Erwachsenengebühren an der Musikschule werden nicht erhöht

In der Sitzung des KSB (Ausschuss für Kultur, Sport und Bäder) v. 27.9.17 waren die Erwachsenengebühren an der Musikschule erneut Thema. Die Verwaltung hatte Zahlen vorgelegt, die insgesamt belastbarer waren als bisherige Vorlagen. Danach liegt der Deckungsgrad unter Berücksichtigung aller Kosten:

für Einzelunterricht bei 74%

für altersgemischte Ensembles bei 87%

für Erwachsenenensembles bei 100,,6%

Würde man diese Lücke schließen, müsste die Gebühr von jetzt 146,80 im Monat bei 45 Minuten Unterricht auf 198,38 Euro steigen.

Dies hält auch die CDU für nicht zumutbar.

Wenn die Erwachsenen auf Grund einer solchen Erhöhung den Unterricht beendeten, würde sich das Defizit der  Stadt erhöhen. Denn die Gebühren übersteigen ja jetzt bereits die variablen Kosten. Die Fixkosten blieben  auch nach Einstellung des Erwachsenenunterrichts erhalten.

Unklar blieb in der Verwaltungsvorlage jedoch, wie hoch der Anteil der Verwaltungskosten ist, die der Musikschule zugerechnet werden. Neben dem Musikschulleiter wird auch der Kulturamtsleiter als Kosten aufgeführt. Hier muss geklärt werden, mit welchen Anteil seiner Arbeitskosten der Amtsleiter  die Musikschule belastet. Er ist ja außerdem für das Bürgerhaus, die Stadtbücherei und das Stadtarchiv zuständig.

Unklar ist auch, wie die Verwaltungskostenpauschale von 41.504 Euro begründet wird. Denn viele Verwaltungstätigkeiten, die früher von Ämtern im Rathaus geleistet wurden, sind von der Musikschule übernommen worden. Hier gilt es zu klären, ob nicht Verwaltungskosten doppelt berechnet werden. Falls diese Kosten zu hoch angesetzt sind, würde sich der Deckungsgrad der Erwachsenengebühren noch erhöhen.

In dieser Sitzung des KSB wurde noch keine Erhöhung der Erwachsenengebühren beschlossen. Hier schreckte man vor einer solch drastischen Maßnahme zurück. Das heißt allerdings nicht, dass das Thema vom Tisch ist. Es wurde bereits angekündigt, es in den Haushaltsberatungen wieder aufzunehmen. Es gilt also für uns, wachsam zu sein.

Keine Honorarkräfte für Unterricht an der Musikschule! ?

CDU kanzelt Elternvertreter ab

In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Bäder war der Elterbeirat der Musikschule laut Tagesordnung eingeladen, zu der Vorlage vom 28.6.17, also zum Thema Honorarkräfte  für den Unterricht , Stellung zu nehmen.

Anscheinend ist das Thema „Honorarkräfte“ aus der Sicht der CDU erledigt.  Denn zum Erstaunen vieler Anwesender bat der Vorsitzende Lang den Elternvertreter Mertens, nicht zum Thema, sondern zur „Zukunftsfähigkeit“ der Musikschule Stellung zu nehmen. Das wäre eigentlich eine Frage an den Musikschulleiter gewesen .

Herr Mertens trug gemäß der Tagesordnung die Bedenken der Eltern ruhig und sachlich vor. Er betonte, dass die Eltern die Qualität des Unterrichts gefährdet sehen. Einmal weil Honorarkräfte nicht an das pädagogische Konzept der Musikschule gebunden werden können und weil bei Honorarkäften mit höherer Fluktuation der Lehrkräfte gerechnet werden muss.  Schließlich werde, zumindest nach den Zahlen eines einschlägigen Urteils des Landessozialgerichts, kein Geld gespart.

Honrarkräfte seien grundsätzlich aber für einzelne Projekte denkbar.

Nach dem Vortrag von Herrn Mertens kanzelte Her Rock ihn ab, er habe nur die Verwaltungsvorlage zu Honorarkräften erläutert, man habe aus seinen Worten nichts Neues gelernt. Allerdings widerlegte er sich sofort selber, als er Herrn Mertens unterstellte, er habe die Verwaltungskosten für Honorarkräfte „ausgenullt“, was Herr Mertens sofort richtigstellte. Hier wird deutlich, dass Herr Rock, der ja angeblich die Verwaltungsvorlage so gut kannte, übersehen hatte, dass darin die Existenz von Verwaltungskosten für Honorarkräfte bestritten wurde,  Auf diese Art erscheinen Tarifkräfte natürlich teurer .

