CDU sieht keine Kinderarmut in Hürth

In der letzten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales und Inklusion (BSI) stand auf der Tagesordnung die Anpassung der Einkommensgrenzen für Hürth-Pass-Inhaber. Inhaber dieses Passes bekommen Vergünstigungen beispielsweise im Familienbad, in der Stadtbücherei und der Musikschule. Für die 1030 Hürth-Pass-Inhaber bezahlt die Stadt jährlich rund 25 000 Euro.

SPD und Linke schlugen nun vor, die Einkommensgrenzen so zu gestalten, dass auch Familien mit weniger als drei Kindern in den Genuß des Hürth-Passes gekommen wären, denn nicht nur Familien mit drei und mehr Kindern sind in Hürth von Armut betroffen. Allerdings wies die schwarz-grüne Mehrheit diesen Vorschlag zurück, ein CDU-Sprecher sagte sogar: „Es gibt in Hürth keine Kinderarmut!“ Diese Behauptung wurde sofort von Svenja Disselbeck, die als stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbundes Hürth sprach, vehement zurückgewiesen. Auch wenn man Aussagen anderer Institutionen heranzieht, lässt sich diese Aussage der CDU nicht halten. Das Jugendamt weist darauf hin, dass in Hürth 12-15% der Kinder von Armut bedroht sind, auch die Erfahrungen der Leiter der Ferienspiele sprechen eine andere Sprache. Hier kommt es vor, dass Betreuerinnen den fehlenden Beitrag aus eigener Tasche bezahlen, um dem Kind die Teilnahme zu ermöglichen.

Aber im BSI sahen CDU und Grüne keinen Bedarf, die Einkommensgrenzen anzuheben. Wir wünschen uns, dass diese beiden Parteien die Wirklichkeit in Hürth wahrnehmen und entsprechend handeln.

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