feiertage auf ihre Arbeitslosigkeit vorbereiten. 98 Arbeitsplätze von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die teilweise schon Jahrzehnte diesem Betrieb gearbeitet haben und nun wenig Aussicht auf einen neuen Arbeitsplatz haben, gehen verloren. Die Beschäftigten hatten in der Vergangenheit bereits versucht, mit Lohnverzicht ihre Arbeitsplätze zu retten – vergeblich.

Die SPD Hürth solidarisierte sich mit den Beschäftigten, führte Gespräche mit dem Betriebsrat und schrieb die Zentrale an, um eine andere Lösung zu fordern. Die Düsseldorfer Zentrale verteidigte in einem dürren Vierzeiler ihre Position mit der Behauptung, sie hätten ihre soziale Verantwortung durch einen Sozialplan wahrgenommen.

Wie soll es nun weitergehen? Niemand der Verantwortlichen ist zu einer Stellungnahme bereit, die Zukunft des Einkaufszentrums ist ungewiss. Es ist zu erwarten, dass der Verkaufsraum monatelang leerstehen wird, erst im Dezember soll ein anderer Lebensmitteldiscounter ins Einkaufszentrum kommen.

Diese Situation bereitet große Sorgen um die Zukunft dieses Standortes. 

Wir wünschen allen, die durch die Schließung des Real ihren Arbeitsplatz verloren haben, alles Gute für die Zukunft und bieten unsere Unterstützung an.

Gesundheitstag am Goldenberg-Europakolleg

Am 18.6.19 fand zum 7. Mal am Goldenberg-Europakolleg in Hürth der Gesundheitstag statt. Die pädagogische Leitidee der „Gesunden Schule“ wird an diesem Tag für alle 750 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erlebbar. Jeder Schüler wählt an diesem Tag drei Seminare à 60 Minuten, es stehen 22 Angebote zur Wahl. Die Themen reichen von  Autogenem Training über Vorbeugung bei Alkohol- und Drogenkonsum, Sportangebote wie Bogenschießen bis zu Fahrsicherheitstraining und Stammzellentypisierung.

Die Schule hat sich dem Landesprogramm Bildung und Gesundheit verschrieben und ist damit eine von 9 Berufskollegs in NRW. Allerdings ist der Gesundheitstag keine Pflichtaufgabe, die das Förderprogramm vorschreibt. Das Gesundheits-Team des Berufskollegs hat den Anspruch entwickelt, die Schule salutogen, also gesundheitsfördernd zu gestalten. Dazu gehört, die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler zu stärken, sie bei Prüfungsangst zu trainieren, sie mit dem Thema Sicherheit am Arbeitsplatz vertraut zu machen und Suchtprävention zu betreiben.

Das Europakolleg arbeitet mit vielen Kooperationspartnern  wie der Polizei, der Salus-Klinik, dem Frauenforum, der Feuerwehr, aber auch mit vielen Vereinen zusammen.

Frau Drechsler und das Gesundheits-Team führten die Gäste aus Verwaltung, Politik und Polizei durch die Schule und zeigten die Vielfalt der angebotenen Seminare. Hier seien nur stellvertretend der Rollstuhlparcours, der Ernährungskurs und der Trommelkurs genannt.

Es war sehr beeindruckend zu sehen, mit welchem Engagement die Schule den Gedanken der Gesundheitsförderung an die Schüler heranträgt.

Wie wir es wollen

– ein Musiktheater und Film-Spektakel, losgelöst von Shakespeares Sommernachtstraum, dargestellt von über 60 Schüler*innen der Gesamtschule Hürth

Dank ihrer jahrelangen ausgezeichneten Projektarbeit an der Deutschherrenschule hat die Josef Metternich Musikschule gemeinsam mit der Gesamtschule Hürth den Zuschlag für ein ganz besonderes Vorhaben bekommen: „Wie wir es wollen“ – ein Musiktheater- und Film-Spektakel, losgelöst von Shakespeares Sommernachtstraum – ein Projekt im Rahmen der „Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung , gefördert  mit einer Fördersumme über 100.000 Euro.

