Die letzten Tage von Real im Einkaufszentrum:

eine Ära geht zu Ende

Am 29.6.19 ist der letzte Verkaufstag im Real im Einkaufszentrum Hürth. Damit geht eine Ära zu Ende: seit der Eröffnung des Einkaufszentrums 1977 gab es ein Warenhaus mit breiter Angebotspalette. Anfangs unter dem Namen Allkauf und auf zwei Etagen verteilt, wurde die Möbelabteilung auf der oberen Etage aufgegeben und es blieb das Angebot von Lebensmitteln, aber auch Hausrat, Unterhaltungselektronik, Bekleidung und Fahrrädern.

1962 gegründet, wurde die Kette 1998 an die Metro verkauft. Der Name wurde zu  „Real“ geändert. 2012 wurde das 35jährige Bestehen des Einkaufszentrums gefeiert, das bis heute verschiedene Besitzerwechsel hinter sich hat.

Auch bei Real steht ein Besitzerwechsel an: im Herbst 2018 verkündet die Metro, sie wolle Real verkaufen. Am 6.12.18 nun gab Real bekannt, dass der Markt in Hürth geschlossen würde. Ein perfektes Weihnachtsgeschenk für die Beschäftigten! Sie konnten sich nun über die Feiertage auf ihre Arbeitslosigkeit vorbereiten. 98 Arbeitsplätze von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die teilweise schon Jahrzehnte diesem Betrieb gearbeitet haben und nun wenig Aussicht auf einen neuen Arbeitsplatz haben, gehen verloren. Die Beschäftigten hatten in der Vergangenheit bereits versucht, mit Lohnverzicht ihre Arbeitsplätze zu retten – vergeblich.

Die SPD Hürth solidarisierte sich mit den Beschäftigten, führte Gespräche mit dem Betriebsrat und schrieb die Zentrale an, um eine andere Lösung zu fordern. Die Düsseldorfer Zentrale verteidigte in einem dürren Vierzeiler ihre Position mit der Behauptung, sie hätten ihre soziale Verantwortung durch einen Sozialplan wahrgenommen.

Wie soll es nun weitergehen? Niemand der Verantwortlichen ist zu einer Stellungnahme bereit, die Zukunft des Einkaufszentrums ist ungewiss. Es ist zu erwarten, dass der Verkaufsraum monatelang leerstehen wird, erst im Dezember soll ein anderer Lebensmitteldiscounter ins Einkaufszentrum kommen.

Diese Situation bereitet große Sorgen um die Zukunft dieses Standortes. 

Wir wünschen allen, die durch die Schließung des Real ihren Arbeitsplatz verloren haben, alles Gute für die Zukunft und bieten unsere Unterstützung an.

Gesundheitstag am Goldenberg-Europakolleg

Am 18.6.19 fand zum 7. Mal am Goldenberg-Europakolleg in Hürth der Gesundheitstag statt. Die pädagogische Leitidee der „Gesunden Schule“ wird an diesem Tag für alle 750 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erlebbar. Jeder Schüler wählt an diesem Tag drei Seminare à 60 Minuten, es stehen 22 Angebote zur Wahl. Die Themen reichen von  Autogenem Training über Vorbeugung bei Alkohol- und Drogenkonsum, Sportangebote wie Bogenschießen bis zu Fahrsicherheitstraining und Stammzellentypisierung.

Die Schule hat sich dem Landesprogramm Bildung und Gesundheit verschrieben und ist damit eine von 9 Berufskollegs in NRW. Allerdings ist der Gesundheitstag keine Pflichtaufgabe, die das Förderprogramm vorschreibt. Das Gesundheits-Team des Berufskollegs hat den Anspruch entwickelt, die Schule salutogen, also gesundheitsfördernd zu gestalten. Dazu gehört, die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler zu stärken, sie bei Prüfungsangst zu trainieren, sie mit dem Thema Sicherheit am Arbeitsplatz vertraut zu machen und Suchtprävention zu betreiben.

Das Europakolleg arbeitet mit vielen Kooperationspartnern  wie der Polizei, der Salus-Klinik, dem Frauenforum, der Feuerwehr, aber auch mit vielen Vereinen zusammen.

