Fahrt nach Maastricht mit der AG 60+

Es waren 43 Personen aus ganz Hürth, die am 23.8.17 nach Maastricht fuhren. Zuerst ging es nach Valkenburg, wo die Mergelhöhlen auf dem Programm standen. Im „Mergelrijk“ konnte nicht nur die Geschichte des Abbaus von Mergel, Feuerstein und Kohle besichtigt werden, sondern auch Skulpturen aller Art, die in den Mergel gehauen waren, gesehen werden.

Die Nachtwache als Sandskulptur

Die Höhlen dienten nicht nur der Gewinnung von Rohstoffen, sondern waren auch Zufluchtsorte in Kriegszeiten oder Wohnungen. Selbst Nester für Uhus sind angelegt worden.

Auch Champignonzucht gab es in den Höhlen

Schloß Valkenburg ist heute eine Ruine, es wurde des öfteren belagert und im Jahr 1672 gesprengt und zwar, weil es nicht in die Hände der Franzosen fallen sollte.

Wir verließen das Städtchen Valkenburg, mit dem uns die Geschichte verbindet, denn Hürth gehörte zur Herrschaft Valkenburg in Brabant und war sogar lehenspflichtig- aber das ist lange her! Es ging weiter nach Maastricht, wo wir nach dem Mittagessen einen Stadtrundgang unternahmen. Drei Gruppen mit unterschiedlichem Tempo erkundeten die Stadt, in unserer Gruppe legte der Stadtführer, Herr Houx, nicht nur Gewicht auf die Geschichte der Stadt, sondern auch auf die Stadtentwicklung mit Augenmerk auf dem sozialen Wohnungsbau.

Wir starteten am Marktplatz in Richtung Binnenhafen und waren überrascht, in der Boschsstraat 101 ein Bild des heiligen Arnoldus zu finden, dem Schutzpatron der Bierbrauer. Er forderte dazu auf, Bier zu trinken statt Wasser, was heute sicher nicht bei jedem auf Gegenliebe stoßen würde.

Arnold der Schutzheilige der Bierbrauer

Maastricht ist bekannt für seine Universität mit 16000 Studenten, von denen nur die Hälfte Niederländer sind. Von den 90 vertretenen Nationen stellen die Deutschen mit 3000 Studenten eine große Gruppe. Studienfächer sind Wirtschaft, Psychologie, Jura und Medizin. Technische Fächer werden von der RWTH Aachen abgedeckt. Dies zeigt, dass die Region grenzüberschreitend ist und europäisch denkt. Dies spiegelt sich auch in den verschiedenen Sprachen, die hier gesprochen werden, nicht nur gibt es Schilder in zwei Sprachen, nämlich niederländisch und dem südlimburgischen Dialekt, sondern auch die verschiedenen Besatzungen haben ihre Sprachen hinterlassen, so dass neben Flämisch auch Französisch und Deutsch gesprochen werden.

Im Februar 1992 wurde der Vertrag von Maastricht geschlossen, der unter anderem die Einführung einer gemeinsamen Währung, des Euro, beinhaltete. Dieser Beschluss wurde von den Limburgern besonders begrüßt, da der Euro sie von den vier verschiedenen Automaten im Parkhaus für die verschiedenen Währungen befreite.

 

Maastricht war nie eine Hansestadt, weil die Maas ein Regenfluss ist, der im Sommer nicht genug Wasser führt, um gut schiffbar zu sein. Deshalb wurde von 1823-26 ein Kanal gebaut, der Maastricht mit s´Hertogenbosch verbindet. Heute ist der Binnenhafen nur noch ein Freizeithafen.

Im Boschstraatqwartier läßt sich die Stadtentwicklung gut beobachten: aus dem ehemaligen Kraftwerk Lumière wurde ein Kino, im ehemaligen Fabrikgebäude gibt es Probenräume für junge Musiker. Das Quartier um den Binnenhafen beherbergte früher Fabrikarbeiter, heute sind es Studenten.

1901 begann man mit dem Bau von Arbeiterwohnungen, allerdings mit niedrigem Standard, erst seit den 1960er Jahren haben sie modernen Standard erreicht.

Dieses Viertel besteht aus Sozialwohnungen und Eigentumswohnungen, wobei Eigentumswohnungen mit einem Quadratmeterpreis von 3000 Euro verkauft werden, geförderte Wohnungen kosten 10 Euro Miete pro Quadratmeter. Dies ist ein Vorzeigeviertel.

Ein anderes Quartier (Ceramique) entstand nach 1986, als das Gelände der Keramikfabrik an die Stadt fiel, wo man nicht nur Wohnungen errichtete, sondern auch ein Museum und die Stadtbibliothek, die auch als Kulturzentrum dient.

Ein sehr interessanter Blick auf Maastricht mit einem kundigen Stadtführer, mit dem wir noch ein leckeres Bier tranken.

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