Sport und Musik sind wie „Äpfel und Birnen“ sagt die CDU

In der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Bäder vom 15.2.17 gab es neue Erkenntnisse, wie sich die Kooperation aus CDU und Grünen die Welt vorstellt. Sport und Musik sind dabei völlig unterschiedlich förderungswürdig. Sport ja – Musik nein. Der Wunsch, die Gebühren der Musikschule anzuheben, lässt dabei jede Vernunft vermissen.

Die Privatfehde einiger Ratsmitglieder (z.B. von Herrn Dr. Seydel von den Grünen) gegen unsere Musikschule treibt dabei seltsame Blüten.
Ihnen ist bekannt, dass es eine detaillierte Berechnung der Kosten insbesondere für Erwachsene gibt. Sie wurde  am19.4.2016 im Ausschuss  FBH zur Niederschrift gegeben. Statt diese aus dem Ratssystem abzurufen, verlangen Sie, dass die Verwaltung diese Zahlen noch einmal berechnet. Beschäftigungstherapie? Auch den Einwand, dass es sich im Ergebnis um Bagatellbeträge für den Haushalt handelt, wollen sie nicht gelten lassen.

Nun zur Sache:

Wirtschaftliche Betrachtung

Auf Basis der im Ratssystem hinterlegten Daten kommt man zu einem Kostendeckungsgrad von 76%.  Dazu müssen anteilig noch Landeszuschüsse berücksichtigt werden.

Wichtiger als der Kostendeckungsgrad ist allerdings der Deckungsbeitrag.

Die Gebühren für Erwachsene sind höher als die variablen Kosten (Personalkosten und Bewirtschaftungskosten). Damit leisten sie einen Beitrag zur Deckung der hohen Fixkosten.

D.h

  • Mehr Erwachsene verringern das Defizit der Musikschule,
  • weniger Erwachsene führen zu einem größeren Defizit.

Vor diesem Hintergrund ist Vorsicht beim Erhöhen der Gebühren geboten.
Besonders kritisch sind dabei die Gebühren für die Ensembles zu sehen. Denn wenn sich Menschen daraus zurückziehen, bleiben ja alle variablen Kosten erhalten, solange nicht das ganze Ensemble aufgelöst wird. Es fehlen dann nur die Gebühren.

Politische Betrachtung

Die Stadt unterhält verschiedene Einrichtungen wie Musikschule, Bücherei aber auch Sportstätten, die der Lebensqualität und auch der Gesundheit der Bürger dienen sollen.

Aktives Musizieren, sagt z.B. die Alzheimer Gesellschaft, ist gut insbesondere für ältere Menschen. So wie wir uns wünschen, dass es für den Zugang zu Sportstätten keine große finanzielle Hürde geben darf, gilt dies auch für aktives Musizieren, Der Zugang zur Musikschule muss für viele Menschen möglich sein. Der schmale Geldbeutel von Rentnern soll sie nicht ausschließen!

Dies sehen CDU und Grüne völlig anders! Sportstätten und das Gebäude der Musikschule sind für sie wie „Äpfel und Birnen“. Sportstätten sollen kostenfrei für Erwachsene sein. Bei der Musikschule „muss man sehen, wofür Geld ausgegeben wird“: also lieber nichts.

Vielleicht sollten wir einmal alte Feindbilder vergessen und in Ruhe überlegen, welchen Segen unsere Musikschule für alle Menschen, auch für ältere bringen kann.

Fehlentscheidungen vermeiden: Gutachten prüfen!

Im Finanzausschuss soll heute das Vorgehen beschlossen werden, nach dem die Verwaltung die Vorschläge der Firma Rödl & Partner umsetzen soll.

Das Gutachten scheint mir aber von zweifelhafter Qualität zu sein. Bei vielen Punkten, zu denen ich anderweitige Einblicke mitbringe, entdecke ich erhebliche Mängel. Das lässt befürchten, dass die Studie auch in anderen Bereichen unbrauchbar ist.

Stadtbücherei

Grundsätzlich kann ich mir die Einführung eines RFID-Selbstbuchungssystem vorstellen.
Ich habe mir auch schon bei anderen Bibliotheken solche Systeme angesehen.

Bei der Kostenbetrachtung (nach Rödl&Partner insgesamt ca 40.000 €) fehlen aber die größten Kostenblöcke.

  • – Die Kosten für ca 50.000 Transponder belaufen sich z.Zt. auf 35.000 €
  • – Die Transponder müssen auf die Medien aufgebracht und in das System eingelesen werden. Berechnet man je Medium nur 2 Minuten, kommt man auf einen Arbeitsaufwand von 1.667 Stunden. Dies entspricht der Jahresleistung einer Vollzeitkraft.
  • – Ob die erhoffte Ersparnis von 0,31 Vollzeitstellenäquivalent realisiert werden kann, ist äußerst zweifelhaft. Bei einer so kleinen Bücherei wie unserer benötigt man eine Mindestpersonaldecke, um die Öffnungszeiten aufrechtzuerhalten.

Musikschule

Die in der Vorlage der Verwaltung angegebenen Personalkosten von 2500€ je Jahreswochenstunde eines angestellten Musiklehrers sind falsch. Korrekt sind ca. 1700€.

DMS

An der Einführung eines DMS kommt die Stadt auf die Dauer nicht vorbei.

In der Ankündigung im Hauptausschuss hatten die Ersparnisse durch Einführung eines DMS eine unrealistische Höhe. Nun wird aber mindestens zugegeben, dass es nicht abzusehen ist, dass diese Personaleinsparungen erreicht werden. Sicher sind nur die Kosten!

Vorsicht bei Umsetzung der Vorschläge eines solchen Gutachtens!