Frau Drechsler und das Gesundheits-Team führten die Gäste aus Verwaltung, Politik und Polizei durch die Schule und zeigten die Vielfalt der angebotenen Seminare. Hier seien nur stellvertretend der Rollstuhlparcours, der Ernährungskurs und der Trommelkurs genannt.

Es war sehr beeindruckend zu sehen, mit welchem Engagement die Schule den Gedanken der Gesundheitsförderung an die Schüler heranträgt.

Wie wir es wollen

– ein Musiktheater und Film-Spektakel, losgelöst von Shakespeares Sommernachtstraum, dargestellt von über 60 Schüler*innen der Gesamtschule Hürth

Dank ihrer jahrelangen ausgezeichneten Projektarbeit an der Deutschherrenschule hat die Josef Metternich Musikschule gemeinsam mit der Gesamtschule Hürth den Zuschlag für ein ganz besonderes Vorhaben bekommen: „Wie wir es wollen“ – ein Musiktheater- und Film-Spektakel, losgelöst von Shakespeares Sommernachtstraum – ein Projekt im Rahmen der „Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung , gefördert  mit einer Fördersumme über 100.000 Euro.

Ein Dank geht an alle Unterstützer

Seit Oktober probten die Jugendlichen aus den Klassen 5 bis 7 wöchentlich mit ihrer Stimme im Chor, in der Theatergruppe, im Percussions-Ensemble, in der Trickfilm Gruppe und im Streichorchester neue Fähigkeiten, lernten etwas, was sie sich vorher noch nie gewagt hatten. Ausgehend von Shakespeares verrückter Vorlage und dann mit ihren Ideen ganz aktuell gestaltet haben die Jugendlichen ihr eigenes Stück entwickelt: das Gefühlschaos der ersten Liebe, das Durcheinander von Freundschaft und Eifersucht, der Wunsch nach Heirat und einem großen Fest mit all seinen Facetten und Wünschen – wie sie es wollen.

An einem ersten Wochenende im Oktober vergangenen Jahres  in Hellenthal lernten sich die Jugendlichen näher kennen, arbeiteten mit den  sechs Dozent*innen in den einzelnen Professionen und stellten schließlich an einem Wochenende in der Jugendherberge Brüggen das ganze Stück zusammen. Sie können auf eine ungemein erlebnisreiche Zeit zurückblicken, mit all ihren Hoffnungen, Wünschen, aber auch Ausdauer, Rückschlägen, schwierigen und glücklichen Momenten. Dies alles hat das Team zusammengebracht, so dass sie am letzten Wochenende formulierten: wir sind wunderbar unterstützt worden, wir schaffen das!

Die kulturelle Arbeit der „Bündnisse für Bildung“, durchgeführt vom Verband deutscher Musikschulen (VdM), soll Jugendliche ansprechen, die sonst keinen so einfachen Zugang dazu haben, mit Instrumenten, Bewegung und Gesang, Theater und Filmtechnik ihre Gefühle und Ideen auszudrücken, gemeinsam zu lernen und künstlerisch etwas zu gestalten. Respekt vor dem anderen, miteinander lernen, gemeinsam leben und erleben, ist die Grundlage für die Arbeit der sechs Dozent*innen aus den unterschiedlichsten Professionen.  Und um gleich keine Barrieren entstehen zu lassen, war das Ganze – Wochenkurse, Wochenendfahrten, Instrumente, Fahrten nach Köln und, und, und – für die beteiligten Schüler*innen kostenlos.

Auf Seiten der Gesamtschule war ein ebenso starkes Team von sechs Kolleg*innen mit dabei, um die Verbindung zum alltäglichen Schulleben zu gestalten, die Power der Jugendlichen, die sie im Projekt von ganz anderen Seiten kennen lernen können, im Schulleben lebendig zu halten.
Last but not least unterstützt der Förderverein der Musikschule dieses Projekt mit Manpower durch die ganze finanzielle Abwicklung.

Am 13.6.19 war es dann soweit:

Eine geheimnisvolle Atmosphäre am Anfang

Im vollen Römersaal entfalteten die SchülerInnen ein farbenfrohes Feuerwerk aus Musik und Tanz, Schauspiel, Gesang und Film über Liebe und Eifersucht, Freundschaft und Rivalität.

