Fehlentscheidungen vermeiden: Gutachten prüfen!

Im Finanzausschuss soll heute das Vorgehen beschlossen werden, nach dem die Verwaltung die Vorschläge der Firma Rödl & Partner umsetzen soll.

Das Gutachten scheint mir aber von zweifelhafter Qualität zu sein. Bei vielen Punkten, zu denen ich anderweitige Einblicke mitbringe, entdecke ich erhebliche Mängel. Das lässt befürchten, dass die Studie auch in anderen Bereichen unbrauchbar ist.

Stadtbücherei

Grundsätzlich kann ich mir die Einführung eines RFID-Selbstbuchungssystem vorstellen.
Ich habe mir auch schon bei anderen Bibliotheken solche Systeme angesehen.

Bei der Kostenbetrachtung (nach Rödl&Partner insgesamt ca 40.000 €) fehlen aber die größten Kostenblöcke.

  • – Die Kosten für ca 50.000 Transponder belaufen sich z.Zt. auf 35.000 €
  • – Die Transponder müssen auf die Medien aufgebracht und in das System eingelesen werden. Berechnet man je Medium nur 2 Minuten, kommt man auf einen Arbeitsaufwand von 1.667 Stunden. Dies entspricht der Jahresleistung einer Vollzeitkraft.
  • – Ob die erhoffte Ersparnis von 0,31 Vollzeitstellenäquivalent realisiert werden kann, ist äußerst zweifelhaft. Bei einer so kleinen Bücherei wie unserer benötigt man eine Mindestpersonaldecke, um die Öffnungszeiten aufrechtzuerhalten.

Musikschule

Die in der Vorlage der Verwaltung angegebenen Personalkosten von 2500€ je Jahreswochenstunde eines angestellten Musiklehrers sind falsch. Korrekt sind ca. 1700€.

DMS

An der Einführung eines DMS kommt die Stadt auf die Dauer nicht vorbei.

In der Ankündigung im Hauptausschuss hatten die Ersparnisse durch Einführung eines DMS eine unrealistische Höhe. Nun wird aber mindestens zugegeben, dass es nicht abzusehen ist, dass diese Personaleinsparungen erreicht werden. Sicher sind nur die Kosten!

Vorsicht bei Umsetzung der Vorschläge eines solchen Gutachtens!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.