Ein Dank geht an alle Unterstützer

Seit Oktober probten die Jugendlichen aus den Klassen 5 bis 7 wöchentlich mit ihrer Stimme im Chor, in der Theatergruppe, im Percussions-Ensemble, in der Trickfilm Gruppe und im Streichorchester neue Fähigkeiten, lernten etwas, was sie sich vorher noch nie gewagt hatten. Ausgehend von Shakespeares verrückter Vorlage und dann mit ihren Ideen ganz aktuell gestaltet haben die Jugendlichen ihr eigenes Stück entwickelt: das Gefühlschaos der ersten Liebe, das Durcheinander von Freundschaft und Eifersucht, der Wunsch nach Heirat und einem großen Fest mit all seinen Facetten und Wünschen – wie sie es wollen.

An einem ersten Wochenende im Oktober vergangenen Jahres  in Hellenthal lernten sich die Jugendlichen näher kennen, arbeiteten mit den  sechs Dozent*innen in den einzelnen Professionen und stellten schließlich an einem Wochenende in der Jugendherberge Brüggen das ganze Stück zusammen. Sie können auf eine ungemein erlebnisreiche Zeit zurückblicken, mit all ihren Hoffnungen, Wünschen, aber auch Ausdauer, Rückschlägen, schwierigen und glücklichen Momenten. Dies alles hat das Team zusammengebracht, so dass sie am letzten Wochenende formulierten: wir sind wunderbar unterstützt worden, wir schaffen das!

Die kulturelle Arbeit der „Bündnisse für Bildung“, durchgeführt vom Verband deutscher Musikschulen (VdM), soll Jugendliche ansprechen, die sonst keinen so einfachen Zugang dazu haben, mit Instrumenten, Bewegung und Gesang, Theater und Filmtechnik ihre Gefühle und Ideen auszudrücken, gemeinsam zu lernen und künstlerisch etwas zu gestalten. Respekt vor dem anderen, miteinander lernen, gemeinsam leben und erleben, ist die Grundlage für die Arbeit der sechs Dozent*innen aus den unterschiedlichsten Professionen.  Und um gleich keine Barrieren entstehen zu lassen, war das Ganze – Wochenkurse, Wochenendfahrten, Instrumente, Fahrten nach Köln und, und, und – für die beteiligten Schüler*innen kostenlos.

Auf Seiten der Gesamtschule war ein ebenso starkes Team von sechs Kolleg*innen mit dabei, um die Verbindung zum alltäglichen Schulleben zu gestalten, die Power der Jugendlichen, die sie im Projekt von ganz anderen Seiten kennen lernen können, im Schulleben lebendig zu halten.
Last but not least unterstützt der Förderverein der Musikschule dieses Projekt mit Manpower durch die ganze finanzielle Abwicklung.

Am 13.6.19 war es dann soweit:

Eine geheimnisvolle Atmosphäre am Anfang

Im vollen Römersaal entfalteten die SchülerInnen ein farbenfrohes Feuerwerk aus Musik und Tanz, Schauspiel, Gesang und Film über Liebe und Eifersucht, Freundschaft und Rivalität.

Eine bunte Hochzeitsgesellschaft

Alle Zuschauer waren gefesselt von singenden und tanzenden Elfen, wandernden und sprechenden Bäumen und einer bunten Hochzeitsgesellschaft. Das Ganze unterstützt von Streichern und der Perkussionsgruppe. Interessant auch die Trickfilme zwischendurch und die Interviews mit Passanten vor den Liebesschlössern auf der Hohenzollernbrücke. Die begeisterten Zuschauer dankten mit langem Applaus.

Großer Applaus auch in Bonn

Eine zweite Aufführung gab es in Bonn im Theater im Ballsaal mit anderem Ambiente aber genauso erfolgreich.

Eine tolle Leistung, die hohe Anerkennung verdient

Wir hoffen und wünschen, dass die Stadtverwaltung ihren Widerstand gegen solche Projekte aufgibt, die den Kindern unserer Stadt zugute kommen.

