Besuch im Chemiepark Knapsack

Die AG 60+ der Hürth SPD besuchte am 17.5.19 den Chemiepark Knapsack. Nach der kurzen Busfahrt vom ZOB am Hürth Park stand eine Präsentation über den Chemiepark auf dem Programm. Günther Geisler, ehemaliger Mitarbeiter und Mitglied der Pensionärsvereinigung Knapsack, versorgte die Besucher mit Zahlen und Fakten.

Am Standort Knapsack wurde 1907 eine Anlage zur Produktion von Kalkstickstoff eröffnet, entscheidend für die Lage war die Nähe zum Energieträger Braunkohle. Kalkstickstoff wurde in der Landwirtschaft als Dünger verwendet. Es entwickelten sich Produktionsstätten für Phosphor; nach dem Abbau der Phosphorchemie wurden die Chlorchemie und die Herstellung von Kunststoff und Pflanzenschutzmitteln zum Kerngeschäft.
Der Chemiepark in seiner heutigen Form wurde 1998 gegründet, wobei die Hoechst AG in verschiedene Geschäftsbereiche aufgespalten wurde. Als Betreibergesellschaft für den Chemiepark fungiert bis heute die Infraserv Knapsack. Allerdings wurde uns Besuchern gesagt, dass sich dieser Name in Kürze ändern soll.

Nach dem Vortrag von Herrn Geisler wurde vom Kraftwerksleiter, Herrn Dirk Böhme, die Funktionsweise der Ersatzbrennstoffkraftwerks (EBKW) erläutert. Das EBKW verbrennt 300.000 Tonnen Abfall pro Jahr, der Bunker fasst 10.000 Tonnen vorsortierte Gewerbe- und Industrieabfälle, die speziell aufbereitet angeliefert werden. Die Besucher konnten dem Kranführer über die Schulter schauen, der die Abfälle dann mit seinem Greifer in den Aufnahmetrichter gibt. Der riesige Greifer fasst 5 Tonnen Abfall und könnte mit wenigen Griffen einen LKW vollladen. Die Abfälle werden bei 850° verbrannt. Dadurch werden auch Dioxine und Furane zerstört. Mit der Wärmeenergie der Kessel werden stündlich etwa 140 t Dampf erzeugt, der mit einem Druck von 60 bar und einer Temperatur von 420° eine Turbine für einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. So werden ca. 234.000 Megawattstunden elektrische Energie für den Chemiepark erzeugt, dies entspricht dem Bedarf von 68.000 Haushalten. Im Vergleich zur Stromerzeugung aus Braunkohle spart dieses Verfahren 92.000 t CO2 ein.
Zukünftig soll auch Klärschlamm verbrannt werden, der nicht mehr als Düngemittel auf den Feldern ausgebracht werden darf.

Nachdem die Besucher Schutzwesten, Helme und Schutzbrillen angelegt hatten, wurden sie durchs Kraftwerk geführt, wo sie die Prozesse nachvollziehen konnten.

Besuch in der Leitstelle

Das Mittagessen wurde in der Kantine eingenommen. Danach wurden die Besucher im Bus über das Gelände gefahren, um ihnen einen Eindruck vom Chemiepark zu verschaffen.

Viele der Besucher hatten eine persönliche Beziehung zum Chemiepark, sei es, dass sie selbst früher dort beschäftigt gewesen waren oder dass Verwandte oder Bekannte jetzt noch dort arbeiten. Das machte es für sie besonders interessant.

Wir danken dem Chemiepark für die kompetente Führung und die gute Bewirtung.
Da nicht alle Interessenten berücksichtigt werden konnten, gibt es am 6.9.19 noch einmal die Gelegenheit, diesen Besuch durchzuführen. Wir freuen uns darauf.

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