Eine bunte Hochzeitsgesellschaft

Alle Zuschauer waren gefesselt von singenden und tanzenden Elfen, wandernden und sprechenden Bäumen und einer bunten Hochzeitsgesellschaft. Das Ganze unterstützt von Streichern und der Perkussionsgruppe. Interessant auch die Trickfilme zwischendurch und die Interviews mit Passanten vor den Liebesschlössern auf der Hohenzollernbrücke. Die begeisterten Zuschauer dankten mit langem Applaus.

Großer Applaus auch in Bonn

Eine zweite Aufführung gab es in Bonn im Theater im Ballsaal mit anderem Ambiente aber genauso erfolgreich.

Eine tolle Leistung, die hohe Anerkennung verdient

Wir hoffen und wünschen, dass die Stadtverwaltung ihren Widerstand gegen solche Projekte aufgibt, die den Kindern unserer Stadt zugute kommen.

Neue Leitungen in Stadtbücherei und Musikschule

Die neuen Leitungen von Musikschule und Stadtbücherei stellten sich vor

Im Ausschuss für Kultur, Sport und Bäder (KSB) stellten sich am 5.6.19 die neuen Leitungen der Stadtbücherei, Frau Barbara Hoevels, und der Musikschule, Herr Thorsten Roth, vor, weil die SPD darum gebeten hatte.

Herr Roth ist ausgebildeter Kapellmeister, er hat bereits Musikschulen in Nördlingen und Kloten geleitet. Zu Beginn seines Vortrages erläuterte er, dass die Josef-Metternich-Musikschule rund 1800 Schülerinnen und Schüler habe, davon ungefähr 200 in Zusammenarbeit mit dem Förderverein. Er dankte dem Förderverein für seine Arbeit. Dann beschrieb er seine Vorstellungen zum Unterricht. Er legt besonderes Gewicht darauf, die Freude am Musizieren zu vermitteln, da für ihn Musik zur Persönlichkeitsbildung gehört. Dabei sieht er aber auch, welche Bedeutung das Vorspielen für die musikalische und persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler hat. Er will nicht nur Einzelunterricht, sondern auch das Musizieren in Ensembles weiter fördern.

Er wird die Projekte weiter fortführen, für die bereits Mittel bewilligt sind. Eine Wiederaufnahme des Musicalprojektes an der DHS sieht er frühestens im Herbst 2020.

Die neue Leiterin der Stadtbücherei, Frau Hoevels, die vorher Leiterin der Stadtbücherei in Burscheid war, stellte zu Beginn die Herausforderungen von Büchereien im allgemeinen dar. Sie nannte Stichworte wie Dritte Orte, Open Library, Bücherei als Lernort. Für uns in Hürth ist nur der letzte Aspekt von Bedeutung, die Bücherei als Lernort funktioniert, besonders für Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen.

Das Selbstverbuchungssystem (RFID) soll ab Juli 2019 zum Einsatz kommen. Die Etikettierung und Erfassung sind abgeschlossen. Entgegen den ursprünglichen Plänen wird der Rückgabeautomat im Vorraum der Bücherei stehen, dafür sind noch bauliche Veränderungen nötig. Die Umstellung erfordert von Nutzern und Personal Eingewöhnungszeit.

Es ist unsicher, ob es wieder einen Sommerleseclub für Schülerinnen und Schüler geben wird, aber eine Schließung der Bücherei wie im letzten Sommer ist nicht vorgesehen. Für Werbeaktionen ist ein Flyer angedacht, da es die geplante Werbeaktion des Kreises nicht gegeben hat.

Als Fazit der beiden Vorträge ist festzuhalten, dass der Betrieb in beiden Einrichtungen jetzt wieder normal verlaufen kann. Denn es muss gesagt werden, dass die Stadtverwaltung die Neubesetzung lange hinausgezögert hat, so dass der Übergang holprig verlief. Im Fall der Stadtbücherei musste erstmalig 3 Wochen im Sommer geschlossen werden, in einer Zeit, die bevorzugt fürs Lesen genutzt werden kann.

