Pavillon auf dem Schulhof der Brüder-Grimm-Schule: Will die Stadt Geld verschenken?

Am 30.8.16 hat der Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr gegen die Stimmen der SPD beschlossen, den Flüchtlingscontainer in Kalscheuren auf den Schulhof der Brüder-Grimm-Grundschule zu versetzen, da die Schule Raumbedarf angemeldet hatte. Obwohl dieser Container erst an die schulischen Zwecke angepasst und umgebaut werden muss, sei diese Lösung kostengünstiger, als einen neuen Container anzuschaffen, der sofort von der Schule zu nutzen ist.

Die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen scheinen mir aber recht fragwürdig. Die Kosten für das Versetzen des Wohnmoduls werden mit 146.000 Euro recht hoch angegeben, der Umbau (Versetzen von Wänden, Herausreissen von fast neuen Sanitäreinrichtungen und dann natürlich Wiederherstellen der Böden ) mit 24.000 als gering.

Wenn die Verwaltung meint, das Wohnmodul werde nicht mehr benötigt , liegt es eigentlich nahe, es zu verkaufen.  Der Markt für Büro-/Wohncontainer ist auch im Sommer noch  nicht so gesättigt wie von manchen vermutet.  Auch wenn  so große Module seltener nachgefragt werden als kleinere , ein ernster Versuch sollte gemacht werden.  Ein kurze Internetrecherche zeigt, dass gebrauchte Wohnmodule dieser Größenordnung für ca 60.000 Euro angeboten werden. Ein Käufer hätte (angenommen die Zahlen der Vewaltung sind korrekt) für 206.000 Euro ein Wohnmodul von 297 qm, für ihn gegenüber einer Neubeschaffung eine große Ersparnis. Für unsere Stadt bedeutete diese eine Ersparnis von 15.000 Euro. Hinzu kommen noch die Betriebskosten. Die nicht benötigten Räume müssen ja beheizt, regelmäßig gereinigt und instandgehalten werden. Über diesen Umgang mit Geld und anderen Ressourcen kann man nur den Kopf schütteln.

Aber nicht nur wirtschaftliche Argumente, auch gravierende pädagogische und ökologische Gründe stehen dem Vorgehen der Verwaltung entgegen.

Schulhof

Der große Container würde den Platz rechts ab dem Baum (einschließlich) einnehmen, der aus Schulsicht ausreichende nur die Hälfte.

Ein Container, der mehr als doppelt so groß ist wie benötigt, schränkt die Bewegungsfreiheit und Spielfläche auf dem Schulhof stark ein. (Niemand von der Verwaltung konnte sagen, wie das Versetzen von Spielgeräten zu Buche schlägt). Der Schulhof wird unübersichtlicher und die Aufsicht wird erschwert. Der Baum, dem die Kinder einen Namen gegeben haben und der eine besondere Rolle spielt, wird der Säge zum Opfer fallen. (Hiermit hatte die Fraktion der Grünen kein Problem, für die sonst jeder Baum wertvoll ist).

Im Schulausschuss wies die Schulleiterin Frau Borchel-Breuer darauf hin, dass ein zu großer Container höhere Betriebskosten mit sich brächte, das stünde dem Konzept der Schule entgegen, die gerade erst als Energiesparschule ausgezeichnet worden ist. Auch bemängelte sie, dass sie in keiner Weise in den Prozeß mit eingebunden gewesen sei.

Es bleibt der Eindruck, dass hier von der Verwaltung ein Schnellschuss gemacht wurde, der von Schwarz-Grün abgesegnet wird. Konsequenzen wurden entweder nicht bedacht oder werden beiseite geschoben. Also: an anderen Schulen werden Anbauten genehmigt, aber in Gleuel darf es auch ein gebrauchter Container sein, der den Schulhof zupflastert?

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