Auch in der anschließenden Diskussion versuchte die CDU vom Thema abzulenken. Es wurde deutlich, dass die Musikschule für CDU/Grüne nur ein Kostenfaktor ist. Sie sind nicht bereit, die ausgezeichnete und überregional bekannte Arbeit wertzuschätzen und zu unterstützen. Um es ganz klar zu machen: eine Musikschule, die überwiegend mit Honorarkräften arbeitet, kann das nicht leisten, was unsere Musikschule bietet (kein Jekits, kein Musikaustausch, Jugend musiziert und vieles mehr), stattdessen erhöhte Fluktuation der Dozenten und eine Vorprogrammierung von Altersarmut bei gleichzeitiger Rechtsunsicherheit. Ist das die Zukunft unserer Musikschule?

Wir hoffen, dass dies nur „Rückzugsgefechte“ von CDU und Grünen waren und nun das Thema „Honorarkräfte“ erledigt ist.

 

Unsere Gesamtschule feiert ihr neues Gebäude

Bürgermeister Breuer hat seinen Frieden mit ihr gemacht

Kurz nach Beginn des neuen Schuljahres feierte die Gesamtschule Hürth am 8.9.17 ihren Einzug in den Neubau. Nach einer Bauzeit von zwei Jahren konnte die Gesamtschule aus ihrem Provisorium an der Bonnstraße im Gebäude der ehemaligen Dr. Kürten-Schule in die Nachbarschaft des Albert-Schweitzer-Gymnasiums umziehen. Trotz aller Unkenrufe sind der Zeitplan eingehalten und der geplante Kostendeckel von 40 Millionen Euro sogar unterschritten worden.

Ein Saxophon-Trio zeigt sein Können.

Die vier Jahrgänge, die jetzt eingezogen sind, finden ein Gebäude vor, das den Anforderungen moderner inklusiver Pädagogik genügt, denn von den 463 Schülerinnen und Schülern haben 44 Förderbedarf. Besonders stolz ist die Schule auf ihre „Lerninseln“ für jede Jahrgangsstufe mit Differenzierungsräumen und Lehrerstation, bestens ausgestatteten Fachräumen, zu denen auch eine Bibliothek gehört. In der Mensa finden 240 Personen Platz. Die Schule arbeitet mit modernen digitalen Medien, so sind alle Unterrichtsräume mit Beamer und WLAN versorgt.

Bürgermeister Breuer konnte in seiner Rede nicht verschweigen, dass diese Schule umstritten war. Diese Formulierung ist erläuterungsbedürftig, es war vielmehr so, dass die CDU mit allen Mitteln versuchte,  die Gesamtschule zu verhindern. Deshalb entdeckte Herr Breuer z.B. den Schutz von seltenen Tieren. Der Widerstand der CDU gipfelte in dem Versuch, die Oberstufe abzuspalten.

Walther Boecker freut sich mit mir über den gelungenen Neubau.

Nur dem Engagement von Eltern und Schülern, aber auch und nicht zuletzt vom früheren Bürgermeister Boecker, der SPD, den Grünen und Ratsmitglied Saleh Mati war es zu verdanken, dass dieses Vorhaben verhindert werden konnte.

Nun spricht Bürgermeister Breuer von einer „Bereicherung der Schullandschaft“. Diese Einschätzung können wir nur unterstreichen. Da Herr Breuer darauf hinwies, dass die Einweihung am „Tag der Vergebung“ stattfand, nehmen wir dies als Aufforderung, ihm seine früheren Aktionen zu vergeben. Richten wir den Blick nach vorne, denn es gibt genügend Probleme in dieser Stadt, die es zu lösen gilt, deshalb ist konstruktive Arbeit gefragt.

vlnr.: Günter Reiners, Katrin Härtl, Silvia Lemmer, Michael Kleofasz, Katja Niewisch, Stephan Renner, Margit Reisewitz, Walther Boecker, Schulleiterin Sabine Sommer

Wir wünschen der Gesamtschule in ihrem neuen Gebäude einen guten Start und erfolgreiche Arbeit für die kommenden Jahre. Möge ihr Motto: „Dem Lernen eine gute Zeit geben“ sich für alle Schülerinnen und Schüler bewahrheiten.

Fahrt nach Maastricht mit der AG 60+

Es waren 43 Personen aus ganz Hürth, die am 23.8.17 nach Maastricht fuhren. Zuerst ging es nach Valkenburg, wo die Mergelhöhlen auf dem Programm standen. Im „Mergelrijk“ konnte nicht nur die Geschichte des Abbaus von Mergel, Feuerstein und Kohle besichtigt werden, sondern auch Skulpturen aller Art, die in den Mergel gehauen waren, gesehen werden.