Im Fall der Musikschule war es noch schlimmer: Die Stelle des Musikschulleiters blieb zweieinhalb Monate unbesetzt. Gleichzeitig ging die langjährige Sekretärin in Ruhestand, so dass kein erfahrener Ansprechpartner vorhanden war und keine geordnete Übergabe erfolgen konnte. Diese Politik wird zu Ungunsten der Nutzer und auf dem Rücken der Mitarbeitenden ausgetragen, die diese Defizite ausgleichen müssen. Auf diese Weise hat Herr Roth bereits jetzt 100 Überstunden angehäuft.
Und für die Stadtkasse sind auch Einnahmeausfälle zu befürchten. Manche Anmeldung zum Musikunterricht dürfte unterblieben sein, weil das Büro nicht besetzt war, oder wurde zurückgezogen, weil keine zeitnahe Bestätigung erfolgte.

Es ist zu hoffen, dass sich die Situation bald beruhigt und die gute Arbeit von Stadtbücherei und Musikschule weitergeführt wird.

Wir wünschen beiden Leitungen alles Gute, eine glückliche Hand in ihren Entscheidungen mit Impulsen für die Zukunft.

Besuch im Chemiepark Knapsack

Die AG 60+ der Hürth SPD besuchte am 17.5.19 den Chemiepark Knapsack. Nach der kurzen Busfahrt vom ZOB am Hürth Park stand eine Präsentation über den Chemiepark auf dem Programm. Günther Geisler, ehemaliger Mitarbeiter und Mitglied der Pensionärsvereinigung Knapsack, versorgte die Besucher mit Zahlen und Fakten.

Am Standort Knapsack wurde 1907 eine Anlage zur Produktion von Kalkstickstoff eröffnet, entscheidend für die Lage war die Nähe zum Energieträger Braunkohle. Kalkstickstoff wurde in der Landwirtschaft als Dünger verwendet. Es entwickelten sich Produktionsstätten für Phosphor; nach dem Abbau der Phosphorchemie wurden die Chlorchemie und die Herstellung von Kunststoff und Pflanzenschutzmitteln zum Kerngeschäft.
Der Chemiepark in seiner heutigen Form wurde 1998 gegründet, wobei die Hoechst AG in verschiedene Geschäftsbereiche aufgespalten wurde. Als Betreibergesellschaft für den Chemiepark fungiert bis heute die Infraserv Knapsack. Allerdings wurde uns Besuchern gesagt, dass sich dieser Name in Kürze ändern soll.

Nach dem Vortrag von Herrn Geisler wurde vom Kraftwerksleiter, Herrn Dirk Böhme, die Funktionsweise der Ersatzbrennstoffkraftwerks (EBKW) erläutert. Das EBKW verbrennt 300.000 Tonnen Abfall pro Jahr, der Bunker fasst 10.000 Tonnen vorsortierte Gewerbe- und Industrieabfälle, die speziell aufbereitet angeliefert werden. Die Besucher konnten dem Kranführer über die Schulter schauen, der die Abfälle dann mit seinem Greifer in den Aufnahmetrichter gibt. Der riesige Greifer fasst 5 Tonnen Abfall und könnte mit wenigen Griffen einen LKW vollladen. Die Abfälle werden bei 850° verbrannt. Dadurch werden auch Dioxine und Furane zerstört. Mit der Wärmeenergie der Kessel werden stündlich etwa 140 t Dampf erzeugt, der mit einem Druck von 60 bar und einer Temperatur von 420° eine Turbine für einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. So werden ca. 234.000 Megawattstunden elektrische Energie für den Chemiepark erzeugt, dies entspricht dem Bedarf von 68.000 Haushalten. Im Vergleich zur Stromerzeugung aus Braunkohle spart dieses Verfahren 92.000 t CO2 ein.
Zukünftig soll auch Klärschlamm verbrannt werden, der nicht mehr als Düngemittel auf den Feldern ausgebracht werden darf.

Nachdem die Besucher Schutzwesten, Helme und Schutzbrillen angelegt hatten, wurden sie durchs Kraftwerk geführt, wo sie die Prozesse nachvollziehen konnten.

Besuch in der Leitstelle

Das Mittagessen wurde in der Kantine eingenommen. Danach wurden die Besucher im Bus über das Gelände gefahren, um ihnen einen Eindruck vom Chemiepark zu verschaffen.

Viele der Besucher hatten eine persönliche Beziehung zum Chemiepark, sei es, dass sie selbst früher dort beschäftigt gewesen waren oder dass Verwandte oder Bekannte jetzt noch dort arbeiten. Das machte es für sie besonders interessant.