Neue Leitungen in Stadtbücherei und Musikschule

Die neuen Leitungen von Musikschule und Stadtbücherei stellten sich vor

Im Ausschuss für Kultur, Sport und Bäder (KSB) stellten sich am 5.6.19 die neuen Leitungen der Stadtbücherei, Frau Barbara Hoevels, und der Musikschule, Herr Thorsten Roth, vor, weil die SPD darum gebeten hatte.

Herr Roth ist ausgebildeter Kapellmeister, er hat bereits Musikschulen in Nördlingen und Kloten geleitet. Zu Beginn seines Vortrages erläuterte er, dass die Josef-Metternich-Musikschule rund 1800 Schülerinnen und Schüler habe, davon ungefähr 200 in Zusammenarbeit mit dem Förderverein. Er dankte dem Förderverein für seine Arbeit. Dann beschrieb er seine Vorstellungen zum Unterricht. Er legt besonderes Gewicht darauf, die Freude am Musizieren zu vermitteln, da für ihn Musik zur Persönlichkeitsbildung gehört. Dabei sieht er aber auch, welche Bedeutung das Vorspielen für die musikalische und persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler hat. Er will nicht nur Einzelunterricht, sondern auch das Musizieren in Ensembles weiter fördern.

Er wird die Projekte weiter fortführen, für die bereits Mittel bewilligt sind. Eine Wiederaufnahme des Musicalprojektes an der DHS sieht er frühestens im Herbst 2020.

Die neue Leiterin der Stadtbücherei, Frau Hoevels, die vorher Leiterin der Stadtbücherei in Burscheid war, stellte zu Beginn die Herausforderungen von Büchereien im allgemeinen dar. Sie nannte Stichworte wie Dritte Orte, Open Library, Bücherei als Lernort. Für uns in Hürth ist nur der letzte Aspekt von Bedeutung, die Bücherei als Lernort funktioniert, besonders für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen.

Das Selbstverbuchungssystem (RFID) soll ab Juli 2019 zum Einsatz kommen. Die Etikettierung und Erfassung sind abgeschlossen. Entgegen den ursprünglichen Plänen wird der Rückgabeautomat im Vorraum der Bücherei stehen, dafür sind noch bauliche Veränderungen nötig. Die Umstellung erfordert von Nutzern und Personal Eingewöhnungszeit.

Es ist unsicher, ob es wieder einen Sommerleseclub für Schülerinnen und Schüler geben wird, aber eine Schließung der Bücherei wie im letzten Sommer ist nicht vorgesehen. Für Werbeaktionen ist ein Flyer angedacht, da es die geplante Werbeaktion des Kreises nicht gegeben hat.

Als Fazit der beiden Vorträge ist festzuhalten, dass der Betrieb in beiden Einrichtungen jetzt wieder normal verlaufen kann. Denn es muss gesagt werden, dass die Stadtverwaltung die Neubesetzung lange hinausgezögert hat, so dass der Übergang holprig verlief. Im Fall der Stadtbücherei musste erstmalig 3 Wochen im Sommer geschlossen werden, in einer Zeit, die bevorzugt fürs Lesen genutzt werden kann.

Im Fall der Musikschule war es noch schlimmer: Die Stelle des Musikschulleiters blieb zweieinhalb Monate unbesetzt. Gleichzeitig ging die langjährige Sekretärin in Ruhestand, so dass kein erfahrener Ansprechpartner vorhanden war und keine geordnete Übergabe erfolgen konnte. Diese Politik wird zu Ungunsten der Nutzer und auf dem Rücken der Mitarbeitenden ausgetragen, die diese Defizite ausgleichen müssen. Auf diese Weise hat Herr Roth bereits jetzt 100 Überstunden angehäuft.
Und für die Stadtkasse sind auch Einnahmeausfälle zu befürchten. Manche Anmeldung zum Musikunterricht dürfte unterblieben sein, weil das Büro nicht besetzt war, oder wurde zurückgezogen, weil keine zeitnahe Bestätigung erfolgte.

Es ist zu hoffen, dass sich die Situation bald beruhigt und die gute Arbeit von Stadtbücherei und Musikschule weitergeführt wird.

Wir wünschen beiden Leitungen alles Gute, eine glückliche Hand in ihren Entscheidungen mit Impulsen für die Zukunft.