Die Nachtwache als Sandskulptur

Die Höhlen dienten nicht nur der Gewinnung von Rohstoffen, sondern waren auch Zufluchtsorte in Kriegszeiten oder Wohnungen. Selbst Nester für Uhus sind angelegt worden.

Auch Champignonzucht gab es in den Höhlen

Schloß Valkenburg ist heute eine Ruine, es wurde des öfteren belagert und im Jahr 1672 gesprengt und zwar, weil es nicht in die Hände der Franzosen fallen sollte.

Wir verließen das Städtchen Valkenburg, mit dem uns die Geschichte verbindet, denn Hürth gehörte zur Herrschaft Valkenburg in Brabant und war sogar lehenspflichtig- aber das ist lange her! Es ging weiter nach Maastricht, wo wir nach dem Mittagessen einen Stadtrundgang unternahmen. Drei Gruppen mit unterschiedlichem Tempo erkundeten die Stadt, in unserer Gruppe legte der Stadtführer, Herr Houx, nicht nur Gewicht auf die Geschichte der Stadt, sondern auch auf die Stadtentwicklung mit Augenmerk auf dem sozialen Wohnungsbau.

Wir starteten am Marktplatz in Richtung Binnenhafen und waren überrascht, in der Boschsstraat 101 ein Bild des heiligen Arnoldus zu finden, dem Schutzpatron der Bierbrauer. Er forderte dazu auf, Bier zu trinken statt Wasser, was heute sicher nicht bei jedem auf Gegenliebe stoßen würde.

Arnold der Schutzheilige der Bierbrauer

Maastricht ist bekannt für seine Universität mit 16000 Studenten, von denen nur die Hälfte Niederländer sind. Von den 90 vertretenen Nationen stellen die Deutschen mit 3000 Studenten eine große Gruppe. Studienfächer sind Wirtschaft, Psychologie, Jura und Medizin. Technische Fächer werden von der RWTH Aachen abgedeckt. Dies zeigt, dass die Region grenzüberschreitend ist und europäisch denkt. Dies spiegelt sich auch in den verschiedenen Sprachen, die hier gesprochen werden, nicht nur gibt es Schilder in zwei Sprachen, nämlich niederländisch und dem südlimburgischen Dialekt, sondern auch die verschiedenen Besatzungen haben ihre Sprachen hinterlassen, so dass neben Flämisch auch Französisch und Deutsch gesprochen werden.

Im Februar 1992 wurde der Vertrag von Maastricht geschlossen, der unter anderem die Einführung einer gemeinsamen Währung, des Euro, beinhaltete. Dieser Beschluss wurde von den Limburgern besonders begrüßt, da der Euro sie von den vier verschiedenen Automaten im Parkhaus für die verschiedenen Währungen befreite.

 

Maastricht war nie eine Hansestadt, weil die Maas ein Regenfluss ist, der im Sommer nicht genug Wasser führt, um gut schiffbar zu sein. Deshalb wurde von 1823-26 ein Kanal gebaut, der Maastricht mit s´Hertogenbosch verbindet. Heute ist der Binnenhafen nur noch ein Freizeithafen.

Im Boschstraatqwartier läßt sich die Stadtentwicklung gut beobachten: aus dem ehemaligen Kraftwerk Lumière wurde ein Kino, im ehemaligen Fabrikgebäude gibt es Probenräume für junge Musiker. Das Quartier um den Binnenhafen beherbergte früher Fabrikarbeiter, heute sind es Studenten.

1901 begann man mit dem Bau von Arbeiterwohnungen, allerdings mit niedrigem Standard, erst seit den 1960er Jahren haben sie modernen Standard erreicht.

Dieses Viertel besteht aus Sozialwohnungen und Eigentumswohnungen, wobei Eigentumswohnungen mit einem Quadratmeterpreis von 3000 Euro verkauft werden, geförderte Wohnungen kosten 10 Euro Miete pro Quadratmeter. Dies ist ein Vorzeigeviertel.

Ein anderes Quartier (Ceramique) entstand nach 1986, als das Gelände der Keramikfabrik an die Stadt fiel, wo man nicht nur Wohnungen errichtete, sondern auch ein Museum und die Stadtbibliothek, die auch als Kulturzentrum dient.

Ein sehr interessanter Blick auf Maastricht mit einem kundigen Stadtführer, mit dem wir noch ein leckeres Bier tranken.