Wir danken dem Chemiepark für die kompetente Führung und die gute Bewirtung.
Da nicht alle Interessenten berücksichtigt werden konnten, gibt es am 6.9.19 noch einmal die Gelegenheit, diesen Besuch durchzuführen. Wir freuen uns darauf.

Mehr Sicherheit für alle Schulkinder!

Bürgerproteste haben kürzlich dazu geführt, dass die Stadtverwaltung an der Carl-Orff-Schule die Einrichtung von Hol- und Bringzonen prüfen wird. Die SPD fordert eine solche Prüfung seit langem auch für die Deutschherrenschule in Hermülheim. Und auch an der Sudetenstraße beim ASG und der Gesamtschule gibt es nach Aussage der Schulleitungen Handlungsbedarf.

Viele Grundschüler werden zur Schule mit dem PKW gebracht. Manche Eltern meinen, ihr Kind fast in den Klassenraum fahren zu müssen. Ein Mittel dagegen sind die Hol- und Bringzonen, die lt. ADAC mindestens 150 m, am besten aber mehr als 250 m von der Schule entfernt liegen sollen. Das Ziel ist, dass

  • alle Kinder durch den gut geplanten Weg zur Schule Sicherheit im Straßenverkehr erlernen
  • kritische Situationen und Unfälle vermieden werden
  • die Anlieger in der Umgebung entlastet werden

Die Einrichtung solcher Zonen ist aber nur ein Teil eines umfassenderen Konzepts. Im Leifaden für die Praxis „Das Elterntaxi an Grundschulen“ des ADAC von 2018 ist dies leicht verständlich nachzulesen.

Viele Teile dieses Konzepts hat die Schulleitung bereits durchgesetzt. So gibt es z.B. regelmäßig Aufklärungsaktionen der Eltern mit Anregungen zur Verkehrserziehung und „Denkzettelaktionen“, bei denen in Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsamt dem Nachdruck verliehen wird. Es fehlen aber die geeigneten Hol- und Bringzonen und die damit verbundenen Maßnahmen. Gelegentlich ist es ja nötig, doch den PKW zu nehmen, dann aber bitte nur bis zu einer der Bringzonen!

Nicht zuletzt wegen der Aufhebung der Schulbezirke im Jahr 2006 durch die CDU-geführte Landesregierung wählen Eltern leider nicht unbedingt die nächste Grundschule und sorgen so für Autoverkehr.

Schwarz-Grün bestreitet die Notwendigkeit für die DHS, verweigert sogar eine Prüfung der Verhältnisse und verweist auf eine andere Schule, bei der die Situation nicht so kritisch sei. Ein kurzer Blick auf den Stadtplan sollte genügen, um zu erkennen, dass die Lage der Deutschherrenschule mit dem Sackgassensystem besonders gefährlich ist und ein Eingreifen erfordert.

Die Kinder der Deutschherrenschule und der Carl-Orff-Schule sollten uns gleich wertvoll sein!

 

Eine Lösung für Elterntaxis?

Der Verkehr in unserer Stadt ist oft anstrengend, besonders zu den Stoßzeiten. Extrem stressig geht es aber morgens vor den Schulen zu, wo Eltern ihre Kinder mit dem Auto hinbringen. Of kommt es dabei zu gefährlichen Situationen, wegen Zeitdruck und Enge der Straße.

Eine Lösung könnten die sog. Hol-und Bringzonen sein, wo Eltern ihre Kinder absetzen können, so dass sie von dort aus zur Schule gehen.

Die SPD hatte bereits 2016 einen Antrag zur Einrichtung solcher Kurzzeitparkplätze für die Deutschherrenschule und das ASG in den Schulausschuss eingebracht. Beide Schulen hatten sich dafürausgesprochen. Leider aber lehnten CDU/Grüne diesen Vorschlag ab.

Ausgelöst durch Bürgerproteste ist nun in der Verwaltung ein Denkprozess in Gang gekommen, der unsere Idee wieder aufnimmt. An der Carl-Orff-Grundschule könnte es Hol-und Bringzonen geben, in denen die Kinder abgesetzt werden können. Wir werden deshalb einen erneuten Vorstoß unternehmen, die gefährliche Situation an der Deutschherrenschule und dem ASG zu entschärfen. Wir hoffen, dass die Mehrheit sich dieses Mal anschließt, damit wir gemeinsam zum Wohle unserer Stadt handeln.

