«Wohngenossenschaften – eine besondere Wohnform & eine Lösung für Wohnprobleme der Zukunft?

SPD-AG 60+ lädt zur Informationsveranstaltung «Wohngenossenschaften – eine besondere Wohnform & eine Lösung für Wohnprobleme der Zukunft?».

Zu einer weiteren Veranstaltung rund um das Thema Wohnen lud am 6. April 2016 die Arbeitsgemeinschaft 60-Plus des SPD-Ortsvereins in Hürth. Margit Reisewitz, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hürth, eröffnete die Informations- und Diskussionsveranstaltung unter der Überschrift «Wohngenossenschaften – eine besondere Wohnform & eine Lösung für Wohnprobleme der Zukunft?». Als Gastredner eingeladen war diesmal Martin Frysch von der Gemeinnützigen Wohngenossenschaft Köln-Sülz eG.

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Große Durchmischung von Altersgruppen

Frysch skizzierte in seinem Vortrag die Entstehung der Wohngenossenschaften, die sich im 19. Jahrhundert aufgrund der prekären Wohnverhältnisse in den Städten entwickelten. Dabei ging er auch auf die Geschichte der Gemeinnützigen Wohngenossenschaft Köln-Sülz eG ein. Die 1920 im Kölner Stadtteil Sülz gegründete Genossenschaft unterhält aktuell sogar sechs Wohneinheiten in Hürth, wo derzeit keine eigenen Wohnungsbaugenossenschaften existieren.

Frysch stellte verschiedene Projekte vor, die in den letzten Jahren von der Wohngenossenschaft Köln-Sülz realisiert wurden, und beleuchtete auch das Thema, das die Teilnehmer der Veranstaltung vorrangig interessierte: Neue Wohnmodelle, in denen Jung und Alt selbstbestimmt zusammen wohnen können. Frysch unterstrich, dass in den von der Sülzer Wohngenossenschaft betreuten Objekten eine große Durchmischung von Altersgruppen bestehe. Das mache auch die Quartiere lebendig, zeigte Frysch sich überzeugt. Konkrete Mehr-Generationen-Konzepte sähe seine Wohngenossenschaft jedoch nicht vor. Außerdem gab Frysch zu bedenken, dass solche Konzepte aus seiner Sicht meist schon mit der Zweitbelegung nicht mehr funktionierten.

 

Gründung eigener Wohnungsgenossenschaft in Hürth

Bei der anschließenden Diskussionsrunde stellten die Anwesenden Fragen, in denen es vor allem darum ging, herauszufinden, inwieweit die Wohngenossenschaften Perspektiven für das gemeinsame Wohnen von Jung und Alt böten. So wollten Zuhörer etwa wissen, ob auch Demenzgruppen in den Projekten der Sülzer Wohngenossenschaft vorgesehen seien. Oder sie interessierten sich dafür, wie die ärztliche Versorgung in den Wohnprojekten gewährleistet sei. Auch wollten die Anwesenden mehr über die Vorteile erfahren, die Wohngenossenschaften gegenüber Wohnungsbaugesellschaften hätten. Darüber hinaus traten mehrere Zuhörer, die die Gründung einer Wohngenossenschaft in Hürth planten, mit konkreten Fragen an Frysch heran.

 

Druck auf Behörden und Verwaltung

Margit Reisewitz bedankte sich bei allen Teilnehmern und freute sich darüber, dass es in Hürth ein breites Engagement für das Thema gebe und zivile Gruppen bereits über die Gründung von Wohngenossenschaften in Hürth nachdächten: „Wenn wir konkret Bürgerinnen und Bürgern Informationen für die Gründung einer Genossenschaft an die Hand gegeben haben, ist das bereits ein Erfolg“, unterstricht Reisewitz. „Mit den Informationen, die wir bei dieser Veranstaltung gesammelt haben, kann die SPD-AG 60+ weiter am Ball bleiben und sich in Behörden und Politik für die Förderung alternativer Wohnmodelle einsetzen. Wir lassen bei diesem zukunftswichtigen Thema auf keinen Fall locker“, so Reisewitz weiter.

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