„Unser Engagement trägt Früchte“

Wohnen in Hürth 30.5.2017

SPD-AG 60+ lud zur Informationsveranstaltung «Wohnen in Hürth: bedarfsgerecht und bezahlbar für alle Generationen»

Zu einer Veranstaltung rund um das Thema «Wohnen in Hürth: bedarfsgerecht und bezahlbar für alle Generationen» lud die Arbeitsgemeinschaft 60+ des SPD-Ortsvereins in Hürth am 30. Mai in die Friedrich-Ebert-Realschule ein. Dass dem Aufruf trotz heißem Frühsommerwetters so viele Interessierte gefolgt waren, freute Margit Reisewitz, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hürth, die zu Beginn die Redner vorstellte.

Manfred Siry, Leitender Stadtbaudirektor der Stadt Hürth, skizzierte in seinem Beitrag die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. Laut Statistiken müsse bis 2025 in NRW mit einem Bevölkerungswachstum von 31 % gerechnet werden. Demgegenüber wolle die Stadt steuernd eingreifen und im Rahmen des 2015 beschlossenen Wohnbaukonzepts bis 2030 lediglich einen Anstieg von 10 % zulassen. Konkret bedeute dies einen Bevölkerungszuwachs von 6.000 Einwohnern. In den letzten Jahren seien durch die hohe Nachfrage die Kosten bei Neuvermietungen um 10 %, beim Kauf sogar um 25 % gestiegen. Siry versicherte, dass der Anteil an Sozialem Wohnungsbau in Hürth dennoch konstant bleiben solle. Dazu müssten 27 Sozialwohnungen pro Jahr gebaut werden, da laufend Wohnungen aus der Sozialbindung herausfielen. Aus dem Publikum wurden nach Sirys Ausführungen kritische Stimmen laut, die ein städtisches Konzept zu bezahlbarem Wohnraum für Bürger mit niedrigem Einkommen vermissten. Die Stadtpolitik ließe sich die Bedingungen vom Markt diktieren und käme ihrer sozialen Verpflichtung nicht nach.

Achim Leirich, Geschäftsführer der Hürther GWG, beleuchtete die Problematik von einer anderen Seite aus. Unterschiedliche Interessengruppen bestimmten das Thema Wohnungsbau, wodurch ein Preisanstieg unvermeidlich sei, wenn es keine Steuerung gebe. In diesem Zusammenhang äußerte Leirich sich kritisch gegenüber den Kreisverwaltungen: Da wo die GWG Wohnraum bauen wolle, um auch den Anteil an Sozialwohnungen konstant zu halten, dauerte die Bewilligung von Anträgen einfach zu lang. Leirich, der in seinem Vortrag unter anderem auf die GWG-Projekte Bonnstraße, Drafenstraße und Krankenhausstraße einging, stellte in diesem Zusammenhang auch Standards zur Diskussion. Wolle man günstigen Wohnraum haben, müsse man auch dazu bereit sein, in Hinblick auf Wohnraumfläche, Barrierefreiheit, Aufzüge, Stellplätze oder die Bereitstellung von Serviceangeboten wie betreutem Wohnen Konzessionen zu machen.

Margit Reisewitz dankte den Rednern und freute sich über zwei weitere Gäste, die den Erläuterungen im Hinblick auf das Thema betreutes Wohnen etwas hinzuzufügen hatten. Irene Grentz stellte ein Projekt der Wohnungsgenossenschaft eG Göttingen vor, in dem altersgerechtes Wohnen realisiert wurde.

Jürgen Constien schilderte, dass er angeregt durch die Diskussionsveranstaltung der SPD-AG 60+ im letzten Jahr zum Thema Wohngenossenschaften dazu angeregt worden sei, mit weiteren Hürthern eine Wohngenossenschaft zu gründen. Diese wolle in Eigenregie ein Wohnprojekt realisieren, das ein bezahlbares und altersgerechtes Zusammenleben unterschiedlicher Generationen ermöglicht. „Ich bin sehr glücklich, dass unsere Veranstaltungen ganz konkret Bürgerinnen und Bürger in Hürth dazu inspirieren, aktiv zu werden und ihr Umfeld zu gestalten. Auch heute haben wir dazu beigetragen, dass neue Interessenten sich mit Herrn Constien vernetzt haben“, freute sich Margit Reisewitz. „Wir können aber auch politisch etwas bewegen: Unsere Diskussion über das Bielefelder Modell und selbstbestimmtes Wohnen mit Versorgungssicherheit wurde auch im Ausschuss aufgegriffen. Das zeigt uns, dass unser Engagement Früchte trägt und den politischen Druck auf Behörden und Verwaltung erhöht“, so Reisewitz weiter.

Auch der  Stadtanzeiger berichtete. Hier der Link.