Leben im Alter wird zu immer wichtigerem Thema

Die SPD-AG 60+ lud zu einer Informationsveranstaltung unter dem Titel «Wie kann der Übergang von der Erwerbsarbeit in den Ruhestand gelingen?»

Viele Menschen, die ein ganzes Leben lang erwerbstätig gewesen sind, fallen mit der Verrentung von einem Tag auf den anderen in ein tiefes Loch. Wie aber kann dies verhindert werden? Dieser wichtigen Frage in einer statistisch immer älter werden Gesellschaft widmete sich die Arbeitsgemeinschaft 60+ des SPD-Ortsvereins in Hürth am 14. März mit der Veranstaltung: «Wie kann der Übergang von der Erwerbsarbeit in den Ruhestand gelingen?» Als Referenten hatte die SPD-AG 60+ Wilbert Gregor eingeladen. Der ehemalige Mitarbeiter der ver.di-Landesleitung in Nordrhein-Westfalen ist selbst verrentet und schult in Vorträgen Senioren, Arbeitnehmer und Betriebsräte in Bezug auf Strategien, die den harten Bruch nach dem Arbeitsleben verhindern können.

Gegen den Begriff Ruhestand

Nach Begrüßung der Anwesenden übergab Margit Reisewitz, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Hürth, an den Redner. Der begann seinen Vortrag mit einer künstlerischen Darstellung der zehn Lebensalter des Mannes. Der Druck aus dem 19. Jahrhundert zeigte nicht nur die Entwicklung vom Säugling zum Greis, sie stellte den Mann auch als den Ernährer und Gestalter der Familie in den Vordergrund. In der heutigen Zeit, in der sich das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft verändert hat, sei das berufliche Umfeld größtenteils verantwortlich für Prestige, Selbstwertgefühl und soziale Anbindung, führte Gregor aus. Umso schwerwiegender sei es, wenn mit der Rente dieses Umfeld wegfalle. Dies habe oft sogar Folgen für körperliche und geistige Gesundheit sowie die Lebenserwartung der Ruheständler, ließ Gregor wissen. Der Referent wandte sich an dieser Stelle auch entschieden gegen den Begriff Ruhestand. Er empfände ihn als problematisch, weil er Passivität und Leere suggeriere.

Wilbert Gregor

Arbeitgeber nicht interessiert

Die Strategien, die Gregor vorstellte, um sein Leben auch nach dem Beruf bewusst zu gestalten, fasste er unter zwei Überschriften zusammen: «Aktiver Erhalt der geistigen und körperlichen Fitness» sowie «Frühzeitige Vorbereitung auf den letzen Arbeitstag und die Zeit danach». Vor allem zum letzten Punkt gebe es derzeit noch wenig Forschung, ließ er wissen und unterstrich, dass sich Arbeitgeber dafür auch kaum interessierten, weil ihnen dies wirtschaftlich keinerlei Vorteile biete. Gregor empfahl deshalb, sich mindestens ein halbes Jahr vor Ablauf der Berufstätigkeit auf die Zeit danach vorzubereiten. Allerdings sei es empfehlenswert, viel früher zu starten und sich kontinuierlich um die eigene Gesundheit zu kümmern. Dazu zählten nicht nur Vorsorgemaßnahmen, ein regelmäßiges Fitnessprogramm, eine ausgewogene Ernährung und maßvoller Umgang mit Alltagsdrogen, sondern auch anhaltende Lernaktivität, Pflege sozialer Kontakte sowie bewusst gelebte Zärtlichkeit bis ins hohe Alter.

„Unsere Veranstaltung ist ein Baustein zu einer Bewusstseinsveränderung.“

Margit Reisewitz dankte im Anschluss an den Vortrag dem Redner und zeigte sich sehr zufrieden mit den Diskussionsbeiträgen aus dem Publikum: „Ich freue mich, dass trotz des ungemütlich stürmischen Wetters so viele interessierte Bürgerinnen und Bürger zu dieser Veranstaltung gekommen sind. Trotz der Anhebung des Rentenalters wird die nachberufliche Lebensphase mit steigender Lebenserwartung länger. Diese Lebensphase sollte bewusst und frühzeitig vorbereitet werden, dafür muss aber erst einmal ein Bewusstsein geschaffen werden. Unsere Veranstaltung ist ein Baustein zu einer solchen Bewusstseinsveränderung, die in den kommenden Jahren aus der Gesellschaft in die Politik und Verwaltung getragen werden muss. Die SPD-AG 60+ bleibt am Ball, damit dies auch geschieht

