Was ist der Stadtspitze unsere Musikschule wert?

 Die Josef-Metternich Musikschule unserer Stadt ist für ihre gute Arbeit bekannt. Zur Zeit hat sie die Rekordzahl von 1800 Schülerinnen und Schülern. Damit erreicht sie rund ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen während ihrer Schulzeit. Regelmäßig nehmen einige von ihnen am Landes- und Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ teil, viele erringen gute bis sehr gute Plätze. Das Sommerfest am 1.7.18 war ein großartiger Beweis dafür, welche Breite das Unterrichtsangebot umfaßt. Alle Altersklassen waren vertreten, das Programm erstreckte sich über mehr als vier Stunden.

Die Musikschule pflegt den Kontakt zu Schulen und Kindergärten; im Jekits-Projekt können Kinder sich mit verschiedenen Instrumenten vertraut machen, an den weiterführenden Schulen werden Workshops angeboten. Die Baglama (türkische Laute) wird so erfolgreich unterrichtet, dass es einen Bundessieger mit dem Instrument gab. Es hat Musikaustausche gegeben mit Polen und Chile, die für alle Beteiligten eine Bereicherung waren. In diesen Tagen erarbeiten zum vierten Mal Schüler und Lehrer ein Musical an der Deutschherrenschule.

Auch im Erwachsenen- und Seniorenbereich hat die Musikschule ihre Teilnehmerzahlen gesteigert, die Seniorenstreicherklasse und das Veeh-Harfen-Ensemble erfreuen sich großer Beliebtheit.

Dies ist nur eine Auswahl der vielen Projekte, die zusätzlich zum „normalen“ Unterricht stattfinden und von allen Musikschullehrern getragen werden. Motor und Seele dieser vielfältigen Aktivitäten ist der Musikschulleiter Ruddi Sodeman, der aber zum 31.10.18 in den Ruhestand gedrängt wird.

Jetzt ist die Ausschreibung für seine Nachfolge veröffentlicht, die mit aller Schärfe klarmacht, was der Stadtspitze unsere Musikschule wert ist. Sie sucht allen Ernstes einen Musikschulleiter ohne Musikstudium, ein Verwaltungsfachwirt erscheint ihr geeignet, die aufgelisteten vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Ein musikpädagogisches Studium ist erwünscht, aber nicht Bedingung. Auch soll die neue Leitung in einer niedrigeren Entgeltgruppe eingeordnet werden mit noch geringerem Gehalt in der Probezeit.

Diese Ausschreibung ist ein Schlag ins Gesicht des Personals unserer Musikschule. Abgesehen davon, dass die Einstellung einer Verwaltungsfachkraft als Musikschulleiter den Rauswurf aus dem Verband der Musikschulen bedeuten würde, hätte die Stadt auch den jährlichen Verlust von 15 000 Euro Förderung durch das Land zu verkraften. Dies wäre Geldverschwendung und ein Prestigeverlust.

Was also will unsere Stadtführung? Offensichtlich ist ihr der qualitativ hochwertige Fortbestand unserer Musikschule gleichgültig, man wünscht sich einen willfährigen Sachbearbeiter, der den Stadtoberen nicht in die Quere kommt. Hier ist Widerstand angesagt, um zu verdeutlichen, welcher Gefahr unsere Musikschule ausgesetzt ist.

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