Mobile Jugendarbeit und Schulsozialarbeit werden wieder getrennt!

Zwei Jahre lang wurden in Hürth die Mobile Jugendarbeit und Schulsozialarbeit in Personalunion durchgeführt. Träger war die „Katholische Jugendagentur“ (kja), die als einzige Bewerberin den Zuschlag für die Durchführung bekommen hatte.

Im März 2018 wurde eine Zwischenbilanz gezogen, die verheerend ausfiel. Es hatten sich keinerlei von der Mehrheitsfraktion behaupteten Synergieeffekte ergeben. Im Gegenteil hatte sich herausgestellt, dass das Personal die verschiedenen Zielgruppen nicht im erwünschten Maße erreichen konnte. Die Gruppe der Schulkinder hatte andere Bedarfe als die Gruppe der Jugendlichen. Die Sozialarbeiter schilderten, welchen Belastungen sie durch die Kombination der beiden Bereiche ausgesetzt waren: vormittags Probleme von Grundschülern in Efferen und Alstädten-Burbach lösen und nachmittags und abends sich um Freizeitprojekte von Jugendlichen in sechs Stadtteilen kümmern: das musste scheitern. Daher beklagten sich die Schulen über unzureichende Präsenz, die durch die Arbeitszeiten begründet waren und die Sozialarbeiter empfanden das Pensum als nicht leistbar.

Die SPD hatte von Anfang an darauf hingewiesen, dass dieses Projekt zum Scheitern verurteilt sei, weil es nicht die verschiedenen Bedarfe von Schulkindern und Jugendlichen abdecken konnte. Leider aber hat die Mehrheitsfraktion dies nicht beachtet und zum Schaden des Personals und der Kinder und Jugendlichen ihre Vorstellungen durchgesetzt.

Die SPD begrüßt, dass die Verwaltung jetzt die beiden Bereiche trennen will. Jedoch hätten wir gewünscht, die Stellen bei der Stadt anzusiedeln und sie nicht an einen freien Träger zu vergeben. Die Verwaltung weigerte sich aber, die Stellen mit städtischen Kräften zu besetzen. Wir stimmten schließlich der Ausschreibung zu, jedoch mit dem Auftrag, nach Auslaufen des Projekts die Schaffung eigener Stellen zu prüfen. Wir werden sehr genau beobachten, wie sich das Projekt weiter entwickelt.

Sommerfest 2018 „Am Gustav“

Am 15.9.18 feierte das Familienbüro „Am Gustav“ (Gustav-Stresemann-Ring in Efferen) sein Sommerfest. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren wurde das Familienbüro eröffnet. Es ist eine Anlaufstelle im Viertel mit Angeboten wie Müttercafé, Hausaufgabenbetreuung, Offenem Jugendtreff, Kochkursen für Babynahrung, Offenem Anwohnertreff, Beratung für pflegende Angehörige und Bücherangeboten, um nur einige zu nennen. In zwei Jahren hat es sich gut etabliert und wird rege angenommen.

Das Sommerfest bei strahlendem Sonnenschein wurde von vielen Familien, Anwohnern, aber auch Jugendpolitikern besucht. Auch das Gewandhaus, das preiswerte Bekleidung anbietet, war mit einem Stand vertreten. Das Gewandhaus hatte das Familienbüro Am Gustav mit einer Spende von 4000 Euro unterstützt. Hier zeigt sich Vernetzung von ihrer besten Seite.

Das „Gustav-Team “ mit Frau Engel (3.von links), Frau Annen-Waizner (2. von rechts) und Frau Pankow (ganz rechts) mit fröhlichen Gästen.

Wir freuen uns über diese gelungene Sozialraumprojekt und wünschen für die Zukunft weiterhin viel Erfolg.

Das IPZ ist gerettet!

Mitgliederversammlung beschließt
Weiterführung des Vereins

Seit 36 Jahren leistet das Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit mit Sitz in Hürth positive Arbeit zur Förderung von internationalen Partnerschaften. Es berät Kommunen, Partnerschaftsvereine und Schulen in der Planung und Durchführung von Partnerschaftsprojekten. Besonders hervorzuheben ist die Beratung bei Anträgen zu Fördermitteln der Europäischen Union, hier ist seine Arbeit unersetzlich. Das IPZ führt Netzwerktreffen und Schulungen sowie Fachtage und Treffen mit Multiplikatoren durch. Mitglieder sind sowohl Kommunen als auch Partnerschaftsvereine, Regionen und Landkreise, Europainstitutionen und Einzelpersonen. Das Anliegen des IPZ ist, den Europa-Gedanken zu vertiefen und durch internationale Projekte zu stärken.

mehr über das IPZ hier

Leider kann die Arbeit des IPZ nicht dauerhaft durch Mitgliedsbeiträge und Kursgebühren finanziert werden. Die EU kürzte Fördermittel und strich die institutionelle Förderung. Die Arbeit ließ sich nur noch auf Kosten der Mitarbeiterinnen aufrechterhalten, die mit Reduzierung der Stundenzahl und Kurzarbeit loyal zum Verein standen. Jedoch konnte trotzdem keine dauerhafte Verbesserung erreicht werden. Deshalb wurde überlegt, nicht nur die Geschäftsstelle zu schließen, sondern auch den Verein aufzulösen.

Jedoch auf der Mitgliederversammlung am 7.9.18 in Bedburg war die einhellige Meinung, dass das Netzwerk mit 430 Mitgliedern und das Fachwissen für Praxisfragen der Partnerschaftsarbeit unbedingt erhalten bleiben sollte. Einstimmig wurde beschlossen, den Verein zu erhalten, jedoch mit schmerzlichen Einschnitten. Die Geschäftsstelle wird geschlossen, allen vier Mitarbeiterinnen wurde gekündigt. Aber: der Newsletter wird jeden Monat erstellt, Netzwerk und Fachwissen bleiben weiter verfügbar, da eine Honorarkraft einmal wöchentlich Auskünfte erteilt. Zwei-bis dreimal im Jahr werden kostenlose Treffen angeboten, die von Honorarmitarbeitern, Ehrenamtlern und dem Vorstand geplant und durchgeführt werden. Die Geschäftsführerin, Frau Noddeland, ist weiter für den Verein tätig, allerdings nur noch an einem Tag.

Nach dem Beschluss, den Verein nicht aufzulösen, wurde der Vorstand neu gewählt, Sascha Solbach bleibt Vorsitzender.

Der neue Vorstand des IPZ: (vlnr) Sascha Solbach, Isabell Kurz, Ricarda Kerl, Angelika Joormann-Luft, Anna Noddeland, Friedrich Löhr, Wolfgang Kunert, Marijke Mulder

Es ist sehr zu begrüßen, dass in der gegenwärtigen Stimmung, die auf Abschottung und Nationalisierung zielt, die Arbeit eines solchen Vereins, der internationale Projekte unterstützt, für mehr Europa wirbt und die Förderung gegenseitigen Austausches zum Ziel hat, erhalten bleibt.

In Zukunft wird auch in Hürth mehr von ihm zu hören sein.