Die Grundrente: ein Schritt in die richtige Richtung

Sehr erfreulich ist, was in den letzten Tagen durch die Presse ging: die SPD will eine Grundrente, die diesen Namen auch verdient. Wer mindestens 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat, soll eine Rente beziehen, die deutlich über der Grundsicherung liegt. Dabei wird die Rente um einen Zuschlag erhöht, wenn mindestens 35 Jahre Pflichtbeitragszeiten nachgewiesen werden können, dazu zählen auch Kindererziehung und Pflege von Angehörigen. Damit soll denjenigen, die ein Leben lang gearbeitet haben, Respekt und Anerkennung gezollt und Altersarmut verhindert werden.

Weshalb lehnt die SPD die Bedürftigkeitsprüfung ab?

Der Rentenanspruch nach einem Arbeitsleben ist keine Fürsorgeleistung, sondern eine Berechtigung, die durch Erwerbstätigkeit erworben worden ist. Deshalb ist es unlauter, die Zahnarztgattin (die im übrigen auch gearbeitet haben muss) vorzuschieben, um von 3 bis 4 Millionen Menschen den Nachweis zu verlangen, dass sie bedürftig sind. Erfahrungsgemäß werden viele aus Scham sich dieser Prüfung nicht unterziehen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass von den zu niedrigen Renten 75 Prozent Frauen betroffen sind, die in Teilzeit gearbeitet haben, weil sie Kinder erzogen haben und oft nach der Babypause keine Vollzeitstelle gefunden haben.

Die Grundrente, wie sie die SPD vorschlägt, richtet sich auch nicht gegen die Jüngeren, sie wird aus Steuermitteln bezahlt,weil sie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Wenn mehr Tarifbindung und bessere Lohnentwicklung geschaffen werden, wie sie die SPD anstrebt, werden die Kosten für die Grundrente in den kommenden Jahrzehnten nicht ansteigen.

Die Grundrente kommt in keiner Weise zu früh: Es wird immer wieder behauptet, Altersarmut sei noch kein zahlenmäßig relevantes Problem, da nur 3% der Senioren im Augenblick auf Grundsicherung angewiese seien. Allerdings hat man bei dieser Berechung Rentner und Pensionäre in einen Topf geworfen. Untersucht man nur die Gruppe der Rentner, sind 19,5% von ihnen von Altersarmut bedroht, das ist jeder Fünfte (Süddeutsche Zeitung, 21.2.19). Auch hat die Armutsgefährdung seit Jahren zugenommen; zehn Jahre zuvor war nur jeder Siebte betroffen. Also ist es Zeit, dieses Problem anzugehen.

Sicher lassen sich noch weitere Verbesserungen bei der gesetzlichen Rente denken. Dies muss die Aufgabe sein, die die SPD-Rentenkommissionen in NRW und Berlin erarbeiten müssen.

Wenn nun die Grundrente von CDU/CSU als nicht finanzierbar dargestellt wird, erhebt sich die Frage, warum die völlige Abschaffung des Solidaritätszuschlags finanzierbar sein soll, die genauso viel kosten wird? Allerdings ist hier die Zielgruppe eine anderen, nämlich die Topverdiener und nicht die Geringverdiener. Hier liegen die Prioritäten von CDU/CSU, die sie durch vorgeschobene Argumente gegen die Grundrente verschleiern wollen.

5 Jahre Leseclub Fridolin

5 Jahre Leseclub Fridolin an der Deutschherrenschule Hürth
Ein Grund zum Feiern

Seit November 2013 gibt es unseren Leseclub, der von der Stiftung Lesen ins Leben gerufen und seitdem tatkräftig unterstützt wurde. Leseclubs sind Teil des Bundesprogramms „Kultur macht stark, Bündnisse für Bildung“, das Projekte für Kinder fördert.

Wir erhielten als Erstausstattung kistenweise Bücher, Spiele, CDs, Filme Bastelmaterial, aber auch unser rotes Sofa, Regale, einen CD-Spieler und ein Tablet.

Von Anfang an treffen wir uns dreimal die Woche für zwei Stunden und lesen, malen, basteln und spielen mit den Kindern. Bis zu 50 Kinder kommen pro Woche zu uns, oft hören wir, dass sie gerne kommen. Wir sind sieben Betreuerinnen und Betreuer, also in jeder Gruppe doppelt besetzt. Als Teil der Angebote der Offenen Ganztagsschule und Kooperationspartner des Kinderschutzbundes sind wir eingebettet in die Struktur der Schule und Kommune.

Nach der ersten Förderphase, die am 31.12.17 endete, bewarben wir uns erneut um die Förderung durch die Stiftung Lesen und erhielten den Zuschlag schon bevor die Bewerbungsfrist endete. Wir führten das auch darauf zurück, dass wir jetzt neue Angebote machen konnten, z.B. kleine naturwissenschaftliche Experimente und Musik. Seit neuestem können Kinder bei uns den Umgang mit dem kleinen Computer Calliope lernen.

Wir wollten unser fünfjähriges Bestehen feiern und luden deshalb Gäste ein:

Die beiden MdBs Herrn Dr. Kippels und Herrn Dietmar Nietan, die Stadtspitze mit Herrn Breuer und Schuldezernent Herrn Menzel; Kinderschutzbund, Schulleitung, OGS und Presse. Aber ganz besonders wichtig war es uns, die Stiftung Lesen bei uns zu sehen, und wir hatten mit dem Hauptgeschäftsführer Herrn Dr. Maas einen hochrangigen Vertreter der Stiftung Lesen. Fast war unser Raum zu klein für Betreuer, Kinder und Besucher.

EIn schönes Bild unserer Ehrengäste findet man in dem Artikel des Hürther Wochenendes.

In der hinteren Reihe von links nach rechts Bürgermeister Breuer, MdB Dr. Kippels, MdB Dietmar Nietan, Dr.Maas von der Stiftung Lesen und Karolin Königsfeld vom Kinderschutzbund Hürth.

Die Kinder und die Schulleiterin Frau Schiel begrüßten die Gäste mit dem Schullied: „Wir sind die KInder von der DHS“

Die drei Gruppen des Leseclubs zeigten ganz unterschiedliche Aktionen.

Die Dienstagsgruppe las aus dem Buch unserer Betreuerin, Frau Filiz Kücükaksu (Bildmitte), die selbst Kinderbuchautorin ist, vor.

Die Mittwochsgruppe nahm das Kamishibai (japanisches Erzähltheater), um zwei selbstgeschriebene Geschichten, die die Kinder illustriert hatten, vorzustellen. Das Kamishibai ist ein Geschenk der Stiftung Lesen, die auch 15 fertige Bildgeschichten geschickt hat.

Ob der Ehrengast (nicht im Bild) die Frage beantworten kann?

Die Donnerstagsgruppe ging der Frage nach, ob Schneemänner tauchen können. Nachdem die Besucher gefragt worden waren, gaben die Kinder die Antwort mit einem Teelicht und einem Bierglas.

Am Schluss zeigten Schüler unter Anleitung von Rolf Reisewitz, wie der Computer Calliope programmiert wird, um eine Botschaft zu bringen.

erklären

ausprobieren

programmieren

 

 

 

 

Herr Dr. Maas von der Stiftung Lesen zeigte sich beeindruckt. Er lobte die Arbeit unseres Leseclubs und ermunterte uns, in unseren Bemühungen fortzufahren. Auch die anderen Ehrengäste würdigten unseren Leseclub und sprachen ihren Dank aus.

Wir freuen uns über dieses Lob und fühlen uns bestätigt.

An dieser Stelle möchte ich persönlich allen Beteiligten meinen Dank aussprechen für Engagement und Unterstützung: unseren Betreuerinnen und Betreuern, die jede Woche in den Leseclub kommen; der Stiftung Lesen, die uns Materialien und Fortbildungen gibt; der Schulleitung, die immer ein offenes Ohr hat; der OGS, die die Gruppen organisiert und uns in Alltagsdingen hilft; dem Kinderschutzbund, der mit uns zusammenarbeitet. Zu guter Letzt bedanken wir uns bei unseren Gästen, die teilweise weite Wege auf sich genommen haben, um zu uns zu kommen.

Wir starten zuversichtlich in die nächsten fünf Jahre.